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Die Nintendo-Aktie

Die Nintendo-Aktie – Renaissance der kleinen Monster

Veröffentlicht am 07 Sep 2016

Der Hype um Pokémon Go, das per App auf dem Smartphone gespielt wird und weltweit für Furore sorgt, verhalf der Nintendo-Aktie zu einem neuen Höhenflug – allerdings nicht von langer Dauer: Die Stellungnahme des Unternehmens, dass sich das Handy-Spiel nicht auf das Unternehmensergebnis auswirken würde, brachte schnell die Ernüchterung. Trotzdem wird die Nintendo-Aktie wahrscheinlich profitieren, denn ab November 2016 sind neue Spiele für den Nintendo 3DS geplant: Pokémon Sun und Pokémon Moon können dem seit 1996 auf dem Markt erhältlichen Angebot neuen Schwung verleihen. Für 2017 wurde eine neue Spielekonsole unter dem Projektnamen Nintendo NX angekündigt, die wahrscheinlich mobil nutzbar ist und eine enorme Nachfrage generieren könnte.

Von Spielkarten zur Konsole – der Nährboden für die Nintendo-Aktie

Die Nintendo Co., Ltd. (japanisch: Nintendō kabushiki-gaisha) wurde bereits 1889 im japanischen Kyoto gegründet, wo das Unternehmen seinen Firmensitz hat. Als Hersteller von Hanafuda-Spielkarten wurde Nintendo schnell Marktführer in Japan. Mitte des 20. Jahrhunderts ging Nintendo eine Zusammenarbeit mit Walt Disney ein, um neue Motive für die inzwischen weniger nachgefragten traditionellen japanischen Karten nutzen zu können. Nach einigen Versuchen mit Spielwaren und anderen Konsumgütern widmete sich das Unternehmen seit den 1970er-Jahren dem Bereich der Videospiele, es entstanden die ersten Konsolen. Von Mitsubishi bezog der Konzern die Mikroprozessoren, um leistungsstarke Konsolen bauen zu können und erste Erfolge krönten diese Bemühungen. Den weltweiten Durchbruch erzielte das elektronische Spielgerät Nintendo Game & Watch, das sich 1980 bereits bequem in der Tasche mitführen ließ. Mit Donkey Kong begann 1981 die Karriere des Spieledesigners Shigeru Miyamoto, der heute weltbekannt ist.

Der Siegeszug von Game Boy & Co. – Markführerschaft für Nintendo

Die Idee, eine handliche und vor allem preiswerte Konsole mit austauschbaren Spiel-Modulen auf den Markt zu bringen, erwies sich als ausgesprochen erfolgreich: Super Mario, Tetris, Metroid oder The Legend of Zelda eroberten die Kinderzimmer auf der ganzen Welt. Der Konkurrent Sony legte allerdings mit der PlayStation nach und konnte sich gegenüber Nintendo durchsetzen. Auch das 1997 veröffentlichte Pokémon-Spiel konnte daran nichts ändern, verlängerte allerdings die Lebensdauer des ursprünglichen Game Boys. Erst die Nintendo DS und in der Folge die Wii konnten 2005 den Umsatz ankurbeln und der Nintendo-Aktie zu neuen Höchstständen verhelfen: Kurz nach dem Verkaufsstart Ende 2006 waren 40.000 Wii-Konsolen verkauft, bis Ende März 2007 erhöhte sich die Anzahl auf 5,84 Millionen weltweit. Zusammen mit den verbesserten Varianten des Nintendo DS konnte das Unternehmen bis März 2009 insgesamt mehr als 99 Millionen Einheiten absetzen, was einem Marktanteil von 68 Prozent entsprach.

Konsolidierung und Korrektur der Nintendo-Aktie

Der Rückgang im Hardware-Verkauf hinterließ auch bei Nintendo seine Spuren: 2011 meldete das Unternehmen Verluste, was auch dem Wechselkurs des Yen geschuldet war. Die Einbrüche in den Umsätzen sorgten für einen Preisrückgang der Nintendo-Aktie, die im Jahr 2013 mit rund 68 Euro einen Tiefststand markierte. Die Zusammenarbeit mit DeNa, einem japanischen Entwickler für mobile Services, wurde im Jahr 2015 bekannt gegeben und brachte bereits 2016 einen großen Erfolg: Pokémon Go hauchte dem altbekannten Spiel um die kleinen Monster neues Leben ein, was auch die Verkäufe der geplanten Neuauflagen und Neuerscheinungen ankurbeln könnte. Die Nintendo-Aktie konnte allerdings nicht wieder an die einstigen Stände heranreichen – die 433 Euro von Ende 2007 bleiben in weiter Ferne. Dennoch sorgten die Neuentwicklungen für eine Renaissance: 2015 stieg die Nintendo-Aktie auf knapp 180 Euro. Im laufenden Jahr erhielt sie durch Pokémon Go einen neuen Aufschwung: Kurzzeitig konnten 242 Euro überboten werden.

Die Nintendo-Aktie: vorsichtig Position aufbauen

Die Achterbahnfahrt, welche die Nintendo-Aktie in den Jahren 2000 bis 2016 vollführt hat, sollte zur Vorsicht mahnen. Schon die Stellungnahme, dass mit Pokémon Go keine Änderungen in den Bilanzen zu erwarten seien, brachte einen Einbruch des Wertpapiers auf rund 185 Euro. Die Marktkapitalisierung ging damit auf rund neun Milliarden Euro zurück. Trotzdem könnte die Nintendo-Aktie einiges an Potenzial entwickeln, wenn die geplanten neuen Spiele und Anfang des kommenden Jahres die Konsole Nintendo NX auf den Markt kommen. Dementsprechend veränderten sich auch die Prognosen, bislang dominierte die Empfehlung zum Verkauf. Die Entwicklung kann aber zunächst weiter beobachtet werden. Risikofreudigen Anlegern eröffnen sich mit weiteren Rücksetzern der Nintendo-Aktie durchaus Einstiegsmöglichkeiten für kleinere Positionen: Sollten sich die digitalen Monster weiterhin großer Beliebtheit erfreuen, könnten zum Jahreswechsel größere Gewinne möglich sein.

Fakten zur Nintendo-Aktie

  1. Das Unternehmen Nintendo gründete sich bereits 1889 als Spielkartenhersteller in Japan. Seit den 1970ern widmet sich Nintendo Spielekonsolen.
  2. Dank Einführung der Nintendo-Wii 2005 und des Nintendo-DS 2009 erreichte die Nintendo-Aktie neue Höchststände.
  3. 2013 hatte die Nintendo-Aktie aufgrund von rückläufigen Hardware-Verkäufen und dem schwachen Yen seinen Tiefstand mit rund 68 Euro.
  4. Die App Pokémon Go sorgte 2016 zwar für einen Aufschwung der Nintendo-Aktien, hatte aber nur geringen Einfluss auf das Unternehmensergebnis von Nintendo. Von zukünftig geplanten Produkteinführungen könnte die Nintendo-Aktie hingegen profitieren.

 

 

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