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Veröffentlicht am 24 Jul 2018

Ein Drittel der Startups verzichtet auf staatliche Förderung

Veröffentlicht am 24 Jul 2018
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Startups können in Deutschland vielerlei staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen – wenn sie denn auch wollen. Wie eine im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführte Umfrage unter mehr als 300 Startups nun ergab, verzichtet jedes Dritte Startup auf die staatliche Förderung.

Hoher bürokratischer Aufwand als Hürde für Startups

Ob staatliche Darlehen, Risikokapital oder Gründungsstipendien – für Startups in Deutschland gibt es inzwischen viele staatliche Unterstützung. Jedoch werden die Förderangebote eher selten genutzt, häufig aus Scheu vor dem bürokratischen Aufwand, der mit der Beantragung einhergeht. 66 Prozent der Startups gaben an, aus diesem Grund auf einen Förderantrag verzichtet zu haben. Dies ergab jetzt eine Umfrage unter 302 deutschen Startups aus dem Internet- und IT-Bereich, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde.

„Es gibt in Deutschland ein breites Angebot an staatlicher Förderung, von dem Startups insbesondere in der Gründungsphase profitieren können. Die Angebote sind aber noch zu bürokratisch und schwer verständlich. Gerade Gründer, die ihre Idee schnell unternehmerisch umsetzen wollen, können ihre Zeit nicht mit dem Ausfüllen komplizierter und langer Antragsformulare verbringen.“

– Bitkom-Präsident Achim Berg in der Pressemitteilung vom 20.07.18

Zudem beklagen viele Startups (43 Prozent der Nicht-Antragssteller), dass der Überblick über die Angebote mangelhaft ist, 35 Prozent gaben an, dass es ihnen schlichtweg an Personal und Zeit fehlte, um sich richtig zu informieren. Jeder fünfte Gründer verzichtete außerdem auf eine Antragsstellung, weil ihm die Erfolgsaussichten zu gering erschienen – zu Unrecht: Nur 15 Prozent derjenigen, die einen Antrag auf Förderung gestellt haben, gaben in der Bitkom-Umfrage an, dass ihr Antrag schon einmal abgelehnt wurde. Immerhin gaben 40 Prozent an auf einen Antrag verzichtet zu haben, weil sie eine private Finanzierung präferierten.

Viel staatliche Hilfe in den ersten Schritten zum Startup

Insbesondere in der Anfangsphase der Gründung bekommen Startups viel staatliche Unterstützung. So haben 24 Prozent der Gründer Coaching- und Beratungszuschüsse erhalten, 22 Prozent Personal-, Material- und Sachkostenzuschüsse sowie 21 Prozent ein Gründungsstipendium. Nur rund jedes neunte Startup (11 Prozent) hat einen staatlichen Kredit in Anspruch genommen, eine staatliche Beteiligung in Form von Risikokapital nutzten nur 9 Prozent. Insgesamt erhielt knapp jeder zweite befragte Gründer (47 Prozent) mindestens eine Form von finanzieller Förderung.

Bildquelle: Shutterstock.com

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Melina Uhlig
Über den Autor
Melina Uhlig ist Expertin für die aktuellen News aus der FinTech-Branche und der Start-Up-Szene. Sie arbeitet seit 2016 bei auxmoney.