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Veröffentlicht am 09 Nov 2020

Start-Up verspricht: Nie wieder Langeweile in der Videokonferenz

Veröffentlicht am 09 Nov 2020
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Ob Meetings in Unternehmen oder Seminare an Universitäten – überall musste aufgrund der Corona-Krise auf Videokonferenzen ausgewichen werden. Jeder, den das betrifft, weiß aber auch, dass man sich nach einem einstündigen Zoom-Meeting oft ausgelaugt und erschöpft fühlt. Der Grund ist, dass in einer großen Gruppe nur eine Person gleichzeitig reden kann und der Rest zuhören muss, damit kein Chaos entsteht. Nur den Sitznachbarn anzusprechen, ist praktisch unmöglich. Das Start-Up Wonder hat es sich zum Anspruch gemacht, langweilige Meetings und Konferenzen aufzupeppen.

Flexible Videokonferenzlösung für große und kleine Gruppen

Anders als die etablierten Anbieter von Videokonferenz-Softwares, ermöglicht Wonder auch kleine, spontane Gespräche in wandelbaren Kleingruppen. Mithilfe einer Art „Landkarte“ hat man den Überblick, wer alles im Raum ist. Man kann sich in bestehende Unterhaltungen einklinken oder neue Gesprächsrunden eröffnen. In einen Raum passen bis zu 1.500 Teilnehmer, es können also auch Veranstaltungen online abgehalten werden. Mithilfe der Übersichtskarte wird das Knüpfen von Kontakten und Netzwerken ermöglicht. Von virtuellen Konferenzen bis hin zu Seminaren und Alumni-Treffen in Universitäten ist das Tool vielfältig einsetzbar. Die renommierte Harvard University sowie mehrere Unternehmensberatungen setzten es nach Angabe des Start-Ups bereits ein.

Start-Up musste wegen Corona die ursprüngliche Geschäftsidee verwerfen

Die Idee kam den Gründern Pascal Steck, Leonard Witteler und Stephane Roux während des ersten Lockdowns im März. Eigentlich hatten sie bereits eine Online-Vermittlung für Hochzeitsfotografen gegründet, doch das Hochzeitsgeschäft lag durch die Corona-Pandemie brach. Wenn es nach den Gründern geht, soll Wonder in Zukunft das primäre Tool werden, mit dem sich Gruppen online treffen. Nach eigenen Angaben nutzen es bereits 45.000 Personen, die wöchentliche Wachstumsrate liegt bei 25 Prozent. Auch die erste Finanzierung in Millionenhöhe gab es bereits. Bisher ist die Software kostenlos. Langfristig soll daraus allerdings ein Abo- oder ein Pay-per-Use-Modell werden, damit Umsätze gemacht werden können.

Ist Wonder besser als Zoom?

Die Frage ist, wie es dem Start-Up gelingen wird, sich gegen die bereits etablierte Konkurrenz durchzusetzen. Denn auch bekannte Player wie Zoom oder Cisco (Webex) modifizieren ihre Software im Moment, sodass dort ebenfalls Gespräche in Kleingruppen möglich sind. Dennoch sind die Gründer optimistisch. Denn es gibt guten Grund zu der Annahme, dass Online-Veranstaltungen auch dann noch beliebt sein werden, wenn man sich wieder persönlich treffen kann. Firmen können so beispielsweise Kosten einsparen. Der Markt für digitale Konferenzlösungen bietet Zukunftspotenzial, wovon auch Wonder profitieren möchte.

Bildquelle: © Unsplash

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Michelle Kämpfer
Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.