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Veröffentlicht am 27 Jul 2017

Mit Groupify gemeinsam Online-Shoppen

Veröffentlicht am 27 Jul 2017
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Zusammen zum Shoppen in die Stadt fahren, das ist beinahe schon Standard geworden. Selten ergreift man alleine die Initiative, viel häufiger verabredet man sich doch mit Freundinnen und Freunden um gemeinsam durch die Einkaufsstraßen zu flanieren. Gleichzeitig bleiben aber auch immer Menschen einfach ganz zuhause, klicken sich durch die zahlreichen Seiten diverser Onlineshops, bestellen Artikel, schicken die Hälfte wieder zurück und shoppen ganz einfach von zuhause aus. Diese beiden Trends will Alex von Harsdorf nun zusammenführen, er ist der Gründer und CEO vom deutschen Start-Up Groupify.

Das Start-Up in der ersten Ausbauphase

Soweit zu mindestens die Theorie, denn nach der Gründung im Jahr 2015 ist Groupify seit Anfang dieses Jahres in einer Beta Version, seit Anfang Juli mit dem Service „Groupify Bookings“ online. Vor erst funktioniert das gemeinsame Onlineshoppen also nur für die Buchung von Konzert- und Festivaltickets. In dieser Branche macht sich Groupify, das nach eigenen Angaben noch keinen Cent für Marketing ausgegeben hat, aber schon einen Namen. Für viele deutsche Festivals, sowie die Touren von einigen Künstlern, darunter die der US-Sängerin Katy Perry, ist eine Buchung über Groupify verfügbar. Bei den Konzerten von Frau Perry beispielsweise, kann man so ganze 9 Euro sparen.

Das Konzept bietet Vorteile für Anbieter und Kunden

Sparen – das ist der Hauptanreiz für den Kunden um seine Artikel oder Konzertkarten zukünftig über Groupify zu buchen. Die Rechnung ist einfach, wenn mehr Leute mehr Artikel kaufen, gibt es größere Rabatte. Doch was springt für den Anbieter dabei heraus? Eine einfachere Kundenakquise gibt es nicht. Denn bei Groupify wird man von seinen Freunden zum Shoppen eingeladen, formt so eine Gruppe und gibt Geld aus. Ausgehend von einem Kunden, der seine Freunde einlädt, gewinnt der jeweilige Onlineshop so viele weitere Käufer – durch die einfachste Form von Werbung die man sich vorstellen kann. Der Shop gewinnt trotz der gemeinsamen Shoppinggruppe aber einen vollwertigen Kunden, samt Datensätzen von Klick- und Shoppingverhalten, die für das eigene Marketing sehr wichtig sind. Im Gegensatz zur herkömmlichen „Sammelbestellung“, bei der ein Kunde einen Warenkorb für seine Freunde mit füllt, wählt bei Groupify jeder Shopper seine Waren selbst aus, am Ende kann auch einzeln abgerechnet werden.

Groupify steht noch auf eigenen Beinen

Sowohl für den Kunden, als auch für den Onlineshop bietet Groupify also einige Vorteile. Doch wie sieht es mit der eigenen Wirtschaftlichkeit aus? Im Ticketbereich verdient Groupify an einer transaktionsbasierten Provision von jedem Ticketverkauf. Für die angestrebte Plattform im E-Commerce soll es voraussichtlich eine fixe monatliche Gebühr für eine bestimmte Anzahl an Buchungen geben. Bislang hat Gründer Alex von Harsdorf sein Start-Up komplett aus der eigenen Tasche finanziert, allerdings auch noch kein Geld für Marketing oder Ähnliches ausgegeben. Zwar betreibt der Gründer sein Unternehmen mittlerweile in Vollzeit, finanziert seinen Lebensunterhalt aber noch über seinen gelernten Job als Musikmanager. Am Ende dieses Jahres will Alex von Harsdorf von seinem Start-Up Leben können, dafür ist aber noch ein gewisses Wachstum notwendig. Bisher lebte Groupify von seiner Viralität, ob das allerdings für den großen Durchbruch reicht ist fraglich. Daher will das Unternehmen nun auch erstmals auf Investoren zugehen und sehen, ob eine attraktive Zusammenarbeit zustande kommt.

Große Möglichkeiten

Es fällt schwer sich vorzustellen, welchen Weg Groupify einschlagen kann, wenn ihnen eine größere Summe an Kapital zur Verfügung gestellt wird. Was Alex von Harsdorf allein mit seinem Eigenkapital, ohne kostenpflichtiges Marketing auf die Beine gestellt hat, ist beachtlich. Seine Idee bietet ausschließlich Vorteile und könnte schon bald eine ernstzunehmende Alternative auf dem Onlineshoppingmarkt sein. Ein wenig Hilfe von finanzstarken Investoren braucht der Gründer auf dem Weg zu seinen ambitionierten Zielen dann aber doch noch.

Bildquelle: shutterstock.com

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Melina Uhlig
Über den Autor
Melina Uhlig ist Expertin für die aktuellen News aus der FinTech-Branche und der Start-Up-Szene. Sie arbeitet seit 2016 bei auxmoney.