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Tickaroo Interview WM 2018
Veröffentlicht am 12 Jun 2018

Exklusiv: Tickaroo-Gründerin im Interview – auxmoney WM-Special

Veröffentlicht am 12 Jun 2018
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Tickaroo wurde 2011 von Naomi Owusu, Andreas Gerauer, Matthew Ulbrich und Dr. Peter Dendl gegründet. Die Idee entstand, als CEO Naomi Owusu mit einem Verlagshaus eine Fußball-App eines Amateurvereins umsetzen wollte. Ihr fiel auf, dass es bis dato keine geeignete Lösung gab, um vom Spielfeldrand eines unterklassigen Vereins live zu berichten – So entstand ihre Idee zu Tickaroo. Vor sieben Jahren konzipierte und setzte Owusu dann mit Ihren Mitgründern die Tickaroo-App, mit der theoretisch jeder zum Spielreporter werden kann.

Zunächst fokussierte sich Tickaroo lediglich auf die Zielgruppe Hobby-Reporter, doch mittlerweile nutzen auch professionelle Redaktionen aus dem Sportbereich die App für ihre Zwecke, so etwa Spiegel Online, kicker online und Red Bull Media House. Daneben bietet Tickaroo Hobby-Reportern aber weiterhin über die Liveticker-App Tickaroo.Free kostenlos die Möglichkeit, Liveblogs aufzusetzen und in ihre Webseite zu integrieren.

Wer schon immer einmal selbst zum Fußballreporter werden wollte – etwa bei der WM 2018 direkt vom Spielfeldrand – kann sich diesen Traum mit Tickaroo erfüllen. Auf dem Weg von der Idee bis heute musste sich das Gründerteam von Tickaroo jedoch einigen Herausforderungen stellen. Unter anderem darüber sprach Co-Founder und Geschäftsführerin Naomi Owusu mit uns im Exklusiv-Interview:

  1. Stellt euch und eure Geschäftsidee kurz vor.
    Tickaroo Gründer Interview WM 2018

    Das Tickaroo-Gründerteam. (© Tickaroo)

    Mit Tickaroo haben wir eine Plattform geschaffen, die verschiedene Tools für jede Form der Live-Berichterstattungen bietet. Wir sorgen dafür, dass Echtzeit-News auf schnellstem Wege den Endkonsumenten erreichen: Sei es mobil als Push-Benachrichtigung oder im eigenen Live-Ticker bzw. Live-Blog eines Mediums.

    Vom Sport- bis zum News-Bereich – zu unseren Nutzern und Kunden gehören Reporter und deren Verlagshäuser gleichermaßen wie auch Verbände, Vereine und Eventanbieter. Zusätzlich etablierten wir uns im Bereich IT-Entwicklung und -Beratung. So konzipierte und entwickelte unser Team unter anderem die kicker-App. Im Rahmen dieser App sorgen wir dafür, dass täglich Millionen von Sport-Benachrichtigungen in Echtzeit und zuverlässig ausgeliefert werden.

  2. Wie seid ihr auf die Idee gekommen Tickaroo zu gründen?
    Tickaroo wurde vor sieben Jahren gegründet. Zu dieser Zeit habe ich zusammen mit einem Verlagshaus eine App für einen Fußball-Drittligisten entwickelt. Mir fiel während der Zusammenarbeit auf, dass es bis zum damaligen Zeitpunkt keine guten Tools für die Live-Berichterstattung abseits der Profiligen gibt. Somit sind wir als Liveticker-App für den Amateurbereich gestartet, doch hatten schnell eine größere Vision:
    Wir wollten, dass neben Hobby-Reportern auch Journalisten schnell und einfach einen professionellen Live-Ticker auf die Beine stellen können. Die große Nachfrage bestätigte den Ausbau unserer Geschäftsidee: Unser Fokus liegt heute auf Medien- und Verlagshäusern sowie Eventveranstalter, die in der Zeit von Facebook & Co. auf Live-Ticker und Echtzeit-Daten vertrauen möchten, auch abseits von sozialen Netzwerken und Plattformen.
  3. Was waren die größten Herausforderungen, denen ihr euch bei der Gründung stellen musstet?
    In einem frisch gegründeten Unternehmen gibt es natürlich ganz alltägliche Herausforderungen. Die gab es auch bei Tickaroo. Wir haben von Anfang an davon profitieren können, dass bereits in unserem Gründerteam die unterschiedlichsten Kompetenzen vertreten waren.
    Unser CTO Andreas war bereits vor sieben Jahren ein erfahrener Informatiker, unser CPO Matthew konzipierte zahlreiche Applikationen in der digitalen Sportbranche und hatte bereits seine erste Agentur für Mobile Development erfolgreich verkauft. Peter, unser CFO, war vor Tickaroo in den Aufsichtsräten verschiedener Unternehmen. Für mich als Geschäftsführerin war es heute wie auch im Jahr 2011 immer Ziel, für alle Herausforderungen eine Lösung zu finden, die für alle Beteiligten plausibel erscheint.
  4. Auf welche bisher erreichten Meilensteine seid ihr besonders stolz?
    Zunächst einmal waren wir sehr stolz auf die Kooperation mit kicker Magazin. Wir haben damals als junges, frisches Unternehmen die gesamten Mobile Apps neu entwickelt und damit an einem sensationellen Traffic Boost mitgewirkt. Außerdem feierte Tickaroo vor zwei Jahren seinen Relaunch. Geplant war ursprünglich nur ein Redesign, doch kamen immer mehr Entwicklungen in der Usability, Stabilität und Performance unserer Tools hinzu. So macht man aus einem Redesign mal eben einen Meilenstein.

    Zu den aktuellen Höhepunkten gehört die Kooperation mit SPIEGEL ONLINE. Für Olympia in Pyeongchang vor wenigen Wochen integrierte das Medium einen Live-Ticker über uns. Der erzielte Erfolg spricht für sich: Innerhalb der 17-tägigen Spiele verzeichnete das Medium über 34 Millionen Seitenaufrufe, wovon 3,3 Millionen Unique Visitors waren bei einer durchschnittlichen Verweildauer von 5,5 Minuten auf dem Live-Blog. Es ist immer ein Erfolg, wenn wir Journalisten mit unseren Tools ausstatten und vor allem, wenn diese dann damit eine solch große Leserschaft erreichen.

  5. Welches Alleinstellungsmerkmal wird euch in Zukunft erfolgreich machen und von der Konkurrenz abheben?
    Interview Tickaroo WM 2018

    © Tickaroo

    Die Bedürfnisse von Lesern wandeln sich in der digitalen Welt zusehends. Wir beobachten diese Entwicklung und reagieren darauf mit der Weiterentwicklung unserer Tools. Leser möchten heutzutage kurze News. Die Entscheidung, ob ein langer Folgeartikel dann gelesen wird oder nicht, liegt beim Nutzer selbst. Tickaroo stellt die technischen Vorrausetzungen für Publisher, um auf dieses veränderte Leserverhalten zu reagieren und somit in Zeiten von Twitter und Facebook langfristig bestehen zu können.

    Nicht zuletzt mit der kicker-App verschickt Tickaroo täglich Millionen von Push-Benachrichtigungen und auch unsere Live-Blogs genießen bei unseren Partnern folglich auch Lesern eine große Nachfrage, allein auf dem deutschen Markt. Diese Position gegenüber der Konkurrenz gilt es in den nächsten Jahren auszubauen. Wir möchten dabei aber nicht nur die Sportberichterstattung schneller und persönlicher gestalten. Das Ziel ist es, dass sich Redakteure aus dem News-Bereich auf die Berichterstattung konzentrieren können und nicht auf die technologischen Herausforderungen komplexer Tools, sei es die Implementierung oder Usability.

    Mit der Erschließung neuer Nutzer, wie auch beispielsweise im Event- und Messebereich, kann Tickaroo seine Rolle als Vorreiter und technischer Pionier in Zukunft auch international festigen. Die universale Nutzung und die einfache Integration und Handhabung, sowie die Robustheit und Skalierbarkeit unserer Services und Produkte wird unser bedeutendstes Alleinstellungsmerkmal sein. Genau aus diesen Gründen konnten wir Partner wie kicker, Red Bull oder auch Largardère Sport für uns gewinnen. Unsere Plattform ist schnell, flexibel, ausfallsicher!

  6. Gibt es Kooperationen mit Sportlern? Welchen Sportler wünscht ihr euch am meisten als Unterstützer?
    Wir unterstützen verschiedene Sportvereine: So ist Tickaroo Sponsor des Tennis-Teams TC Rot Blau Eckert und der Baseballmannschaft Buchbinder Legionäre Regensburg. Dürften wir uns einen bekannten Sportler für eine Kooperation wählen, wäre es wahrscheinlich Julia Görges. An dieser Stelle wünschen wir ihr weiterhin viel Erfolg für die laufende Saison und die nächsten Turniere!
  7. Habt ihr besondere Aktionen zur WM 2018 geplant?
    Wir werden zusammen mit Tippmate ein großes Gewinnspiel zur WM starten. Alle Tickaroo-Nutzer können teilnehmen und sogar etwas gewinnen.
  8. Und zum Abschluss: Wer ist euer Geheimfavorit für die WM 2018?
    Zu einer Weltmeisterschaft schlagen in meiner Brust immer mehrere Herzen. Eigentlich bin ich großer Ghana-Fan, doch werde ich natürlich auch für die deutsche Mannschaft mitfiebern. Obwohl wir bei Tickaroo grundsätzlich Optimisten sind, befürchte ich allerdings ein Ausscheiden von Löws Team im Viertel- oder Halbfinale. Ein besonderes Auge sollten wir meiner Meinung nach auf das junge und wilde Team Frankreichs werfen.

Bildquelle: © Tickaroo

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Melina Uhlig
Über den Autor
Melina Uhlig ist Expertin für die aktuellen News aus der FinTech-Branche und der Start-Up-Szene. Sie arbeitet seit 2016 bei auxmoney.