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Die Ratingagentur Fitch Ratings gehört zur Fitch Group

Fitch Ratings – die drittgrößte Ratingagentur

Veröffentlicht am 01 Jun 2016

Mit einem Marktanteil von rund 15 Prozent (2011) nimmt die Agentur Fitch Ratings weltweit den dritten Rang hinter Standard & Poor’s und Moody’s mit jeweils 40 Prozent ein. Die rund 2.300 Mitarbeiter (2012) von Fitch Ratings verteilen sich auf mehr als 50 Standorte in aller Welt, geleitet wird das Unternehmen von New York und London aus.

Fitch Ratings: Renommee aus mehr als 100 Jahren

John Knowles Fitch gründete das Unternehmen bereits im Jahr 1913 als „Fitch Publishing Company“, die Veröffentlichung von Finanzstatistiken bestimmte aber erst ab 1924 das Geschäftsfeld. Aus den Kennzahlen, zu deren Bekanntmachung Unternehmen, Banken, aber auch Staaten verpflichtet sind, leitet Fitch Ratings bis heute die bekannten Bewertungen ab. Um die Beurteilung prägnant zu vermitteln, führte Fitch Ratings als erste Ratingagentur die Skala von „AAA“ für die höchste Bonität bis „D“ für den drohenden Zahlungsausfall ein. Im Jahr 1997 stärkte das Unternehmen seine internationale Basis und fusionierte mit der International Bank Credit Agency (IBCA) Limited, die als bis dahin größte europäische Ratingagentur in London ansässig war – der Weg zur globalen Arbeit war damit für Fitch Ratings frei.

Die Fitch Group – mehr als Fitch Ratings

Als vollständig konsolidiertes Tochterunternehmen gehört Fitch Ratings zur Fitch Group, die neben dem Rating auch weitere Gebiete bedient: Fitch Algorithmics befasst sich beispielsweise mit der professionellen Beratung im Bereich Risikomanagement, Fitch Solutions wiederum mit Vermarktungs- und Recherche-Dienstleistungen und Fitch Trainings mit der Aus- und Weiterbildung von Analysten, Bankern oder Brokern. Die gesamte Fitch Group befindet sich im Eigentum von zwei Investoren, nämlich der Fimalac Holding S. A. und der Hearst Corporation. Financière Marc de Lacharrière (Fimalac) hat seinen Hauptsitz in Paris, von wo aus der namengebende Gründer seine globalen Geschäftsaktivitäten leitet. Über die Beteiligung an Fitch Ratings hinaus engagiert er sich in mehreren Unternehmen und entwickelt diversifizierte Investments. Als private Holding ist die Fimalac jedoch nicht auskunftspflichtig – trotzdem finden sich viele Informationen zur Person und seinen geschäftlichen Aktivitäten.

Die Eigentumsverhältnisse bei Fitch Ratings

Der sehr gut vernetzte Marc Ladreit de Lacharrière gründete seine Fimalac Holding im Jahr 1991, um in diverse Firmenbeteiligungen zu investieren. Bis 2006 zählte die Fitch Group als konsolidiertes Unternehmen zur Fimalac, bis die Hearst Holding einen Anteil von 20 Prozent erwerben konnte. Ende 2012 war Hearst bereits zu 50 Prozent an der Fitch Group beteiligt, sodass in Bezug auf die Stimmrechte Parität zu Fimalac besteht. Mit der Hearst Media & Entertainment Holding gehört also ein US-amerikanischer Medienkonzern zu den Eigentümern von Fitch Ratings. Der operative Sitz des Unternehmens ist ebenfalls in New York, der juristische Standort jedoch im Bundesstaat Delaware. Bei der Hearst Holding handelt es sich um einen global agierenden Konzern, der ursprünglich mit Printmedien, wie beispielsweise der Cosmopolitan sowie 23 Tageszeitungen und einer Reihe von Buchverlagen, groß geworden ist. Weitere Geschäftsbereiche umfassen TV-Formate, Nachrichten- und Branchendienste sowie strategische Partnerschaften mit Yahoo und Microsoft. Insgesamt gibt das Unternehmen nur wenige Daten von sich preis.

Das Geschäftsfeld von Fitch Ratings

Die Beurteilung der Kapitalstärke von Unternehmen, Banken und Staaten erfolgt in Form einer Note auf der Fitch Rating Scale von „AAA“ bis „D“. Die Konsequenzen sind enorm: Fällt ein Fitch Rating schlecht aus, muss beispielsweise der betreffende Staat für seine Anleihen höhere Zinsen ausschütten, da das Risiko für die Anleger gestiegen ist. Normalerweise bezahlen die Auftraggeber die Analysen, was allerdings bei Staatsanleihen nur bedingt möglich ist. Insbesondere dieser Punkt brachte die Ratingagenturen regelmäßig in Kritik. Nicht zuletzt auch die positive Bewertung der Hypothekenwertpapiere, die von den emittierenden US-Banken selbst in Auftrag gegeben und damit auch bezahlt worden waren, wird heute als Ursache für den Zusammenbruch von Lehman Brothers und damit für die Finanzkrise 2008 angesehen.

Ratingagenturen sind zunehmender Kritik ausgesetzt

Die Ratings für solcherart Papiere müssen teuer bezahlt werden. Für Hypothekenwertpapiere fallen demnach deutlich höhere Kosten an, als dies für Unternehmens- oder Staatsanleihen der Fall ist. Das Verhältnis wird bei 750.000:250.000:115.000 US-Dollar eingeordnet. Kritiker bringen die Höhe der Vergütungen mit den Bonitätsstufen in Zusammenhang, die von den großen Agenturen vergeben werden: Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch Ratings dominieren schließlich immer noch den Markt für Anleihen, der auf 2013 ein Volumen von mehr als 43 Billionen US-Dollar geschätzt wurde.

Zusammenfassung: Fitch Ratings

  1. Durch Fitch Ratings wird die Bonität verschiedener Finanzprodukte bewertet.
  2. Zur Fitch Group gehören auch eine Risikomanagement-Beratung, Vermarktungs- und Recherche-Dienstleistungen und die Weiterbildung von Analysten und Bankern.
  3. Fitch Ratings trägt laut Kritikern eine Mitschuld an der Finanzkrise 2008.

 

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