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Veröffentlicht am 24 Sep 2018

N26 auf dem Weg in den US-Markt

Veröffentlicht am 24 Sep 2018
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Das Berliner FinTech N26 hat durch seine Finanzdienstleistungen via Smartphone europaweit traditionellen Banken Konkurrenz gemacht und in kürzester Zeit viele Kunden gewinnen können. So zählt das Unternehmen inzwischen eine Millionen Kunden, pro Tag kommen 4000 neue hinzu. Nun plant das Unternehmen den Start in den US-Markt für Anfang 2019.

N26 Nicolas Koop

N26 Nicolas Koop, @ N26

Ursprünglich war der Markteintritt bereits für Ende 2018 vorgesehen, jedoch dauern einige Schritte länger als gedacht. Wie das Handelsblatt berichtet, verkündete USA-CEO Nicolas Kopp, dass der US-Start nun für das erste Quartal 2019 vorgesehen sei. „In den USA gibt es beispielsweise eine Earn-As-You-Spend-Kultur – Kunden wollen für die Nutzung eines Produktes mit Punkten oder dergleichen belohnt werden, was wir in dieser Form in Europa nicht haben, daher werden wir für Nutzer in den USA ein Belohnungssystem einführen, basierend auf Ausgaben-Profil und Konto-Kategorie“ erklärte Kopp und machte so deutlich, dass sich nicht alles eins zu eins von Europa in die USA übertragen lässt. Eine weitere Anpassung sei, dass das Unternehmen in den USA die App mit einer lokalen Bank zusammen anbieten möchte, anstatt eigenständig mit einer eigenen US-Banklizenz. Ganz ausgeschlossen ist eine solche nicht, jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt. In Europa verfügt N26 bereits seit Juli 2016 über eine eigene Vollbanklizenz von BaFin und EZB.

Trotz der zusätzlichen Schritte hält Kopp die Erfolgschancen seines FinTechs für gut. „In den USA gibt es keinen klaren Marktführer unter den Smartphone-Finanz-Anbietern. Das schafft Raum für jemanden wie uns“, erklärte er.

N26 im Konkurrenzkampf

Andererseits befinden sich weitere Startups auf der Zielgeraden in den US-Markt. Der wohl größte Konkurrent des Unternehmens ist der Handy-Bezahlanbieter Revolut mit fast 3 Millionen Nutzern. Das Londoner FinTech, welches sich als „digitale Banking-Alternative“ bezeichnet, ist zwar ebenfalls noch nicht in den USA gestartet, hofft aber die nächsten Monate darauf. Der CEO und Gründer Nikolay Storonsky machte deutlich, dass sie sehr nah dran seinen und bereits rund 60.000 potenzielle Kunden auf der US-Warteliste vorweisen können. So könnte es also zu einem Kopf-an-Kopf Rennen zwischen N26 und dem Londoner Konkurrenten kommen.

Kopp ist jedoch zuversichtlich: „Wir wollen die USA zu einem signifikanten Markt aufbauen, sonst würden wir gar nicht erst hierherkommen“.

Bilderquelle: N26

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Melina Uhlig
Über den Autor
Melina Uhlig ist Expertin für die aktuellen News aus der FinTech-Branche und der Start-Up-Szene. Sie arbeitet seit 2016 bei auxmoney.