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Veröffentlicht am 27 Dez 2017

N26 in 2018: Über Bitcoin, kommende Expansionen und Metal-Kunden

Veröffentlicht am 27 Dez 2017
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N26-Gründer Valentin Stalf

N26-Gründer Valentin Stalf. Quelle: N26

In einem Interview mit dem IT Finanzmagazin hat N26-Gründer Valentin Stalf offen über die Strategie seines FinTech-Startups gesprochen. Im Zentrum steht dabei die Expansion nach Großbritannien und in die USA. Daneben wurde aber auch über den Bitcoin, die Konkurrenz und die schicke neue „Black-Metal“-Karte gesprochen. Hier alle Inhalte in der Zusammenfassung:

Der Bitcoin kommt zu N26!

Nachdem wir vor Kurzem noch berichtet hatten, dass N26 in näherer Zukunft nicht die Einführung von Bitcoin-Handel in seiner App erwägt, könnte sich das Blatt nun gewendet haben. Auf direkte Nachfrage bestätigte Stalf zumindest, dass der Handel mit Bitcoin über die N26-App im Jahr 2018 ermöglicht werden soll. Wann genau das Feature eingeführt wird, wird aus den Angaben nicht ersichtlich. Der direkte Konkurrent Revolut bietet den Service bereits jetzt für seine Nutzer an. Dies könnte auch der Grund dafür sein, warum der Stellenwert des Features noch einmal überdacht wurde.

Apple Pay kommt gut an

Den Bezahlservice Apple Pay bietet N26 nun in Frankreich, Italien, Spanien und Finnland an. In allen Ländern ließen sich offenbar gleichzeitig gestiegene Wachstumsraten bei den Neukunden verzeichnen. Außerdem hätten die Kunden öfter bargeldlos gezahlt und seltener Bargeld abgehoben. Das Smartphone sei somit mehr in den Mittelpunkt der Nutzererfahrung gerückt. Laut Stalf könne N26 den Service theoretisch schon bald in mehr Ländern anbieten, sofern Apple dies erlaubt.

Auf dem Markt ist Platz für mehr als eine Mobile Bank

Angesichts des steigenden Konkurrenzdrucks durch Apps wie Revolut und Monzo, die im Prinzip dasselbe Produkt in Form eines komplett digitalisierten Kontos anbieten, muss sich Stalf die Frage gefallen lassen, ob in einem solchen Markt überhaupt genug Platz für mehrere Anbieter sei. Seine klare Antwort: ja!

YOMO ist keine Konkurrenz

Apps wie YOMO oder Bankomo, mit denen Konten traditioneller Banken wie ein mobiles Konto à la N26 genutzt werden können, sehe Stalf nicht als bedrohliche Konkurrenz. Viel gefährlicher seien für ihn die Angebote bereits etablierter Online-Banken mit starken Marken und großen finanziellen Ressourcen.

Der US-Markt ist sehr attraktiv

Ein Markt mit 350 Millionen Nutzern ist attraktiv – das ist wenig überraschend! Interessanter ist allerdings, dass Stalf der Auffassung ist, dass Kunden in den USA mit ihren derzeit bestehenden Banking-Angeboten unzufrieden sind. Und das, obwohl die USA im Bereich FinTechs schon deutlich weiter seien als Europa. Stalf sehe große Chancen für sein Produkt in Amerika, weshalb die Expansion dorthin bereits aktiv vorbereitet wird. Das gilt allerdings auch für die Konkurrenz.

Deutlich niedrigere Kostenbasis als traditionelle Banken

Angesprochen auf den Preis für Konten speziell für Kunden mit niedriger Bonität (6 Euro im Monat + 2 Euro pro Barabhebung) mit der angeschlossenen Frage, ob dieser Betrag auch für das wirtschaftliche Angebot von Gratis-Konten nötig sei, behauptet Stalf, dass die Preise keine Rückschlüsse auf die Wirtschaftlichkeit zuließen. Die Einnahmequellen seien prinzipiell dieselben wie bei traditionellen Banken, nämlich Kredite, Investment- und Sparprodukte. Im Vergleich zu traditionellen Banken operiere N26 allerdings auf einer deutlich niedrigeren Kostenbasis.

Banking und Lifestyle verknüpfen

Das Thema Finanzen und Banking wird bisher mit dem Begriff Lifestyle kaum in Verbindung gebracht. Das möchte Stalf nun ändern. Dafür bringt N26 eine schwarze Metallkernkarte mit NFC-Funktionalität heraus (die erste mit dieser Kombination in Europa). „Metal-Kunden“ dürfen sich außerdem über Upgrades bei der Funktionalität ihrer Banking-Dienste freuen. So stünden etwa ein personalisierter Bereich in der App, ein Partnerprogramm, mehr Leistungen und ein verbesserter Kundenservice zur Verfügung.

Bildquelle: N26

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.