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mobile payment oder bar
Veröffentlicht am 05 Feb 2019

Mobile Payment – oder doch lieber bar?

Veröffentlicht am 05 Feb 2019
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Alipay, Wechat Pay, Google Pay und Apple Pay. All diese Lösungen für mobiles Bezahlen sind vor allem in Asien längst Normalität, wir Deutschen tun uns noch etwas schwer damit. Ein Grund dafür sind die Datenschutzbestimmungen, die in Deutschland deutlich strenger sind als in anderen Ländern. Zudem stoßen viele verschiedene Anbieter auf ein relativ geringes Verbraucherinteresse. Hat Mobile Payment in Deutschland überhaupt eine Chance, sich langfristig zu etablieren?

Mit welchem Bezahlverfahren lässt sich die meiste Zeit an der Kasse einsparen?

Viele halten sicherlich die Kartenzahlung für eine schnellere Methode als die Barzahlung. Kein Wunder: Schließlich muss man nicht erst den passenden Betrag und dann das Wechselgeld mühsam abzählen. Eine Untersuchung der deutschen Bundesbank hat 2017 allerdings herausgefunden, dass die Barzahler in Wirklichkeit etwa zehn Sekunden schneller sind. Denn bei der Kartenzahlung muss noch ein PIN eingegeben oder unterschrieben werden. Damit kann der Vorgang deutlich länger dauern. Ob man mit Mobile Payment die Zeit an der Kasse noch mehr verkürzen kann, wurde in dieser Erhebung noch nicht untersucht.

Mobile Payment als Alternative?

Auch wenn sich das bargeldlose Bezahlen mit dem Smartphone in Deutschland (noch) nicht etabliert hat, zeigt eine aktuelle Umfrage, die von Bitkom und dem Bundesministerium für Justiz- und Verbraucherschutz durchgeführt wurde, dass auch die Deutschen Mobile Payment allmählich als eine Alternative zu den traditionellen Bezahlmethoden wahrnehmen.

Was ist „Mobile Payment“ überhaupt?

Das ist nicht immer leicht zu definieren. Grob gesagt fallen darunter alle Bezahldienste, die einen QR-Code oder die NCF-Technologie verwenden. NCF bedeutet „Near Field Communication“ und funktioniert über den Datenaustausch von zwei elektronischen Geräten. Man hält also beispielsweise das Smartphone vor das Kartenleseterminal im Supermarkt und kann ganz ohne PIN oder Unterschrift bezahlen. Darüber hinaus zählen aber auch sämtliche andere Arten mobiler Bezahlsysteme, wie zum Beispiel PayPal, dazu.

Ist Mobile Payment die Lösung für einen schnelleren und einfacheren Bezahlvorgang?

Aus der oben genannten Umfrage geht hervor, dass 30 Prozent der Deutschen bereits einmal Mobile Payment genutzt haben, insbesondere beim klassischen Einkauf im Supermarkt oder beim Online-Shopping. Teilweise kommt Mobile Payment auch beim Fahrkartenkauf zum Einsatz. Noch ist dieses System allerdings nicht flächendeckend verbreitet und wird nicht regelmäßig genutzt.

Viele Nutzer bewerten vor allem die Zeitersparnis und die einfache Bedienungsweise positiv. Einige Befragte bemängeln jedoch, dass das Kassenpersonal sich mit dieser Bezahlmethode nicht auskennt, was zu Problemen führt und den Prozess verlangsamt.

Die meisten Kritiker nennen als Gründe Sicherheitsbedenken in Bezug auf den Datenschutz und halten Mobile Payment für zu kompliziert und zu zeitaufwendig. Auch das generelle Wissen, dass mobiles Bezahlen überhaupt möglich ist, fehlt noch bei vielen Leuten.

Ein Blick auf die zukünftigen Entwicklungen

Trotz aller Kritik und Probleme zeigt die Umfrage auch, dass sich knapp die Hälfte der Befragten Bezahlen ohne Bargeld dauerhaft vorstellen kann. Nur 17 Prozent sind der Ansicht, dass Bargeld auch in 20 Jahren noch eine beherrschende Rolle spielen wird. Der Trend geht also eher weg vom Bargeld, was wiederum für die langfristige Durchsetzung von Mobile Payment sprechen könnte.

Bildquelle: © Sparkasse

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Michelle Kämpfer
Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.