auxmoney Finanzpilot

Das Magazin für FinTech- & Finanznews

Der Krypto-Kurscheck: Stabilisierung nach dem Crash?
Veröffentlicht am 17 Jan 2018

Der Krypto-Kurscheck: Stabilisierung nach dem Crash?

Veröffentlicht am 17 Jan 2018
Von:
Kommentare: Aus

Die Kurs-Analyse des heutigen Tages: Wer sind die Gewinner und Verlierer? Wie geht es den Kryptowährungen insgesamt?

Die Situation nach dem Crash

Kryptowährungen Kurse 1-14 17.1.18 1-

Quelle: Coinmarketcap

Der gestrige Crash steckt Anlegern sicherlich immer noch in den Knochen. Wer ein Blick auf sein Portfolio wirft, wird auch heute Morgen von roten Zahlen begrüßt, die nicht selten im zweistelligen Bereich liegen – und das erstaunlich konstant über die gesamte Bandbreite. Von den immer noch eher missmutig stimmenden Kursen sollte man sich jedoch nicht blenden lassen: Schaut man sich den Trend der letzten Stunden an, ist eine eindeutige Stabilisierung nachweisbar. Nimmt man ähnliche Korrekturen in der Vergangenheit als Grundlage, dürfte es bald schon wieder nach oben gehen, möglicherweise sogar stärker als zuvor. Wer das Risiko nicht scheut, kann die derzeit niedrigen Kurse als Chance wahrnehmen, zu investieren. Kurzfristig kann es aber natürlich auch weiterhin zu Wertverlusten kommen.

Vertrauen in das Konzept » Vertrauen in einzelne Währungen

Kryptowährungen Kurse 15-28

Quelle: Coinmarketcap

Verschont blieb von der Korrektur kein Coin, unabhängig vom Bekanntheitsgrad oder der Marktkapitalisierung. Außerdem bewegten sich die Verluste alle in einem sehr ähnlichen Bereich. Es zeigt sich einmal mehr, dass die Wertentwicklung der Kryptowährungen einzig und allein auf Vertrauen aufbaut, das angesichts eines Mangels an verwertbaren Daten (oder eines „echten Gegenwerts“) nicht nur in einzelne Positionen, sondern in das gesamte Konzept gesteckt wird. Wird das Vertrauen in Krypto allgemein erschüttert, leiden darunter alle Währungen beinahe gleich stark. Dies lässt zwar die teilweise sehr unterschiedliche technologische Basis der Tokens außer Acht, aber anscheinend ist diese für das Vertrauen der Anleger nicht so entscheidend, zumindest nicht, wenn die Kurse auf einmal um zweistellige Prozentzahlen abfallen.

Dies bedeutet nicht, dass nicht auch in Zukunft einzelne Kryptowährungen mit beeindruckenden Kursanstiegen oder -verlusten auf sich aufmerksam werden, aber es zeigt, dass das Schicksal aller Coins stark miteinander verknüpft ist, wenn das Vertrauen insgesamt gestört wird.

Die Gründe für den Absturz

Ausgehend davon, dass eine marktübergreifende Korrektur vor allem auf einer Störung des Vertrauensverhältnis basieren dürfte, stellt sich nun die Frage: Wie ist es dazu gekommen? Wer die Krypto-Szene und die Märkte als Ganzes über die letzten Tage beobachtet hat, weiß, dass die Nervosität bereits seit letzter Woche sehr hoch ist. Verantwortlich dafür sind vor allem Entwicklungen in Ostasien, genauer gesagt Südkorea und China. Korea hatte bereits Ende letzter Woche die Kurse an den Krypto-Börsen beben lassen, als das Justizministerium eine Mitteilung veröffentlichte, in der ein komplettes Handelsverbot mit Kryptowährungen im Land in Aussicht gestellt wurde. Diese Meldung wurde kurze Zeit später von der Regierung Südkoreas zurückgerufen, der Schaden war aber bereits angerichtet. Auch jetzt noch verbleibt viel Unsicherheit, da sich die koreanische Regierung noch auf keine verbindliche Strategie einigen konnte.

In China ist die Lage vergleichsweise eindeutig. Kryptowährungen sind der Regierung ein Dorn im Auge und werden sukzessive verbannt. Lokale Handelsplattformen und ICOs sind bereits komplett verboten. Auch das Krypto-Mining wird nun deutlich stärker reguliert. Die neueste Stufe der Regulierungsoffensive ist nun offenbar das komplette Verbot von zentralisierten Handelsplattformen für Kryptowährungen. China wäre damit de facto vom Markt abgeschnitten – und damit eine große Zahl (potentieller) Anleger.

Kombiniert man die Situation in Ostasien mit den ebenfalls wachsenden Bestrebungen anderer großer Ländern bezüglich der Regulation von Kryptowährungen, ist das Ergebnis insgesamt eine große Unsicherheit. Klar ist: Es wird in absehbarer Zukunft stärkere Regulierungen geben. Nur wann sie kommen und wie sie aussehen werden, ist derzeit unklar. In einem solchen Klima der Unsicherheit können schon kleinere Kursrückschläge eine Lawine auslösen, wie in den letzten 24 Stunden deutlich zu bemerken war.

Bildquelle: shutterstock.com

Gewinner des Tages (Top 100): Neblio (NEBL)

Gewinner des Tages: Neblio (NEBL)

Quelle: Coinmarketcap

Verlierer des Tages (Top 20): NEM (XEM)

Verlierer des Tages: NEM (XEM)

Quelle: Coinmarketcap

Das könnte Sie auch interessieren

auxmoney Banner
Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.