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Veröffentlicht am 18 Jan 2018

Der Krypto-Kurscheck: Es geht wieder aufwärts – vorerst!

Veröffentlicht am 18 Jan 2018
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Die Kurs-Analyse des heutigen Tages: Wer sind die Gewinner und Verlierer? Wie geht es den Kryptowährungen insgesamt?

Nein, die Blase ist nicht geplatzt!

Marktkapitalisierung bricht ein

Quelle: Coinmarketcap

„FUD“, das steht für „Fear, Uncertainty and Doubt“. Oder auf Deutsch: Angst, Unsicherheit und Zweifel. Wer sich in eingängigen Krypto-Foren bewegt, trifft derzeit sehr häufig auf das Akronym. Die „FUD“ ist in den letzten zwei Tagen nämlich eskaliert und hatte für eine der größten Korrekturen auf dem Kryptomarkt in den letzten Wochen gesorgt. Insgesamt ist der dadurch angerichtete Wertverlust schwer in Zahlen zu fassen. Geht es nach der Marktkapitalisierung, so haben die größten Währungen Stand jetzt durchschnittlich deutlich über 20 Prozent an Wert verloren, an den Tiefstständen zum Teil deutlich mehr. Die Marktkapitalisierung des gesamten Marktes ist am tiefsten Punkt sogar um über 40 Prozent eingebrochen.

Mittlerweile scheint zumindest ein weiterer Absturz vorerst gestoppt, es grünt wieder im 24-Stunden-Vergleich. Teilweise liegen die Gewinne sogar im hohen zweistelligen Bereich. Allerdings schien es schon gestern um diese Zeit zu einer Stabilisierung gekommen zu sein – danach rauschte es wieder zünftig nach unten. Einen wirklich triftigen Grund dafür, anzunehmen, dass es nicht auch weiter kurzfristig zu Einbrüchen kommt, gibt es nicht. Die „FUD“ ist immer noch da und womöglich sogar größer als zuvor. Die Volatilität wird damit ebenfalls stärker, was man in den Kurskurven auch heute sehr eindeutig sieht. Dies sind die Schattenseiten dezentraler Währungen, deren Wert zumindest im Moment noch zum allergrößten Teil durch das pure Vertrauen ihrer Anleger generiert wird.

Ja, die Angst ist noch da!

Krypto-Kurscheck 18.1.18

Quelle: Coinmarketcap

Auf die größten Verursacher der allgemeinen Unruhe am Markt, China und Südkorea, sind wir bereits in unserem gestrigen Artikel eingegangen. Sonderlich viel hat sich an der Situation in beiden Ländern nicht geändert. Es gibt eigentlich eher noch weiteren Grund zur Verunsicherung, nachdem Südkorea nun seinen Soldaten den Zugang zu Krypto-Plattformen gesperrt hat. Der Grund: Dem Verfall der Truppenmoral vorbeugen.

Ist dies ein Zeichen dafür, dass die Maßnahme bald alle Einwohner des Landes betreffen wird? Die Antwort ist nicht eindeutig, und genau das schürt weitere Ängste. Hinzu kommt eine kleinere Meldung, dass Portugal künftig Gewinne durch Krypto-Handel wie reguläre Finanztransaktionsgewinne versteuern will. Für den Markt insgesamt wäre der messbare Effekt wohl eigentlich kaum messbar, aber Meldungen wie diese wecken sicherlich Sorgen, dass es künftig auch in anderen westlichen Ländern schwerer wird, so unreguliert mit Kryptowährungen zu handeln wie bisher.

Viel mehr als eine Blase

Angesichts der sehr volatilen Kurse und der immer noch riesigen Wertgewinne, die viele Kryptowährungen in den letzten 12 Monaten eingefahren haben, liegt der Verdacht nahe, dass es sich tatsächlich um eine Blase handelt, wie es auch viele Beobachter aus der Finanzbranche sehen. Es ist dabei sehr wahrscheinlich, dass die Kurse vieler Kryptowährungen durch den jüngsten Hype künstlich aufgebläht sind. Angesichts dessen ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis es zu einer großen Korrektur kommt. Allerdings sollte man daraus nicht automatisch herleiten, dass der Krypto-Markt insgesamt keine Zukunft hat und grundlegend auf Luft gebaut ist. Die Tatsache, dass die Blockchain-Technologie zunehmend in technische Anwendungen einfließt, spricht dafür, dass es in Zukunft ganz ohne Krypto nicht gehen wird.

Meldungen wie die von der neuen KodakOne-Plattform von Kodak, der Blockchain-Verwaltung in Dubai oder nun ganz neu vom Joint Venture von IBM und Maersk, welches eine Abwicklung des globalen Handels über die Blockchain ermöglichen soll, sprechen eindeutig dafür, dass die Blockchain ein Konzept ist, das sich auf lange Sicht durchsetzen wird. Das Schicksal einzelner Coins ist damit aber natürlich nicht gesichert. Allerdings ist es wichtig, zwischen den einzelnen Währungen, ihren technologischen Grundlagen und Anwendungszwecken zu unterscheiden. Das ist gerade für langfristige Anlagen wichtig, die nicht nur vom Hype profitieren sollen.

Bildquelle: shutterstock.com

Gewinner des Tages (Top 20): Tron (TRX)

Gewinner des Tages: Tron (TRX)

Quelle: Coinmarketcap

Verlierer des Tages (Top 100): Neblio (NEBL)

Verlierer des Tages: Neblio (NEBL)

Quelle: Coinmarketcap

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.