Geldanlage-Heute
Der Börsencrash oder auch Börsenkrach

Börsencrash – wenn Wertpapiere plötzlich auf Talfahrt gehen

Veröffentlicht am 21 Sep 2016

Als Börsencrash oder Börsenkrach wird ein rapider Wertverlust der an der jeweiligen Börse gehandelten Wertpapiere bezeichnet. Der kräftige Kurseinbruch kann durch ein äußeres Ereignis, beispielsweise eine negative Nachricht, ausgelöst werden. Als weitere Ursachen kommen falsche Spekulationen in Betracht. In seltenen Fällen tritt der Börsencrash aus dem Nichts auf. Im Unterschied zur Baisse, also einem allgemeinen Abwärtstrend, fallen die Kurse deutlich schneller und drastischer: Dies ist nicht zuletzt einem psychologischen Moment geschuldet.

Der Börsencrash – regelmäßig massive Verluste

Das Phänomen Börsencrash ist so alt wie der Handel mit Wertpapieren oder Spekulationsobjekten selbst: Bereits 1637 brach in Holland der Markt für Tulpen um 95 Prozent ein, weil Anleger von einer weiter steigenden Nachfrage ausgegangen waren. Die Käufer blieben allerdings aus. Der als Schwarzer Freitag in die Geschichte eingegangene 13. Mai 1927 brachte dem Aktienindex des Statistischen Reichsamtes einen Verlust von fast 32 Prozent, der Schwarze Donnerstag an der Wallstreet löste zwei Jahre später als Börsencrash eine Weltwirtschaftskrise aus. Ein Börsenkrach kommt immer wieder vor, bei dem die Märkte teilweise massiv einbrechen, sich aber auch relativ schnell erholen. Generell sind die Entwicklungen an der Börse äußerst dynamisch – wann genau es zu einem Absturz oder Aufschwung kommt, lässt sich aber nicht mit hundertprozentiger Sicherheit vorhersagen.

Die dynamischen Wechselwirkungen im Börsenhandel

Plötzlich verlieren die gehandelten Objekte massiv an Wert, die Akteure geraten in Panik, verkaufen ihre Anteile und realisieren so die Verluste. Bestimmt werden die Aktienkurse allerdings nicht von den Kleinanlegern. Hier wirken sich die Käufe oder Verkäufe der institutionellen Investoren – wie beispielsweise Investment- und Pensionsfonds – aus: Fällt der Kurs eines Wertpapieres signifikant und haben die Analysten Risikofaktoren ausgemacht, stoßen sie große Mengen der Papiere ab. Die Risikomanager der jeweiligen Fonds stehen unter Druck, da in den jeweiligen Börsenprospekten Limits für maximale Verluste fixiert sind. Sie müssen also im Interesse der Gesamtperformance aktiv werden – und setzen eine Abwärtsspirale in Gang.

Die psychologische Sogwirkung: Börsencrash

Springt der erste Großinvestor ab, bleibt er dabei nicht unbeobachtet: Die Analysten überwachen die Aktivitäten der anderen Marktteilnehmer ebenso akribisch wie die Kursbewegungen und fundamentalen Daten der einzelnen Werte. Teilen immer mehr institutionelle Anleger die Einschätzung und schließen sich an, erhöht sich der Druck dynamisch, sodass letztendlich auch die risikofreudigeren Investoren die Papiere abstoßen. Sobald der Kursverlust allerdings einen bestimmten Umfang erreicht hat, werden automatische Verkaufssignale ausgelöst: Längst realisieren Computer die Transaktionen, sollten bestimmte definierte Signale registriert werden. Entsprechend werden die Abwärtsbewegungen verstärkt. Kommen dann erst die Hedgefonds ins Spiel, ist die Spirale kaum noch aufzuhalten. Diese Fonds sind nicht reguliert und schließen Wetten auf den Verlauf von Kursen ab. Ist ein Kurssturz zu erkennen und setzen die mächtigen Hedgefonds auf weitere Verluste, wird der Druck erneut erhöht und der Börsencrash bzw. der Börsenkrach nimmt Fahrt auf.

Die Macht der institutionellen Anleger – von der Hausse bis zum Börsencrash

Die Aktivitäten der großen Investoren und Spekulanten lösen eine Dynamik aus, die letztendlich zum Börsencrash führen kann. Dabei muss es nicht immer ein akutes Signal sein, wie beispielsweise die Insolvenz von Lehman Brothers. Es reicht vollkommen aus, wenn sich Märkte über die Maßen aufblähen. Entfernen sich dann die Kurse der Wertpapiere extrem weit von den realistischen Werten, baut sich eine Spannung auf, deren Entladung vorprogrammiert ist. Vor allem die Marktmanipulationen, wie beispielsweise die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken, verzerren jedoch die Märkte und schaffen das Potenzial für derartige Blasenbildungen. Auch hier verstärken die großen Investoren die jeweilige Bewegung, wenn immer mehr Aktionäre auf einen fahrenden Zug aufspringen und einen Kurs so künstlich nach oben treiben. Steigt der erste Investor dann wieder aus, weil das Unternehmen beispielsweise die Gewinnerwartungen nicht erfüllen konnte, wird der Abwärtstrend initiiert. Ein Börsencrash ist im Extremfall dann nicht auszuschließen.

Börsencrash als notwendige Bereinigung und Chance für Anleger

Auch wenn der Begriff „Börsencrash“ oft mit den am Schwarzen Donnerstag 1929 von Häusern springenden Wallstreet-Bankern in Verbindung gebracht wird, ist keine Panik angebracht. Ein Blick auf die Statistiken zeigt nämlich, dass sich die Märkte immer wieder erholt haben. Der Abbau der teilweise enormen Spannungen ist notwendig und unumgänglich, auch wenn dies immense Verluste verursacht. Auch die Existenz von Unternehmen kann durchaus gefährdet sein. Für Anleger empfiehlt sich so einerseits die Diversifizierung, andererseits das Vermeiden von Panikverkäufen.

Fakten zum Börsencrash

  1. Unter einem Börsenkrach wird ein rapider Wertverlust der an der jeweiligen Börse gehandelten Wertpapiere bezeichnet. Im Gegensatz zu einem allgemeinen Abwärtstrend fallen die Kurse deutlich drastischer.
  2. Auslöser für den Börsenkrach können falsche Spekulationen sein, die häufig zu einer Aufblähung des Marktes führen. Entfernen sich die Kurse von den Erwartungen, bildet sich eine Spannung, die in den Verkauf entsprechender Aktien mündet.
  3. Die Aktienverkäufe von großen Investoren resultieren dabei häufig in eine panikartige Verkaufsdynamik mit verheerenden Folgen.

 

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