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Emerging Markets

Emerging Markets: Vom Geheimtipp zur Anlage für jedermann?

Veröffentlicht am 06 Feb 2018
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Investitionen in die sogenannten Emerging Markets galten lange Zeit als Geheimtipp für Börsenexperten und Fachleute. Doch inzwischen können auch ganz normale Privatanleger in die aufstrebenden Märkte der Schwellenländer investieren – denn nichts Anderes bedeutet das Wort. Emerging Markets sind also die sich entwickelnden Märkte in Ländern, die nicht zu den klassischen Industrienationen gehören. Früher galten als Schwellenländer ausschließlich solche, die den Sprung vom Entwicklungsland in Richtung Industrienation machen wollten, doch mittlerweile wird diese Abgrenzung nicht mehr so streng vorgenommen. Bekannteste Beispiele für Emerging Markets sind Indien und China, die in den vergangenen 40 Jahren tatsächlich die Entwicklung vom Schwellenland zum Industrieland vollzogen oder zumindest große Fortschritte in dieser Richtung gemacht haben. Aber auch die ehemaligen Länder des Ostblocks, die man nicht unbedingt als Entwicklungsländer bezeichnen würde, werden aufgrund ihres Potenzials häufig zu den Emerging Markets gezählt. So hat etwa Polen für viele Investoren seit dem Ende des Kommunismus an Attraktivität gewonnen. Das Potenzial ist immer dann besonders groß, wenn von einer staatlich kontrollierten (Plan-)wirtschaft auf private Investitionen umgestellt wird. Heute gilt aber nicht mehr nur die industrielle Entwicklung als Maßstab, sondern auch wichtige andere Marktbereiche wie Konsumwirtschaft und Dienstleistungsbranchen fließen in die Bewertung ein.

Langfristige Perspektiven bergen Risiken

Schaut man auf die Wachstumszahlen in der Wirtschaft vieler Schwellenländer, scheint das Potenzial für Anleger traumhaft zu sein. Während westliche Industrienationen mit geringem oder sogar rückläufigem Wachstum zu kämpfen haben, können Länder wie Indien und China immer wieder mit erheblichen Zuwachsraten aufwarten. Als die Finanzkrise im Jahre 2009 die westlichen Länder hart traf, wurde bereits ein Abgesang auf die Wirtschaftsmacht der USA und Europas angestimmt, während China als Musterknabe bei der wirtschaftlichen Entwicklung galt. Doch in den Folgejahren zeigte sich, dass auch dort das Wachstum an seine Grenzen stößt und längst nicht mehr so stark ausfällt wie zwischen 1990 und 2010. Zwar sind die Konjunkturdaten Chinas und Indiens noch immer beeindruckend, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Länder ebenso wenig vor Krisen gefeit sind wie die Industrienationen, die schließlich häufig die wichtigsten Abnehmer für ihre Produkte sind. Und hier liegt auch das größte Risiko bei der Investition in Emerging Markets. Boomende Märkte für Rohstoffe oder der Finanzsektor sind immer auch politischen Entwicklungen unterworfen. Hinzu kommt bei den Schwellenländern eine gewisse Instabilität, die meist deutlich größer ist als in Ländern der Ersten Welt. Während Industrienationen wie Deutschland oder die USA in der Regel so gefestigt sind, dass keine dramatischen politischen und sozialen Umwälzungen zu erwarten sind, ist dies in Schwellenländern ganz anders. Andererseits haben Emerging Markets aufgrund ihrer Bevölkerungsstruktur häufig ein immenses Potenzial an jungen und meist auch günstigen Arbeitskräften – etwas, das in Industrieländern heutzutage Mangelware ist.

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Risikostreuung für Investments in Emerging Markets ist wichtig

Vor allem für Privatanleger ist die Risikostreuung bei allen Anlageformen wichtig. Durch die Investitionen in viele unterschiedliche Werte kann man das Ausfallrisiko bei den einzelnen Anlagen relativieren und im Idealfall durch Gewinne in anderen Bereichen kompensieren. Das ist bei Emerging Markets nicht anders. Doch wie handelt man überhaupt mit diesen Werten? Für Privatanleger ist es nämlich oft gar nicht möglich, ohne Weiteres in Emerging Markets zu investieren, weil beispielsweise Staatsanleihen bestimmter Länder nicht an jeder Ecke gehandelt werden. Eine gute Möglichkeit zur Investition in Emerging Markets sind daher die sogenannten ETFs, die Exchange Traded Funds (börsengehandelte Fonds). Hier werden Anlagen verschiedener Schwellenländer gebündelt und sind somit auch dem privaten Anleger zugänglich. Gleichzeitig sorgt die Investition über ETFs für eine breite Streuung des Risikos, sofern man auf seriöse und transparente Angebote setzt. Insgesamt bieten vor allem Dienstleistungs- und konsumorientierte Anlagen in den Emerging Markets große Wachstumschancen und sind zudem nicht so starken Schwankungen unterworfen wie etwa Rohstoff- oder Finanzmarktinvestments. Bei Investitionen in Emerging Markets sollten Sie folgende Tipps beherzigen:

  • Auf politische und soziale Stabilität achten, insbesondere bei langfristigen Anlagen.
  • Emerging Markets am besten über Anlagen per ETF erschließen.
  • Risiko durch breite Streuung der Investments minimieren.
  • Die großen Wachstumschancen des Konsumentenmarkts und Dienstleistungssektors nutzen.
  • Investments in Rohstoffe sind oft nur kurzfristig attraktiv und möglicherweise spekulativ.
  • Nicht von guten Wachstumszahlen blenden lassen – Zuwachsraten sind in Schwellenländern immer höher, weil die Ausgangslage eine andere ist.

Beachtet man diese Punkte, sind Investitionen in Emerging Markets eine gute Möglichkeit, sein Portfolio durch Anlagen in Wachstumsmärkte zu ergänzen. Man sollte allerdings nicht nur auf dieses Pferd setzen.

Was Sie über die Investition in Emerging Markets wissen sollten:

  1. Als Emerging Markets werden die aufstrebenden Märkte von Schwellenländern bezeichnet
  2.  Schwellenländer zeichnen sich durch ein hohes Wirtschaftswachstum aus
  3. Daher bieten Emerging Markets ein großes Potenzial für Investitionen
  4. Schwellenländer sind jedoch häufig sozial oder politisch instabil und bergen daher auch ein gewisses Investitionsrisiko