auxmoney Finanzpilot

Das Magazin für FinTech- & Finanznews

wirecard grab and go shop smartphone maschinelles Lernen
Veröffentlicht am 26 Aug 2019

Wirecard launcht „Grab & Go“-Shop

Veröffentlicht am 26 Aug 2019
Von:
Kommentare: Aus

Einfach ein Geschäft betreten, sich nehmen, was man möchte und dann den Laden wieder verlassen? Bald könnte genau das zum Alltag werden. Wirecard hat nämlich jetzt den Prototyp eines solchen Modells in Deutschland ins Leben gerufen. Damit folgt der Zahlungsdienstleister dem Vorbild von Amazon und Alibaba. Aber haben diese sogenannten „Grab & Go“- Shops überhaupt eine Chance, sich hier zu etablieren?

Wie funktioniert ein Laden ohne Kasse?

Indem man sein Smartphone an einen Sensor am Eingang hält, verschaffen sich registrierte Kunden ganz einfach Zugang zum Geschäft. Wie sich Neukunden registrieren können, hängt vom Händler ab. Eine Möglichkeit ist die Identifikation mittels Kreditkarte. Anschließend nimmt sich der Kunde die gewünschten Waren aus dem Regal, die dabei automatisch gescannt werden. Abgerechnet wird beim Verlassen des Ladens, ohne dass man noch etwas dafür tun muss. Anstehen und Warten an der Kasse entfällt komplett.
Laut Wirecard soll das System auch in der Lage sein, Produkte, die zwar entnommen, jedoch dann an anderer Stelle zurückgestellt wurden, zu identifizieren. Diese müssen natürlich nicht bezahlt werden. Das funktioniert durch eine Kombination aus maschinellem Lernen und Bilderkennung. Und ermöglicht nebenbei die Kontrolle der Warenbestände in Echtzeit.
Ein praktischer Nebeneffekt der Registrierung mit dem Smartphone: Produkte mit Altersbeschränkung können in einem separaten Teil des Ladens angeboten werden, wo eine erneute Identifizierung notwendig ist. Somit würde sich beispielsweise die Alkoholabgabe an Jugendliche ausschließen lassen.

Widerstände gegen „Grab & Go“- Shops

Über kassenlose Geschäfte wird sehr kontrovers diskutiert. Gegner dieses Modells befürchten, dass durch den Wegfall von herkömmlichen Kassen viele Arbeitsplätze gestrichen werden müssten. Wirecard sieht das anders. Das FinTech argumentiert, dass ehemalige Kassierer in Zukunft andere Aufgaben im Kundenservice übernehmen könnten. Wie das jedoch genau umgesetzt werden könnte, ist noch unklar. Das ist einer der Gründe, die einer flächendeckenden Verbreitung dieser Geschäfte noch entgegenstehen.

Bildquelle: © Wirecard

auxmoney Banner
Michelle Kämpfer
Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.