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Landesregierung Startup Gründung
Veröffentlicht am 22 Sep 2017

Landesregierung NRW will Gründer mehr unterstützen

Veröffentlicht am 22 Sep 2017
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Nordrhein-Westfalen soll zu einem attraktiveren Standort für Startups werden. Dazu möchte die Landesregierungen verschiedene Verbesserungen in die Wege leiten, die das Gründen erleichtern sollen.

„Unternehmerischen Nachwuchs fördern, nicht behindern“

Gründer spielen eine wichtige Rolle für die Zukunftsfähigkeit einer gesamten Volkswirtschaft. Sie haben Einfluss auf Wachstum und Beschäftigung und unterstützen durch die Einführung von neuen Dienstleistungen oder Produkten den technologischen und strukturellen Wandel. Der Beschäftigungsrekord auf dem Arbeitsmarkt sorgt jedoch seit Jahren für eine Talfahrt der Gründerquote, was auch die Landesregierung NRW mit Sorge betrachtet. Deswegen soll der Standort Nordrhein-Westfalen nun für Gründer und Startups attraktiver gemacht werden.

Um zu wissen, welche Unterstützung sich angehende Unternehmer wünschen führte das Wirtschaftsministerium eine Online-Befragung durch in der sie Gründer und Gründungsinteressierte um Vorschläge und Anregungen bat. Die 230 Eingaben der 125 Teilnehmer betrafen größtenteils die Förderung und Finanzierung der Gründung (27 Prozent). 21 Prozent der Eingaben bezogen sich auf die bürokratischen Hürden bei der Steuer und 17 Prozent auf die Meldepflichten. Außerdem wünschen sich viele Gründer mehr gebündelte und kostenlose Informationsangebote.

„Wir sind dankbar für die zahlreichen und kreativen Hinweise, wie die Landesregierung den Gang in die Selbstständigkeit beschleunigen und digitaler gestalten kann. Viele der Anregungen wollen wir in den kommenden Monaten im zweiten Entfesselungspaket und mit weiteren Maßnahmen in die Tat umsetzen. Wir wollen die wirtschaftlichen Kräfte entfesseln und Nordrhein-Westfalen zum attraktivsten Standort für Gründerinnen und Gründer machen. Damit innovative Ideen in die Tat umgesetzt werden, soll der Staat den unternehmerischen Nachwuchs fördern, nicht behindern.“

– Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart in der Pressemitteilung vom 21.09.17

Gründen soll einfacher, digitaler und schneller werden

Im August wurde bereits ein erstes Entfesselungspaket beschlossen, das eine Vereinfachung der Gewerbeanmeldung beinhaltet. Neben den Gewerbeämtern können jetzt auch Industrie- und Handelskammern, sowie Handwerkskammern, vollelektronische Gewerbeanmeldungen annehmen und weiterleiten – Ein erster Schritt zur Vereinfachung und Beschleunigung von Unternehmensgründungen. Weitere Maßnahmen sollen mit dem Entfesselungspaket II, welches am 23. November beim Gründergipfel vorgestellt wird, folgen.

Das neue Paket umfasst die Vereinfachung von vielen relevanten Verfahren, von Förderanträgen bis zur Steueranmeldung. Zur Entbürokratisierung führt das Wirtschafts- und Digitalministerium Gespräche mit allen beteiligten Stellen auf Landes- und Bundesebene. Außerdem soll dem Wunsch der Gründer und Gründungsinteressierten nach mehr kostenfreien Informations- und Beratungsangeboten nachgekommen werden. Bestehende Gründungseinrichtungen, wie beispielsweise STARTERCENTER NRW, sollen zu Allround-Anlaufstellen ausgebaut werden, deren Service auch außerhalb der normalen Arbeitszeiten zur Verfügung steht. Diese „First-Stop-Shops“ sollen alle gründungsrelevanten Beratungsangebote und Informationen bündeln. Dem größten Wunsch nach mehr Finanzierungsangeboten und besserer Gründungsförderung will das Land mit dem „Gründer-Stipendium NRW“ gerecht werden. Ab voraussichtlich Sommer 2018 sollen 1.000 Gründer das Stipendium erhalten, welches eine monatliche Unterstützung von 1.000 Euro vorsieht.

Bildquellen: https://de.statista.com/infografik/5871/unternehmensgruendungen-und-anzahl-gruender/
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Melina Uhlig
Über den Autor
Melina Uhlig ist Expertin für die aktuellen News aus der FinTech-Branche und der Start-Up-Szene. Sie arbeitet seit 2016 bei auxmoney.