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Die Aktie von Berkshire Hathaway gilt aus die teuerste der Welt.

Berkshire Hathaway – eine der teuersten Aktien der Welt

Veröffentlicht am 15 Jun 2016

Als im Jahre 1955 die beiden Textilunternehmen Berkshire Fine Spinning und Hathaway Manufacturing fusionierten, ließ sich wohl niemand träumen, dass daraus eines der größten und wichtigsten Unternehmen an der Börse werden würde. Zu verdanken ist das in erster Linie dem Investor Warren Buffett, der 1965 die Mehrheit der Anteile übernahm und der Vorsitzende von Berkshire Hathaway wurde. Da das Textilgeschäft keinen großen Profit versprach, verwendete er das noch vorhandene Restkapital der Firma für Beteiligungen an anderen Unternehmen, die mit der Textilbranche nichts zu tun hatten. So investierte Buffett vor allem in den Kauf der National Indemnity Company und der Illinois National Bank. Diese beiden Investitionen bezeichnete der Milliardär später als die wichtigsten Grundlagen für das Wachstum der Berkshire Hathaway Beteiligungen. Doch damit war nur der Anfang gemacht. In den folgenden Jahrzehnten erwarb Berkshire Hathaway bedeutende Anteile an großen Firmen, darunter Coca-Cola oder Gillette, aber auch an Medienunternehmen wie der Washington Post. Heute umfasst das Berkshire Hathaway Portfolio über 80 Beteiligungen. Darüber hinaus steuerte Warren Buffett die Firma in Richtung Versicherungen und Rückversicherungen, wo das Berkshire Hathaway Portfolio zu den wichtigsten seiner Art zählt. Da Warren Buffett nicht an die Auszahlung von Dividenden an Aktionäre glaubt und das Geld lieber für weitere Investitionen verwendet hat, konnte Berkshire Hathaway immer weiter wachsen. Die Aktie ist niemals gesplittet worden und gilt als teuerste Stückaktie der Welt.

Einer der größten Steuerzahler der USA

Berkshire Hathaway zählt heute nicht nur zu den 20 größten Unternehmen in den USA, sondern gilt auch als einer der größten Steuerzahler. Das ist insofern ungewöhnlich, als viele der Spitzenunternehmen ihre Steuern durch Verlagerung in andere Länder minimieren. Auch das mag mit der Philosophie von Warren Buffett zusammenhängen, der daran glaubt, dass Reiche etwas von ihrem Wohlstand an die Gesellschaft zurückgeben sollten. Dementsprechend hat der Milliardär gemeinsam mit anderen Superreichen wie Bill Gates eine Initiative gegründet, die das Spenden eines Großteils ihres Vermögens zum Ziel hat. Daher hat Buffett inzwischen einen Teil seiner Anteile an Berkshire Hathaway in Spendenprojekte überführt oder aufgelöst. Selbst damit ist er aber noch immer einer der Hauptaktionäre. Die Berkshire Hathaway Holding, der Buffett vorsitzt, beschäftigt sich ausschließlich mit der Verwendung der erwirtschafteten Gewinne und hat lediglich 25 Angestellte. Das operative Geschäft der Berkshire Hathaway Beteiligungen überlässt die Holding den internen Führungskräften. Die eigentliche Unternehmensgruppe beschäftigt insgesamt über 300.000 Mitarbeiter. Insgesamt gilt das Unternehmen als extrem solide, erwirtschaftet konsequent Gewinne und verfügt über eine sehr hohe Ertragskraft. Vor allem die großen Finanzreserven machen Berkshire Hathaway im Hinblick auf die Aktivitäten als Rückversicherer zu einem der führenden Unternehmen auf diesem Sektor. Nur wenige Firmen erreichen außerdem eine so hohe Bonitätsstufe wie Berkshire Hathaway.

Nicht alles Gold, was glänzt?

Häufig wird Berkshire Hathaway dafür kritisiert, sich zu stark auf den Einfluss des legendären Investors Warren Buffett zu verlassen. Immerhin gibt es selbst bei seinen Entscheidungen manchmal Rückschläge. So hat die Aktie im Jahr 2015 nicht sonderlich gut abgeschnitten und sackte spürbar ab. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Berkshire Hathaway Beteiligungen an Energiewerten in den vorangegangenen Jahren forciert hat und der Einbruch an den Energiemärkten natürlich auch dieses Unternehmen getroffen hat. Allerdings weisen Analysten darauf hin, dass Berkshire Hathaway seit 1997 nur fünfmal negative Ergebnisse verzeichnen musste. Ansonsten lagen die Firmenergebnisse stets im positiven Bereich; bei Rückschlägen erholte sich die Aktie meist innerhalb kürzester Zeit und machte die Verluste wieder wett. Das gilt selbst für den Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2008, wo alle Firmen mit starken Einbußen zu kämpfen hatten. Das Berkshire Hathaway Portfolio war immer eines von denen, die sich wieder sehr schnell erholen konnten. Immer wieder wurde die Spürnase von Warren Buffett bei schlechten Ergebnissen infrage gestellt, beginnend mit dem Zusammenbrechen des Neuen Marktes um die Jahrtausendwende, als das Unternehmen ein Minus von 22 Prozent aufwies. Doch schon damals schaffte es Berkshire Hathaway, im Folgejahr wieder mit einem Plus von knapp 30 Prozent zu punkten. Außerdem holte die Firma vor diesem temporären Einbruch ein Plus von mehr als 50 % in einem Jahr. Dies zeigt, dass Berkshire Hathaway insgesamt sehr breit aufgestellt ist und Risiken nur insoweit eingeht, wie sie anschließend wieder aufgefangen werden können. Kurzfristige Rückschläge sind dabei nicht zu vermeiden, doch das gilt für alle börsennotierten Unternehmen und Investments.

Zusammenfassung: Berkshire Hathaway

  1. Berkshire Hathaway ist eines der größten Unternehmen an der Börse.
  2. Die Berkshire Hathaway Aktie gilt als die teuerste Stückaktie der Welt.
  3. Das Portfolio erholte sich nach Krisenzeiten wie der Finanzkrise 2008 deutlich schneller als andere Unternehmen.

 

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