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20 Prozent aller College-Studenten investieren laut einer Umfrage Geld aus ihrem Studien-Kredit in Kryptowährungen
Veröffentlicht am 29 Mrz 2018

Umfrage: Jeder fünfte Studien-Kredit wird in Kryptowährungen investiert

Veröffentlicht am 29 Mrz 2018
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Eine Umfrage von The Student Loan Report kommt zum Ergebnis, dass mehr als 20 Prozent aller amerikanischen College-Studenten ihren Studien-Kredit zumindest teilweise für das Investment in Kryptowährungen nutzen.

21,2 Prozent haben bereits Kryptowährungen mit Geld aus einem Studien-Kredit erworben

Die Umfrage, welche unter 1000 College-Studenten durchgeführt wurde, beinhaltete nur eine einzige Frage: „Hast du jemals das Geld von deinem Studien-Kredit genutzt, um in Kryptowährungen wie Bitcoin zu investieren?“ Darauf antworteten 21,2 Prozent der Befragten mit „Ja“, die restlichen 78,8 Prozent mit „Nein“. Ein Studien-Kredit wird in den USA häufig zur Finanzierung des Studiums genutzt, da die Studiengebühren an den meisten Universitäten und Colleges sehr hoch sind. In der ausgezahlten Summe ist dabei bereits ein Betrag für allgemeine Lebensunterhaltskosten eingerechnet. Dieser wird jedoch de facto ohne Zweckbindung an die Studenten ausgezahlt und kann damit nach Belieben auch für andere Dinge genutzt werden. Wie sich nun herausstellt, geht offenbar ein signifikanter Teil in Kryptowährungen.

Das Ergebnis der Studie ist dabei nicht unbedingt überraschend. Bereits vor Wochen berichteten wir von einer Umfrage des Nachrichtenportals Coindesk, laut der 19 Prozent aller Kryptoanleger auf einen Kredit zurückgreifen. Eine weitere Umfrage von LendEDU kam unabhängig davon zu fast demselben Ergebnis. Interessant ist daran, dass der Anteil unter den Studenten, die Kryptowährungen mit einem Kredit finanzieren, fast genau dem in der allgemeinen Bevölkerung entspricht, wobei hier noch nicht einberechnet ist, ob Studenten auch andere Kredite wie eine Kreditkarte für das Investment in Krypto nutzen. Einige Banken in den USA verbieten mittlerweile den Kauf von Kryptowährungen per Kreditkarte.

Hochrisiko-Investment mit ungewissen Folgen

Grundsätzlich ist die Idee, flüssige Geldmittel als Geldanlage zu investieren, natürlich nicht schlecht. Gerade im Hinblick auf das immer noch sehr niedrige Zinsniveau können riskantere Anlagestrategien besonders attraktiv erscheinen. Ob Kryptowährungen allerdings – zumindest kurzfristig – die erhofften Renditen einbringen, ist zweifelhaft. In den letzten Wochen und Monaten entwickelte sich der Markt fast durchgängig negativ. Der Bitcoin-Kurs, Anfang des Jahres noch bei weit über 10.000 US-Dollar, liegt mittlerweile bei unter 8.000 Dollar. Den meisten anderen Kryptowährungen ergeht es ähnlich. Zwar sind die Renditen im Jahresvergleich immer noch sehr hoch, doch ob und wann sich ein Investment zu den jetzigen Kursen rentiert, ist kaum abzusehen. Die hohe Volatilität des Kryptomarktes ist weiterhin einer der größten Abschreckungsfaktoren für professionelle Anleger und birgt für Privatanleger ein hohes Risiko. Wer das Geld aus einem Kredit in diese Hochrisikoanlage steckt, sollte sich daher sehr sicher sein, ob er sich einen potentiellen Ausfall leisten kann.

Bildquelle: Shutterstock

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Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.