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TenX will Kryptowährungen in den Alltag bringen.
Veröffentlicht am 05 Sep 2017

TenX will Kryptowährungen in den Alltag bringen

Veröffentlicht am 05 Sep 2017
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So genannte Kryptowährungen, wie beispielsweise der Bitcoin, wurden zuletzt viel diskutiert. Vor allem aufgrund der stetigen Wertsteigerung werden diese Währungen trotz der gegebenen Risiken immer attraktiver. Bisher sind Kryptowährung allerdings eine reine Internetwährung, die zwar digital, nicht aber im alltäglichen Leben Anwendung findet. Das will ein Österreicher mit einem Start-Up in Singapur nun ändern.

Dieser Österreicher ist Dr. Julian Hosp, ein ehemaliger Profisurfer und promovierter Arzt, der seine Co-Founder 2014 zufällig in Thailand kennenlernte. Im Juni 2015 gründeten sie schließlich in Singapur ihr Unternehmen TenX, damals noch unter dem Namen OneBit. OneBit, weil sich das Produkt bei der Gründung noch um den Bitcoin drehte. Heute ist das TenX Angebot vielfältiger. Neben dem Bitcoin führt das Start-Up aus Singapur auch die Kryptowährungen Ethereum, ERC20 und Dash. Doch was ist dieses Produkt überhaupt?

Die Vision, den Alltag zu verändern

Die TenX Debitcard funktioniert mit einer Smartphone-Wallet.

Hosp will mit TenX die Kryptowährungen für den Alltag zugänglich machen. Das bedeutet unter anderem auch, dass man eine Schnittstelle zwischen Internet und eben dem Alltag schaffen muss, anders gesagt, eine Schnittstelle zwischen Online und Offline. Noch weiter vereinfacht: den Kaffee im Café soll man zukünftig mit dem Bitcoin bezahlen können. Soweit die Vision von Julian Hosp, aber wie soll das in der Realität funktionieren?

Als ersten Disclaimer: TenX verkauft keine Kryptowährungen. Diese muss man sich woanders besorgen, kann sie dann aber seinem TenX Konto hinzufügen.

Das Konto funktioniert in einer Web-App, gleichermaßen aber auch in den iOS- und Android-Apps. Im Café bezahlt man dann mit einer TenX-Kreditkarte, die in Verbindung mit der Smartphone-Wallet bzw. den Apps funktioniert. Durch die Kooperation mit VISA und Mastercard können TenX Kunden ganz einfach in jedem normalen Geschäft bezahlen.

TenX erwirtschaftet 80 Millionen Euro in 7 Minuten

Dieses System ist so schon fertig aufgebaut und zugänglich, was einer der größten Vorteile des Unternehmens aus Singapur ist. Derzeit erwirtschaftet TenX etwa 100.000 Euro Umsatz pro Monat und beschäftigt mittlerweile 20 Vollzeit Mitarbeiter. Um weiter wachsen zu können, veranstaltete TenX im Juni dieses Jahres einen Tokensale um weitere Investoren zu gewinnen.

Bereits der Pre-Sale brachte 50% der geplanten Summe ein, im öffentlichen Sale waren die restlichen 50% dann binnen sieben Minuten erreicht. Zusammen gerechnet generierte TenX so Einnahmen von 80 Millionen Euro. Die Investoren können nicht nur mit einer gewaltigen Wertsteigerung ihrer Tokens rechnen, sondern erhalten auch einen sog. „Revenue Share“, also einen Anteil an den Gewinnen. Bei den Debitkarten beträgt dieser 0,5 Prozent von den Umsätzen.

Klarer Plan für die Zukunft

Nachdem das Kapital nun vorhanden ist, gibt es eine klare Roadmap und einen klaren Plan, was die nächsten Schritte des jungen Unternehmens sind. Nach der Optimierung der Apps sollen weitere Kryptowährung ins Sortiment aufgenommen werden und das System weiter ausgebaut und erweitert werden. TenX hat derzeit keinen Akquise-Fokus, ganz im Gegenteil. Viele Kunden stehen im Moment auf der Warteliste, da das System zurzeit noch keine größeren Transaktionsmengen verarbeiten kann. Bis Ende dieses Jahres soll das TenX-System dann für einen 5-stelligen Kundenstamm bereit sein, bis Ende 2018 soll die Millionengrenze geknackt werden.

Trotz das Sitzes in Singapur ist die Kundenbasis eher Europalastig. 50 Prozent der Karten wurden in europäische Staaten versandt, 15 Prozent nach Singapur und weitere 15 Prozent in den Rest Asiens. 10% der Kunden sitzen in Südamerika, nur wenige in Kanada und Afrika. Die USA stoßen erst in Q4 dazu, da den TenX Gründern von Juristen empfohlen wurde, nach dem Tokensale 90 Tage zu warten bis man in den Vereinigten Staaten den Markt betritt.

Langfristig strebt TenX eine Bankenlizenz an um noch unabhängiger agieren zu können. Im Moment ist man auf einen Zahlungsprovider angewiesen, den man zweimal in Singapur und einmal in Gibraltar gefunden hat. Dennoch befindet man sich, so Gründer Julian Hosp gegenüber t3n, in intensiven Gesprächen mit Amex und Diners Club.

Damit Kryptowährungen dauerhaft im Massenmarkt ankommen, bedarf es einer einfachen Nutzung und einem einfachen, sowie sicheren Zugang. Diese Voraussetzungen haben die TenX Gründer mit ihrem Unternehmen geschaffen. Abzuwarten bleibt ob oder eher gesagt wie schnell sich das TenX System nach dem Ausbau durchsetzen kann. Der Grundstein dafür wird just in diesem Moment gelegt.

Bildquellen: (c) TenX – tenx.tech

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Marc Steppke
Über den Autor
Marc Steppke ist seit 2017 bei auxmoney. Neben aktuellen FinTech-News berichtet er über die internationale Wirtschafts- und Finanzbranche.