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530 Millionen Dollar in NEM von CoinCheck gestohlen
Veröffentlicht am 29 Jan 2018

Kryptobörse CoinCheck: 530 Millionen US-Dollar in NEM gestohlen

Veröffentlicht am 29 Jan 2018
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Von der japanischen Krypto-Handelsplattform CoinCheck wurden NEM-Coins (XEM) im Wert von 530 Millionen US-Dollar gestohlen. Anleger sollen für den Schaden entschädigt werden. Das offizielle Statement der Betreiber weist dabei auf gravierende Mängel bei den Sicherheitsmaßnahmen für Einlagen hin. Auf den Bitcoin-Kurs hat der Vorfall erstaunlich wenig Einfluss.

530 Millionen Dollar in NEM von Hot Wallet gestohlen – Entschädigung angekündigt

Wie die Betreiber auf einer offiziellen Pressekonferenz angaben, wurden alle NEM-Coins bzw. XEM, die Nutzer bei CoinCheck beließen, auf einer sogenannten „Hot Wallet“ gelagert. Eine Hot Wallet ist mit dem Internet verbunden und erlaubt so sehr schnelle Transfers von Einlagen. Normalerweise liegt auf Handelsplattformen jedoch nur ein sehr kleiner Teil des Kapitals auf diesen ans Internet angebundenen Speichern, während der größte Teil auf sogenannten „Cold Wallets“ liegt, also Speichermedien, die nicht mit dem Internet verbunden sind. Damit soll vor allem der Schaden bei Angriffen durch Hacker gering gehalten werden. CoinCheck wendete diese gängige Praxis aber offensichtlich nicht an, angeblich sei es für die Betreiber „schwierig gewesen, die Cold Wallets zu managen“. In der Folge konnte der gesamte Bestand an XEM durch Hacker in einem Schlag von den Konten der Plattform abgezogen werden.

Immerhin werden Nutzer von CoinCheck, die von dem Raubzug betroffen sind, aber wohl entschädigt. Die Plattform selbst kündigte die Zahlung von etwas über 88 Yen pro gestohlenem XEM an alle betroffenen Konten an.

NEM.io Foundation kündigt Hilfe an

Inzwischen hat sich auch die NEM.io Foundation, die Stiftung hinter dem NEM-Netzwerk, zu den Vorfällen geäußert. In einer offiziellen Stellungnahme ließ die Stiftung verlauten, dass sie derzeit verschiedene Wege analysiere, wie sie Anlegern mit der Situation helfen kann. Dabei arbeite die NEM.io Foundation auch mit anderen Handelsplattformen zusammen. Auf eine genaue Beschreibung der möglichen Maßnahmen ging die Stiftung allerdings nicht ein.

Schon innerhalb kurzer Zeit soll dabei ein Tagging-System eingeführt werden, mit der gestohlene XEM im Netzwerk markiert werden können. Vize-Präsident Jeff McDonald weißt außerdem darauf hin, dass alle illegal angeeigneten XEM im Netzwerk eindeutig lokalisiert werden können. Bisher sei nicht versucht worden, die NEM-Coins auf ein anderes Konto oder eine Handelsplattform zu verschieben.

Überraschend wenig Auswirkung auf die Kurse – NEO steigt rasant

Trotz der Hiobsbotschaft aus Japan verhalten sich die Krypto-Kurse erstaunlich ruhig. Die letzten Tage ging es insgesamt betrachtet leicht nach oben ohne große Ausschläge. Der NEM-Kurs wurde von der Ankündigung erst hart getroffen, erholte sich jedoch nach den Ankündigungen von CoinCheck und der NEM.io Foundation aber wieder und liegt nun wieder auf dem Niveau von vor den Ereignissen. Die Kryptowährung, die derzeit besonders auffällt, ist NEO. Hier geht die Kurve der letzten Tage eindeutig nach oben. Der Aufstieg Ethereums vom Anfang des Wochenende ist mittlerweile wieder abgeflacht, aber zumindest die Gewinne konnte die zweitgrößte Kryptowährung bisher verteidigen. Der Bitcoin schafft es derweil auch weiter nicht, sich von dem Grundniveau um 11.000 Dollar langfristig zu entfernen.

Bildquelle: shutterstock.com

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.