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Veröffentlicht am 05 Jul 2017

EU-Kommission stellt europaweite Altersvorsorge vor

Veröffentlicht am 05 Jul 2017
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Die europäischen Bürger sichern sich nicht genug fürs Alter ab, dazu gibt es für die entsprechende Vorsorge keine EU-Standards. Das will die EU-Kommission um seinen Vize-Präsidenten Vladis Domvrovskis nun ändern. Pan European Pension Product, kurz Pepp, soll das Produkt heißen, das allen EU-Bürgern eine einfache private Altersvorsorge bieten soll.

Einheitliche Standards in Europa

Das geplante Produkt soll die bereits bestehenden nationalen Systeme nicht ersetzen, sondern ergänzen. Ziel des Projekts ist es, einen europäischen Standard für die Altersvorsorge zu schaffen und ein erstes staatenübergreifendes Produkt einzuführen. Dieses Produkt sollen Versicherungen, Banken, Fonds oder auch Vermögensberater europaweit anbieten dürfen, also auch außerhalb des Heimatmarktes. Den Kunden wird das investierte Kapital garantiert, dazu kann man alle fünf Jahre bei gedeckelten Kosten den Anbieter wechseln und den Vertrag bei Umzug in ein anderes EU-Land behalten.

Das System soll für den Kunden einfacher sein denn je. Zwischen fünf unterschiedlich riskanten Anlagestrategien soll man sich entscheiden können, eine davon mit sehr geringem Risiko. In Deutschland nutzen bisher knapp 40% der Erwerbstätigen in Form der Riester-Rente eine private Altersvorsorge. In der EU sind es nach Angaben aus Brüssel lediglich 27%, wobei die Werte in Osteuropa noch deutlicher darunter liegen.

„Pepp“ ist eine Chance für Bürger, EU und Unternehmen

Die EU-Kommission sieht neben den Verbrauchervorteilen auch den wirtschaftlichen Aspekt. Derzeit werden laut einer Studie Vorsorgeprodukte in Höhe von 700 Milliarden Euro verwaltet. Bis 2030 soll dieser Wert nach EU-Schätzungen auf 1,4 Billionen Euro steigen. Zieht man nun „Pepp“ mit den geplanten Steuervorteilen hinzu, läge man sogar bei 2,1 Billionen Euro. Nicht nur für die Europäische Union selbst, sondern auch für die potenziellen Anbieter des Produktes bietet „Pepp“ ein gehöriges Potenzial.

Letztendlich darf man auf den detaillierten Entwurf des Pan European Pension Products gespannt sein, vor allem auch in wie weit die EU-Mitgliedsstaaten die versprochenen Steuererleichterungen tatsächlich gewährleisten. Der Bürger kann von einer weiteren Möglichkeit der privaten Altersvorsorge im Prinzip nur profitieren, in wie weit diese Möglichkeit dann tatsächlich realistisch wird bleibt allerdings abzuwarten.

Bildquelle: shutterstock.com

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Marc Steppke
Über den Autor
Marc Steppke ist seit 2017 bei auxmoney. Neben aktuellen FinTech-News berichtet er über die internationale Wirtschafts- und Finanzbranche.