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Führt mehr Regulierung zu einer glorreichen Krypto-Zukunft?
Veröffentlicht am 13 Feb 2018

Bedeutet mehr Regulierung die Rettung des Bitcoins?

Veröffentlicht am 13 Feb 2018
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News zu Regulierungsmaßnahmen für den Bitcoin, ICOs und Kryptowährungen allgemein häufen sich noch und nöcher. Die zuletzt stark gefallenen Kurse scheinen Zweiflern Recht zu geben, die in einer zunehmenden Regulierung den Tod des Konzepts sehen. Tatsächlich mehren sich aber auch Gegenstimmen. Führen zunehmende Regulierungen am Ende sogar zu einer blühenden Krypto-Zukunft?

Anhörung in den USA sorgte für Stabilisierung des Bitcoin-Kurses nach Absturz

Totgeglaubte leben länger, so ist es auch beim Bitcoin der Fall. Nachdem letzte Woche in der Folge eines starken Kursabfalls die Stimmung in der Bitcoin-Community bereits katastrophal war, zeichnete sich im Angesicht stetig neuer Meldungen über neue Regulierungen und mögliche Verbote sogar ein noch tieferer Fall ab. Höhepunkte waren dabei ohne Zweifel die Ankündigung der chinesischen Zentralbank, noch härter gegen Kryptowährungen, ICOs und in- wie ausländische Handelsplattformen vorzugehen, sowie die Anhörung der Chefs der zwei wichtigsten Finanzregulierungsbehörden vor einem Ausschuss des US-Senats. Hierin sahen viele Szene-Beobachter den nächsten Nagel im virtuellen Bitcoin-Sarg.

Tatsächlich kam es aber anders. Die Anhörung thematisierte zwar viele neue Ansätze zur Regulierung des Bitcoin-Handels, doch der allgemeine Tenor war deutlich Bitcoin-positiver als viele zuvor erwartet hatten. Zudem wurden ganz klar die Handelsplattformen als Schnittstelle für eine stärkere Regulierung genannt, wovon letztlich vor allem private Anleger profitieren könnten. Als sich der Bitcoin-Kurs daraufhin stabilisierte, drängte sich eine interessante Frage: Bringt eine maßvolle Regulierung dem Bitcoin am Ende mehr Nutzen als Schaden?

Maßvolle Krypto-Regulierung als positiver Impulsgeber für die Märkte?

Die größte Angst, die Bitcoin-Anleger und -Enthusiasten herumtreibt bzw. bisher herumtrieb, ist tatsächlich vor allem die des Maßes. Schreckgespenster wie ein komplettes Verbot von Kryptowährungen und ICOs, wie es bereits in einigen Ländern angedacht und teilweise sogar umgesetzt ist, fungierten als Haupttreiber fallender Kurse. Chinas immer härteres Vorgehen gegen alles „Krypto“, ein komplettes Verbot in Thailand sowie Spekulationen um Verbote in Südkorea eignen sich hervorragend als Projektionsfläche für Ängste, dass sich auch andere große Länder zu derartigen Schritten entscheiden könnten. Die zögerliche und mitunter geradezu dilettantisch anmutende Art und Weise, in der einige Politiker und Funktionäre wichtiger Finanz-Institutionen über das Thema sprechen, tut sein Übriges dazu bei, den Eindruck zu erwecken, dass am Ende eine Lösung mit einem kompletten Verbot für die Politik die attraktivste sein könnte.

Die Märkte fielen dementsprechend. Die Marktkapitalisierung liegt weiterhin bei weniger als 50 Prozent des Maximalwertes von Anfang Januar. Der Bitcoin liegt mit etwas über 8.000 US-Dollar ebenfalls sehr weit unter seinem Rekordwert von 20.000 Dollar aus dem Dezember. Faszinierend sind dabei Prognosen über die weitere Zukunft: Während einige Analysten Kryptowährungen den kompletten Abstieg in die Bedeutungslosigkeit prophezeien, reden andere wiederum von neuen Rekordkursen im Bereich einer Größenordnung über den derzeitigen – und zwar noch in diesem Jahr. Wie kann so eine große Diskrepanz in der Einschätzung entstehen? Letztendlich wird es tatsächlich vor allem auf das Vorgehen der weltweiten Finanzbehörden und vor allem der Gesetzgeber ankommen. Hier gibt es derzeit viele positive Signale, kleine Nationen agieren dabei als Vorreiter: Sowohl die Vereinigten Arabischen Emirate als auch Gibraltar wollen offenbar eine rationale Strategie fahren, die ICOs und Krypto-Handelsplattformen aus dem „Wilden Westen“ in die Welt fester staatlicher Regulierung holen möchten, ohne dabei die Innovation, die dieser Sektor mit sich bringt, komplett zu ersticken. Dies ist aber ebenfalls nur ein Eindruck bis konkrete Maßnahmen vorgelegt werden.

Wichtig zu nennen ist dabei, dass sich die Ansätze einzelner Länder und Institutionen auf teilweise verschiedene Bereiche erstrecken. Handelsplattformen und ICOs sollten dabei unbedingt differenziert voneinander betrachtet werden. Geht es allerdings um allgemeine Trends in diesem häufig sehr undifferenziert betrachteten (aber auch schwer durchschaubaren Feld), können diese Ansätze durchaus zusammen genannt werden.

Bildquelle: Shutterstock

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Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.