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PayPal meldet Patent für schnelleren Krypto-Handel an
Veröffentlicht am 06 Mrz 2018

PayPal meldet Patent für schnelleren Krypto-Handel an

Veröffentlicht am 06 Mrz 2018
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Der Online-Bezahlservice PayPal arbeitet offenbar aktiv an neuen Ideen und Standards im Bereich Blockchain und Kryptowährungen. Ein neues Patent, das das FinTech-Urgestein nun eingereicht hat, soll die Zeiten, die Transaktionen über eine Blockchain benötigen, drastisch reduzieren.

Schnellere Übertragungen durch den Austausch privater Schlüssel

Das Patent, welches bereits im August 2016 in den USA eingereicht, aber erst am 1. März veröffentlicht wurde, behandelt eine Lösung, Transaktionen über eine Blockchain unabhängig von der Verifizierungszeit eines einzelnen Blocks praktisch ohne Wartezeit möglich zu machen. Das Prinzip dahinter ist dabei eigentlich recht einfach: Über das System, welches PayPal skizziert, könnten Nutzer ihre Krypto-Einlagen auf automatisch generierte Zweit-Wallets verteilen. Im Fall einer Transaktion würden dem Empfänger dann die Passwörter von so vielen Zweitwallets übermittelt werden, dass sich der Betrag auf ihnen genau zum gewünschten Betrag addiert, der übermittelt werden soll.

Da die Übermittlung der Passwörter praktisch instantan und ohne Wartezeit geschehen kann, wäre eine effektive Übermittlung von Kryptowährungen auf diese Art und Weise im Mittel wesentlich schneller als die traditionelle Übermittlung über die Blockchain selbst und dazu auch noch deutlich günstiger. Die Verifizierung eines Blocks, auf dem Transaktionen gespeichert werden, dauert je nach Kryptowährung eine gewisse Zeit, im Falle von Bitcoin etwa 10 Minuten. Außerdem werden Transaktionsgebühren fällig, die an die „Miner“ des Blocks abgetreten werden. Beides könnte mit PayPals System vermieden werden.

PayPals konkrete Pläne ungewiss

Grundsätzlich ist die Idee hinter dem Patent nicht neu. Konzepte wie etwa sogenannte Atomic Swaps basieren auf ähnlichen Prinzipien, bei denen Teile der Transaktion jenseits der primären Blockchain abgewickelt werden. Interessant ist jedoch die Frage, ob PayPal das Patent auch selbst umsetzen möchte. Derartige Pläne hatte das Unternehmen bisher zumindest in keiner Form bekannt gegeben. Es ist jedoch auch gut möglich, dass sich der FinTech-Gigant ähnlich wie andere große Player in der Finanzbranche damit begnügt, Patente zu entwickeln, ohne diese aber konkret zu realisieren.

Das Geschäftsmodell von Zahlungsdienstleistern wie PayPal wird direkt von der Proliferation virtueller Währungen bedroht, da diese eine direkte Konkurrenz darstellen und von traditionellen Diensten noch nicht abgedeckt werden. Es wäre daher keine Überraschung, wenn Unternehmen in der Branche versuchen würden, an neuen Konzepten zu arbeiten und umzusetzen.

Bildquelle: PayPal

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.