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Der IWF

Der IWF – Hüter der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung

Veröffentlicht am 01 Aug 2017

Der Internationale Währungsfonds, kurz IWF, ist eine Organisation der Vereinten Nationen. Er wurde zusammen mit der Weltbank 1944 im amerikanischen Breton Woods geplant und ein Jahr später gegründet. 1946 nahm er schließlich die Arbeit auf. Sitz des IWF ist die Hauptstadt der USA, Washington, D.C. Zu den wichtigsten Aufgaben des Internationalen Währungsfonds zählt es, die Kooperation der Mitgliedsländer bei der Währungspolitik voranzutreiben und den Welthandel zu stärken. Zudem soll er helfen, die Wechselkurse stabil zu halten, und die Geldpolitik der Mitgliedsstaaten überwachen.

Die Arbeit des IWF

Dem Internationalen Währungsfonds steht zur Bewältigung seiner Aufgaben vor allem ein Werkzeug zur Verfügung: Er kann Kredite an Mitgliedsländer vergeben, die keine, oder nur geringe, Währungsreserven haben und in Zahlungsschwierigkeiten oder eine schwere Wirtschaftskrise geraten sind. Die Kredite sollen helfen, den Staatshaushalt und die Wirtschaft zu stabilisieren. Sie werden für einen befristeten Zeitraum gewährt und sind in der Regel an verschiedene Bedingungen geknüpft. So sollen die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es dem Land, das den Antrag auf Finanzhilfen gestellt hat, ermöglichen, die Krise zu überwinden. Beispielsweise kann der IWF als Ziel für den Antragsteller festlegen, die Deviseneinnahmen durch die Steigerung von Exporten zu erhöhen oder den Staatshaushalt durch Sparmaßnahmen zu konsolidieren. Häufig gehören auch eine Liberalisierung des Bankwesens und die Privatisierung von staatlich gelenkten Unternehmen zu den Bedingungen, die der IWF an die Vergabe von Krediten knüpft. Neben den „regulären“ Krediten kann der IWF auch sogenannte „konzessionäre“ Kredite vergeben. Diese sind allerdings Niedrigeinkommensländern vorbehalten und haben deutlich weniger strenge Rückzahlungskonditionen als die normalen Kredite. Sie sollen helfen, die wirtschaftliche Entwicklung in den jeweiligen Ländern zu fördern, und so die Armut bekämpfen.

Die Organisation des IWF

Der Internationale Währungsfonds hat 189 Mitglieder (Stand: 2016), die jeweils entsprechend ihres Kapitalanteils Stimmrechte erhalten. Als Währung werden hier die sogenannten „Sonderziehungsrechte“ verwendet, eine künstlich geschaffene Weltwährung, die nicht an Devisenmärkten gehandelt, sondern nur für die Verwaltung der Gelder des IWF verwendet wird. Die zehn Länder mit den größten Stimmanteilen sind:

  • USA
  • Japan
  • Deutschland
  • Vereinigtes Königreich
  • Frankreich
  • Volksrepublik China
  • Italien
  • Saudi-Arabien
  • Kanada
  • Russland

 
Da Entscheidungen des Internationalen Währungsfonds mit mindestens 85 % der Stimmen bestätigt werden müssen, haben die USA mit etwa 17,7 % und die EU-Staaten mit insgesamt rund 22,5 % Stimmanteilen eine Sperrminorität, können einzelne Entscheidungen also verhindern. Wichtigstes Organ des IWF ist der Gouverneursrat, der Beschlüsse fasst und aus je einem Vertreter jedes Mitgliedslands besteht. In der Regel wird der Finanzminister oder der Chef der jeweiligen Zentralbank in den Gouverneursrat entsandt. Zudem gibt es den Internationalen Währungs- und Finanzausschuss, der eine beratende Funktion hat. Das Tagesgeschäft übernimmt das Exekutivdirektorium, das aus 24 Mitgliedern besteht, die von verschiedenen Ländergruppen bestimmt werden. Darüber hinaus gibt es noch den Entwicklungsausschuss, der sich um entwicklungspolitische Angelegenheiten kümmert, und das Verwaltungsgericht des IWF, das arbeitsrechtliche Streitfragen zwischen dem IWF und einzelnen Mitgliedsländern klärt.

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Die Leitung des Internationalen Währungsfonds

Dem IWF standen bisher elf geschäftsführende Direktoren vor (Stand: 2016). Seit 2011 leitet Christine Lagarde die Organisation. Sie folgte Dominique Strauss-Kahn ins Amt, der über eine Affäre stolperte und nach verschiedenen Strafanzeigen von seiner Aufgabe zurücktrat. Mit Lagarde stand erstmals eine Frau an der Spitze des Internationalen Währungsfonds. Zwar wurde sie wegen einer Entscheidung, die sie 2008 als französische Wirtschaftsministerin getroffen hatte, Ende 2016 verurteilt, sie erhielt aber aufgrund ihres „internationalen Ansehens“ keine Strafe und auch das Führungsgremium des IWF sprach ihr weiterhin das Vertrauen aus. In den Jahren davor hatte sich Lagarde einen guten Ruf als Krisenmanagerin erarbeitet. Als einziger Deutscher stand bisher Horst Köhler dem Internationalen Währungsfonds vor. Er hatte von 2000 bis 2004 die Zügel in der Hand, trat dann aber von seinem Posten zurück, um das Amt des Bundespräsidenten zu übernehmen.

Die Zukunft des Internationalen Währungsfonds

Der Internationale Währungsfonds hat im Lauf seiner Geschichte immer wieder regulierend und auch gestalterisch in die Geschicke verschiedener Länder eingegriffen. Ob Großbritannien in den 70er- oder Griechenland und die Ukraine in den 2010er-Jahren – wenn Mitgliedsstaaten in wirtschaftliche oder finanzpolitische Krisen geraten, ist die Organisation zur Stelle. Die Maßnahmen und Vorgaben des Internationalen Währungsfonds sind allerdings nicht unumstritten. Insbesondere die Bedingungen, an die die Kredite gebunden sind, wie etwa die Liberalisierung des Bankwesens oder der Verkauf von Staatsunternehmen, werden immer wieder kritisiert. Trotz dieser Kritik ist der IWF aber ein wichtiges Element der internationalen Währungspolitik, das vor allem für Stabilität steht.

Zusammenfassung: Der IWF

  1. IWF steht für Internationaler Währungsfonds und ist eine Organisation der Vereinten Nationen mit 189 Mitgliedern
  2. Kernaufgaben: Kooperation der Mitgliedsstaaten bei der Währungspolitik zu fördern und die Stärkung des Welthandels
  3. Werkzeuge des IWF: Kreditvergabe an Mitgliedsländer, die Zahlungsschwierigkeiten haben, in eine Wirtschaftskrise geraten sind oder kaum mehr Währungsreserven besitzen
  4. Der IWF vergibt auch konzessionäre Kredite, die Armut in Niedrigeinkommensländern verhindern und die wirtschaftliche Entwicklung der jeweiligen Staaten fördern soll

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