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Veröffentlicht am 08 Okt 2018

Mehr Geld für europäische Start-ups

Veröffentlicht am 08 Okt 2018
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Das ist absoluter Rekord, denn niemals zuvor wurde in europäische Start-ups so viel Kapital investiert wie 2018. In absoluten Zahlen bedeutet das 10,2 Milliarden Euro für das erste Halbjahr 2018 in insgesamt 1.995 Finanzierungsrunden. Das sind die Ergebnisse des Start-up-Barometers der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young).

Interessant dabei ist, dass trotz des bevorstehenden Brexits vor allem britische Jungunternehmen bei den Kapitalgebern beliebt sind. Insgesamt 3,1 Milliarden Euro flossen in Unternehmen auf die Insel. Deutschland liegt dabei mit 2,4 Milliarden Euro auf dem zweiten Rang, dicht gefolgt von Frankreich mit knapp 2,0 Milliarden Euro.

Unterschiede in den Start-up-Szenen

„Der Aufwärtstrend bei den Risikokapitalfinanzierungen hielt auch im ersten Halbjahr an“, stellt Peter Lennartz, Partner bei EY, fest. „Immer mehr Jungunternehmen erhalten frisches Kapital, die Investitionsbereitschaft der Kapitalgeber bleibt hoch und zunehmend werden auch sehr hohe Summen investiert “. Die Zahl der Finanzierungen mit einem Volumen von 100 Millionen Euro und mehr kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum von zehn auf zwölf.

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„Das europäische Start-up-Ökosystem gewinnt weiter an Stärke“, so Hubert Barth, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY in Deutschland, „wobei die drei Top-Standorte Großbritannien, Deutschland und Frankreich mit den Hot-Spots London, Berlin und Paris nach wie vor deutlich vor den übrigen europäischen Ländern bzw. Metropolen rangieren“.
Dabei sieht Lennartz auffallende Unterschiede gerade zwischen der britischen und der deutschen Start-up-Szene: „In Deutschland fließt weiter besonders viel Geld in E-Commerce-Geschäftsmodelle, während in Großbritannien vor allem junge FinTech- und andere Technologie-Unternehmen hohe Summen erhalten“. So war der größte Deal des ersten Halbjahres die Investition von Softbank in das Berliner Online-Gebrauchtwagen-Start-up Auto1 (460 Millionen Euro), die drittgrößte Transaktion war der Börsengang des Berliner Online-Möbelhändlers Home24 (172 Millionen Euro). Auf der anderen Seite des Kanals flossen die höchsten Summen hingegen in zwei FinTechs: Revolut (207 Millionen Euro) und die Atom Bank (169 Millionen Euro).

Die Studie beruht auf einer Analyse der Investitionen in europäische Start-ups. Berücksichtigt werden dabei nur Unternehmen, deren Gründung höchstens zehn Jahre zurückliegt.

Bildquellen: Shutterstock.com, Start-up-Barometer Europa

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Markus Kosmalla
Über den Autor
Markus Kosmalla berichtet vornehmlich aus der Welt der Firmen & Finanzen. Seine weiteren Schwerpunkte liegen bei Ratgeber-Themen wie auch Produkttests.