auxmoney Finanzpilot

Das Magazin für FinTech- & Finanznews

Gelingt mithilfe institutioneller Anleger dem Bitcoin der Sprung in den Mainstream?
Veröffentlicht am 25 Apr 2018

Kryptohandel 2018 bei jeder fünften Finanzinstitution auf der Agenda?

Veröffentlicht am 25 Apr 2018
Von:
Kommentare: Aus

Wie eine Umfrage von Thomson Reuters ergab, denken inzwischen 20 Prozent aller befragten Finanz-Firmen über einen Einstieg in den Handel mit Kryptowährungen noch in 2018 nach. Ist dies ein Hinweis darauf, dass Kryptowährungen wie dem Bitcoin schon bald der Sprung in den Mainstream blüht?

Handel mit Kryptowährungen in 2018 offenbar großes Thema für finanzielle Institutionen

Die Ergebnisse der Umfrage von Thomson Reuters weisen auf, dass das Thema Kryptohandel im Speziellen und Kryptowährungen im Allgemeinen bei vielen Unternehmen aus dem Bereich der Finanzdienstleistungen trotz des etwas abflauenden Hypes konkreter als je zuvor ins Blickfeld gerückt ist. Glaubt man den Zahlen, nach denen 20 Prozent aller befragten Unternehmen den Einstieg in den Handel mit Kryptowährungen innerhalb der nächsten 12 Monate planen, könnten sich die Finanzwelt und vor allem der Kryptomarkt schon in naher Zukunft stark verändern, zumal den Angaben nach mehr als zwei Drittel dieser 20 Prozent schon in den nächsten drei bis sechs Monaten aktiv werden wollen.

Nicht zuletzt aufgrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus sind alternative Anlageobjekte attraktiv wie selten. Die hohe Volatilität des Kryptomarktes und das damit verbundene hohe Risiko sowie Unklarheiten in Bezug auf die Regulierung von Kryptowährungen hatten institutionelle Anleger bisher jedoch abgeschreckt, doch die Umfrage legt nahe, dass sich dieses Bild bald ändern könnte. Denkbar ist auch, dass der Einstieg einer ersten größeren Finanzinstitution aufgrund einer wahrgenommenen Legitimation eine große Signalwirkung hat. Dies betrifft nicht nur Trading-Firmen, sondern auch andere große institutionelle Anleger wie etwa Versicherungsgesellschaften.

Ergebnisse der Umfrage sind kritisch zu hinterfragen

„Kryptowährungen sind immer noch ein relativ kleiner Teil des Trading-Markts, aber diese Umfrage zeigt an, dass dieses Nischensegment sich anschickt, in den Mainstream der Finanzdienstleistungsindustrie einzusteigen. Dies stellt eine starke Veränderung zu letztem Jahr dar“, sagt Neill Penney, Vizeleiter des Trading Segments von Thomson Reuters. Weiterhin sei bei Unternehmen der Bedarf derzeit vor allem im Bereich der News- und Datenbeschaffung zu finden, da sie diese benötigten, um qualifizierte Trading-Entscheidungen fällen zu können.

Die Umfrage und die aus ihr gezogenen Ergebnisse sollten jedoch kritisch hinterfragt werden. So wird die Methodologie der Umfrage nur in begrenztem Umfang wiedergegeben, was sich etwa in dem Fakt wiederspiegelt, dass nicht näher darauf eingegangen wird, unter welchen Unternehmen sie geführt wurde. Geschrieben wird lediglich, dass es sich um mehr als 400 Kunden von Thomson Reuters handelt. Auch die einzelnen Fragestellungen werden nicht wiedergegeben. Hinzu kommt, dass offenbar auch ein finanzielles Interesse von Thomson Reuters selbst hinter der Umfrage steht, denn das Unternehmen kündigte im Rahmen der Pressemitteilung gleichzeitig an, künftig verstärkt Lösungen im Bereich des Krypto-Tradings anzubieten.

Bitcoin & Co. legen Kursrally hin

Der Kryptomarkt selbst befindet sich ungeachtet der Umfrage derzeit wieder in einer starken Aufwärtsbewegung. Seit etwa einer Woche geht der Bitcoin-Kurs wie auch die Kurse von Ethereum & Co. beinahe konstant nach oben und nähern sich damit wieder langsam dem Niveau des Jahresanfangs an. Der Bitcoin, gewissermaßen die Leitwährung unter den virtuellen Währungen, notiert zu Stunde zwischen 9000 und 10000 Dollar. Dieser Wert war zuletzt Mitte März erreicht worden. Bei vielen anderen Kryptowährungen sieht die Entwicklung ähnlich aus. Wie schon in den Monaten zuvor beobachtet bewegt sich der Markt damit wieder mit beeindruckender Geschlossenheit. Allerdings ist es weiterhin schwer, aus der derzeitigen Entwicklung auf die Zukunft zu schließen. Meldungen wie die heutige könnten jedoch einen Beitrag dazu leisten, den Bitcoin und andere Kryptowährungen langfristig zu stabilisieren, vor allem dann, wenn institutionelle Anleger tatsächlich anfangen, selbst zu investieren. Eine Garantie dafür gibt es jedoch selbstverständlich nicht.

Bildquelle: Shutterstock

auxmoney Banner
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.