auxmoney Finanzpilot

Das Magazin für FinTech- & Finanznews

Transferwise
Veröffentlicht am 03 Nov 2017

Finanz-Startup Transferwise erhält 280 Millionen

Veröffentlicht am 03 Nov 2017
Von:
Kommentare: Aus

Das auf Auslandsüberweisungen spezialisierte Fintech Transferwise konnte mehrere neue Investoren für sich gewinnen und erhält von diesen auf einen Schlag 280 Millionen Dollar. Das Londoner Startup bekommt dabei unter anderem Unterstützung aus dem Silicon Valley. Das frische Kapital soll auch für die Expansion in neue Märkte genutzt werden.

Kunden sparen 1,5 Millionen Euro pro Tag

Transferwise bezeichnet sich selbst als „Die clevere Alternative für Überweisungen ins Ausland“. Im Vergleich zu normalen Banken will das Londoner Fintech Auslandsüberweisungen deutlich günstiger gestalten. Internationale Geldtransfers können bei herkömmlichen Banken oder Überweisungsbüros, wie Western Union, schon mal 10 Euro oder mehr kosten. Gründer und Skype-Erfinder Taavet Hinrikus musste das bereits am eigenen Leib erfahren und kam so auf die Idee für Transferwise. Er lebte in London und arbeitete für das estnische Unternehmen Skype. Bezahlt wurde er daher in Euro, benötigte dass Geld allerdings in Großbritannien, dementsprechend in Pfund. Das Transferieren des Geldes in zwei unterschiedlichen Währungen gestaltete sich ziemlich kostspielig. Hinrikus wollte das ändern und tat sich mit Kristo Käärmann zusammen, der das gleiche Problem, nur umgekehrt hatte. Er musste in Estland eine Hypothek in Euro abbezahlen und wurde in London in Pfund bezahlt. Gemeinsam gründeten sie 2011 die Transferwise. Über die Plattform können Nutzer Geld zum tagesaktuellen Devisenmittelkurs ins Ausland überweisen und müssen dafür lediglich 0,5 Prozent Gebühren bezahlen. Das Finanz-Startup bietet den Service bereits für Transfers in 43 verschiedenen Währungen an. Nach Berechnungen von Transferwise sparen Kunden so 1,5 Millionen Euro am Tag.

Transferwise wird zum Einhorn

Das Geschäftsmodell kommt nicht nur bei den Kunden gut an, sondern auch bei Investoren auf der ganzen Welt. In einer Serie E-Finanzierungsrunde konnte Transferwise nun 280 Millionen Euro einsammeln und steigert seinen Wert damit auf 1,6 Milliarden Dollar. Mit dieser Bewertung fällt das Startup in die Kategorie „Unicorns“, oder Einhörner, wie Unternehmen, die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden, im Branchenjargon bezeichnet werden. Zu den Investoren gehört unter anderem auch das Venture-Capital- Unternehmen IVP, wie Geschäftsführer und Co-Gründer Kristo Käärmann im Gespräch mit dem Handelsblatt verrät. IVP hat sich in der Vergangenheit bereits an vielen namhaften Unternehmen beteiligt, darunter Twitter, Snap oder Dropbox. Als zweiter Hauptinvestor ist zudem auch Old Mutual Global Investors mit an Bord, „ein Geldgeber der sonst eher konservativ agiert“, sagt Käärmann.

Expansion in neue Märkte geplant

Das seit Anfang des Jahres profitable Fintech will das frische Kapital vor allem dazu nutzen die Expansion in neue Märkte voranzutreiben. Für 2018 sei beispielsweise der Markteintritt in Indien geplant. Außerdem möchte man das neue Finanzprodukt „Borderless“ weiterentwickeln. Mit dem grenzenlosen Konto ist Transferwise im Mai dieses Jahres gestartet und zielte damit in erster Linie auf Unternehmen und Selbstständige. Anfang 2018 möchte man die „Borderless Accounts“ jedoch auch Privatkunden anbieten. Nutzer können mit dem internationalen virtuellen Konto in 28 Währungen Geld überweisen und Zahlungen tätigen. Für die jeweiligen Länder erhält der Kunde lokale Kontodaten und kann deswegen praktisch so agieren, wie wenn er ein Bankkonto vor Ort hätte.

auxmoney Banner
Melina Uhlig
Über den Autor
Melina Uhlig ist Expertin für die aktuellen News aus der FinTech-Branche und der Start-Up-Szene. Sie arbeitet seit 2016 bei auxmoney.