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Veröffentlicht am 07 Aug 2020

Start-Up AnyDesk macht TeamViewer Konkurrenz

Veröffentlicht am 07 Aug 2020
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Auch, wenn viele Arbeitnehmer zumindest teilweise wieder im Büro anstatt im Home-Office arbeiten, hat die Corona-Krise dazu beitragen, dass deutlich mehr Personen als sonst auf den heimischen Schreibtisch angewiesen waren. Um den Kollegen auch zuhause bei technischen Problemen helfen zu können, greifen viele IT-Abteilungen auf Fernwartungs-Tools zurück. TeamViewer ist in Deutschland der bekannteste Anbieter. Drei ehemalige Mitarbeiter wollen dem Unternehmen diesen Platz streitig machen.

Vom sicheren Arbeitsplatz in die Selbstständigkeit

Bis 2012 waren Olaf Liebe, Philipp Weiser und Andreas Mähler bei TeamViewer angestellt. Da sie aber ein noch besseres Produkt kreieren wollten und ihre Ideen bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber nicht gut ankamen, machten sie sich schließlich mit dem Start-Up AnyDesk selbstständig. Was ihre Software für Fernwartung zu Beginn einbrachte, reichte gerade zum Überleben. Zudem musste sich AnyDesk von Anfang an gegen diverse Wettbewerber behaupten. Doch die Gründer hatten Glück und konnten sich früh die Unterstützung eines Business Angels sichern. Im Januar dieses Jahrs investierte ein amerikanischer Wagniskapitalgeber einen zweistelligen Millionenbetrag in das Start-Up. Nun kurbelt die Corona-Krise das Unternehmenswachstum an und sorgt für mehr Einnahmen, da viele Firmen seit Mitte März ins Home-Office umziehen mussten.

Start-Up will mit niedrigen Preisen überzeugen

Aber wie setzt sich AnyDesk gegen seine Wettbewerber durch? Das Stuttgarter Start-Up möchte vor allem durch günstige Preise punkten. Wie bei TeamViewer ist auch AnyDesk für Privatkunden kostenlos, für Firmenkunden allerdings deutlich günstiger. Außerdem wirbt das Unternehmen mit einer vereinfachten Registrierung und einer optimierten Dateigröße, die einen schnelleren Download ermöglichen soll. Auch bei einer schlechten Internetverbindung soll es nicht zu Problemen kommen. Durch einen eigenen Cloud-Dienst kann AnyDesk Kosten sparen und diese an seinen Kunden weitergeben. Mittlerweile hat das Start-Up 80 Mitarbeiter. Die Software wurde bereits 240 Millionen Mal installiert. Aktuell wird an einer US-Expansion gearbeitet. Dort erhofft sich das Start-Up, das unter anderem in Indien bereits bekannt ist, einen Wettbewerbsvorteil durch seine günstigen Preise. In Deutschland zählen das Leibniz Institut für Astrophysik und der Flughafen Münster zu den Firmenkunden. Langfristig hat AnyDesk das Ziel, die meistgenutzte Lösung für Fernwartung zu werden. Sich gegen die etablierte Konkurrenz durchzusetzen, dürfte allerdings eine Herausforderung werden.

Bildquelle: © Getty Images

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Michelle Kämpfer
Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.