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ICOs und Blockchain - Ideen für die Zukunft?
Veröffentlicht am 09 Jan 2018

Kryptowährungen in 2017: Ein Rückblick (Teil 3)

Veröffentlicht am 09 Jan 2018
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2017 – Jahr der Kryptowährungen. Die Kurse stiegen sprunghaft, die Zahl der Anhänger folgte. Inzwischen hat wohl jeder von Kryptowährungen gehört, was es genau damit auf sich hat und was genau dahinter steht, ist vielen dennoch nicht klar. Auch wenn es um Entwicklungen und Hintergründe geht, können nur die wenigsten mitreden. Genau hier soll der folgende Rückblick ansetzen, um im Dickicht der Meldungen einen Überblick zu ermöglichen.

Was genau sind die Lehren, Ereignisse, Entwicklungen und Probleme, die uns aus dem Krypto-Jahr 2017 in Erinnerung bleiben werden?

Teil 1: Das Jahr der Riesenkurszuwächse – Mit Bitcoin zum Millionär?
Teil 2: Der Bitcoin geht an die Börse und der Beginn staatlicher Regulierung
Teil 3: ICOs und Blockchain – Ideen für die Zukunft?

ICOs – Strohfeuer oder zukunftsträchtige Finanzierungslösung für Startups?

2017 war auch das Jahr der ICO. Die „Initial Coin Offerings“ spülten Startups Millionenbeträge in die Kasse. Insgesamt belief sich das Finanzierungsvolumen auf über 3 Milliarden US-Dollar. Bei ICOs werden sogenannte „Tokens“ eines Unternehmens verkauft, die im Prinzip wie eine Kryptowährung funktionieren und für vom Unternehmen angebotene Dienste verwendet werden kann. Der Wert eines Tokens ist also eng mit dem Wert des Unternehmens verknüpft.

Aus Anlegersicht geben ICOs auch Privatpersonen eine sehr einfache Möglichkeit, in junge Startups ohne Umwege zu investieren. Startups kommen auf der anderen Seite sehr einfach an frisches Kapital, ohne dafür Unternehmensanteile oder hohe Zinszahlungen abtreten zu müssen. So gesehen scheinen die Tokens eine wahre Win-win-Situation zu sein. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass das Risiko eines Startups, zu scheitern, vor allem in der Anfangsphase sehr hoch ist. Wer in ein ICO investiert hat, bleibt schnell auf einem Totalverlust sitzen, denn nach dem Pleitegang des ausgebenden Unternehmens sind die ausgegebenen Tokens praktisch nichts mehr wert.
Trotz dieses hohen Risikos und eindringlicher Expertenwarnungen brechen ICOs am laufenden Band neue Rekorde. Ob sich das Modell insgesamt durchsetzt, bleibt jedoch abzuwarten.

Die Blockchain wird zum Innovationsmotor – Eine Technologie für die Industrie der Zukunft?

Liest man sich Expertenmeinungen zum Bitcoin durch, könnten die Urteile nicht unterschiedlicher ausfallen. Während einige das Platzen der Blase und das Zurückfallen von Kryptowährungen in die Obskurität prophezeien, sehen andere eine große Zukunft in der Technologie. Unabhängig davon, was am Ende tatsächlich zutrifft, wird sich ein Aspekt wohl definitiv auf lange Sicht durchsetzen: die Blockchain sowie alle anderen technologischen Entwicklungen, die auf ihr basieren.

Das Prinzip Blockchain

Eine Blockchain ist die Grundlage fast aller Kryptowährungen. Sie enthält alle Transaktionen, die jemals mit der entsprechenden Währung durchgeführt wurden und speichert sie für die Ewigkeit. Jeder Nutzer, der einen Coin oder einen Teil davon besitzt, besitzt gleichzeitig die gesamte Blockchain und alle auf ihr gespeicherten Informationen, die zum Zeitpunkt des Erstehens aktuell waren. Jede neue Transaktion wird dabei zum neuesten Block hinzugefügt. Damit eine Transaktion erfolgreich durchgeführt werden kann, muss die Blockchain synchronisiert werden, was nachträgliches Fälschen oder Löschen von Information auf der Blockchain ausschließt. Tatsächlich können in der Blockchain auch andere Informationen festgehalten werden, die mit der reinen Transaktion nichts zu tun haben. Und genau das macht sie für technische Anwendungen so interessant.

Künftig ein Teil des Alltags?

Dubai

Dubai von oben. Foto: Simon Bierwald

Die Anwendungsbeispiele für den Bitcoin sind extrem vielfältig. Ein großer Vorreiter bei der technischen Integration für „alltägliche“ Belange ist Dubai. Die Stadt arbeitet derzeit daran, ihre gesamte öffentliche Verwaltung über die Blockchain abzuwickeln. Auch die Industrie interessiert sich zunehmend für das Thema. So könnten mit weiterentwickelten Versionen der Blockchain künftig industrielle Prozesse gesteuert und nachgehalten werden. Gerade die Aussicht, im Zeitalter des „Internets der Dinge“ Zahlungen und ähnliche Vorgänge, die eine Verifizierung benötigen, automatisiert über die Blockchain ablaufen zu lassen, erscheint höchst interessant.

So ist auch das Investment namhafter Tech-Konzerne zu erklären, wie erst kürzlich das der Robert Bosch VC in die Kryptowährung IOTA. Eine wirkliche Integration in den Alltag ist Kryptowährungen bzw. der Blockchain in 2017 nicht geglückt und es wird wahrscheinlich noch eine ganze Zeit dauern, bis dies der Fall ist. Nichtsdestotrotz wird die künftige Entwicklung sehr spannend zu beobachten sein. Und wer weiß: Vielleicht können wir uns schon bald keine Welt mehr ohne Blockchain vorstellen.

Bildquelle: shutterstock.com

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.