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Der New Yorker Generalstaatsanwalt Schneiderman setzt Kryptobörsen unter Druck
Veröffentlicht am 18 Apr 2018

Kryptobörsen unter Druck: Generalstaatsanwalt drängt auf Transparenz

Veröffentlicht am 18 Apr 2018
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Der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats New York, Eric Schneiderman, übt mit einem Brief Druck auf 13 Kryptobörsen auf, für mehr Transparenz zu sorgen. Die Reaktion des Marktes fällt dabei ambivalent aus.

Fragebogen mit 32 Fragen an 13 Kryptobörsen verschickt

Konkret wurde ein Brief mit einer Aufforderung zu einer detaillierten Stellungnahme zu verschiedenen Punkten an 13 Kryptobörsen verschickt. Die Fragen zielen dabei darauf ab, herauszufinden, wie das Unternehmen strukturiert ist, wie mit Kundendaten umgegangen wird und auf welchen technischen Grundlagen das Geschäft basiert. Der Fokus liegt dabei auf dem Schutz von Anlegern und der Rechenschaftspflicht für Maßnahmen gegen Geldwäsche. „Aufgrund des wachsenden Kryptomarktes haben Verbraucher in New York und im ganzen Land das Recht auf Transparenz und eine Rechenschaftspflicht, wenn sie ihr Geld investieren. Allerdings haben Verbraucher zu oft keinen Zugriff auf die elementaren Fakten, die sie brauchen, um die Fairness, die Integrität und die Sicherheit dieser Handelsplattformen einschätzen zu können.“

Die insgesamt 34 Fragen können dabei auf der offiziellen Webseite der Generalstaatsanwaltschaft von New York ebenso offen eingesehen werden wie der restliche Inhalt der Briefe sowie die Ziele hinter diesem. Die 13 Kryptobörsen werden ebenfalls namentlich genannt, es handelt sich um: GDAX, Gemini, bitFlyer USA, Bitfinex, Bitstamp USA, Kraken, Bittrex, Poloniex, Binance, Tidex, Gate.io, itBit Trust Company und Huobi.Pro. Ihnen wird bis zum 1. Mai Zeit gegeben, auf das Schreiben zu antworten.

Ergebnisse sollen veröffentlicht werden

Auf der Webseite kündigt das Büro von Schneiderman an, die Antworten der Kryptobörsen zu analysieren und das Ergebnis zu veröffentlichen. Schneiderman gilt als „aktiver“ Generalstaatsanwalt, der sich aktiv um das Lösen von (wahrgenommenen) Problemen bemüht. Der Staat New York geht innerhalb der USA schon jetzt am stringentesten mit dem Thema Kryptowährung um, so müssen Firmen, die im Staat Geschäfte mit virtuellen Währungen machen wollen, eine spezielle Lizenz (BitLicense) erwerben, die Unternehmen einige Hürden setzt. In der Folge hatten viele Krypto-Unternehmen ihren Sitz aus New York an einen anderen Ort verlegt. Noch ist jedoch nicht abzusehen, ob die Untersuchung rechtliche Konsequenzen haben wird. Sollten die Ergebnisse tatsächlich veröffentlicht werden, könnte dies jedoch auch davon unabhängig Folgen für das globale Geschäft der angeschriebenen Kryptobörsen haben.

Unschlüssige Reaktion des Markts

Die Reaktion des Marktes auf die Maßnahmen von Schneiderman können als ambivalent bezeichnet werden. Während einige eingefleischte Kryptofans, die die Unabhängigkeit von Kryptowährungen von staatlichen Stellen stark schätzen, skeptisch sind, sehen viele andere Marktteilnehmer und -beobachter die Idee positiv. Auf Anfrage von Coindesk haben sich auch einige betroffene Kryptobörsen geäußert. Die meisten Unternehmen kündigten dabei eine umfassende Zusammenarbeit mit Schneiderman an.

Das Thema Regulierung von Kryptowährungen wird derzeit generell rege diskutiert. So denkt die SEC derzeit offen über die Regulierung von ICOs nach. Mit Coinbase, die hinter GDAX stehen, gibt es zudem schon eine Krypto-Handelsplattform, die mit einer Brokerage-Registrierung unter der SEC in Verbindung gebracht wird. Weiterhin gibt es auch internationale Bestrebungen zum Aufbau eines globalen Regulierungsstandards, der etwa für den G20-Gipfel 2018 im Gespräch ist.

Die Kryptokurse reagierten indes im ersten Moment geschockt von der Ankündigung der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft. In den Minuten nach der Veröffentlichung sackte etwa der Bitcoin-Kurs um mehrere hundert Dollar ab, mittlerweile wurde dieser Verlust aber wieder aufgefangen. Derzeit sind kaum noch messbare Effekte festzustellen, wobei sich dies im weiteren Verlauf der angekündigten Maßnahmen ändern kann.

Bildquelle: Shutterstock

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Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.