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Veröffentlicht am 25 Sep 2019

Konsequenzen für Kryptohandel durch neues Gesetz

Veröffentlicht am 25 Sep 2019
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Im nächsten Jahr tritt die 5. EU-Geldwäscherichtlinie in allen Mitgliedsstaaten in Kraft, auch in Deutschland. Es werden weitreichende Konsequenzen für Blockchain und den Umgang mit Kryptowährungen erwartet. Kritik gibt es vor allem daran, dass die Umsetzung des Gesetzes in Deutschland über das hinausgeht, was die EU vorsieht. Manche Experten sehen aber auch Chancen.

Was sich demnächst ändern wird

Neu ist EU-weit die Lizenzierung und Regulierung von sogenannten Wallet Providern, also Anbietern von elektronischen Geldbörsen. Diese stellen die Zugangsdaten bereit, um virtuelle Währungen zu speichern und zu übertragen. Allerdings sind von der Regelung nur diejenigen betroffen, die Kryptowerte für Dritte verwahren und somit Zugriff auf sensible Daten haben. Wird lediglich eine Software bereitgestellt, ohne dass Daten eingesehen werden können, greift das Gesetz nicht.
Die deutsche Gesetzgebung geht noch einen Schritt weiter. Zukünftig müssen das Kryptoverwahrgeschäft und andere erlaubnispflichtige Finanzdienstleistungen strikt getrennt werden, dürfen also nicht im selben Unternehmen betrieben werden. Firmen müssen zur Verwahrung von Kryptowerten entweder ein Tochterunternehmen gründen oder auf unabhängige Wallet Provider zurückgreifen.

Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung

Auf der einen Seite ist die Regulierung der Branche sicherlich ein wichtiger und notwendiger Schritt. Aufgrund der höheren Anonymität werden virtuelle Währungen auch illegalerweise für Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung genutzt. Dem möchte die EU mit einem verlässlichen Rechtsrahmen entgegenwirken. Da sämtliche Dienstleister zunächst eine Lizenz beantragen müssen, werden Start-ups mit unseriösen Geschäftsmodellen verdrängt und etablierte FinTechs können ihre Marktsituation verbessern.

Hohe Anforderungen hemmen innovative Start-ups

Auf der anderen Seite beklagen einige Politiker und Experten, dass die Hürden, um eine Lizenz zu erhalten, viel zu hoch seien. Vielen Start-ups fehle das nötige Eigenkapital und eine entsprechende Unternehmensstruktur, um die Anforderungen zu erfüllen. Somit wird es attraktiver, den Standort ins Ausland zu verlagern. Das kann die Innovationsfähigkeit und die Wettbewerbskraft Deutschlands als Wirtschaftsstandort schwächen.
Außerdem ist die Kryptowertverwahrung zumindest im B2C-Bereich bisher kostenlos. Ein separates Unternehmen könnte dann jedoch keinen Umsatz mehr generieren. Und ohne einen überzeugenden Business-Plan sind die Vorgaben für eine Lizenz nur schwer erfüllbar.

Fazit

Die deutsche Bundesregierung hat sich vorgenommen, mehr für Start-ups und für die Weiterentwicklung der Blockchain-Technologie zu tun. Eine Regulierung ist zwar notwendig, um die Branche voranzubringen und Datenmissbrauch vorzubeugen. Doch indem Deutschland Start-ups über die EU-Gesetzgebung hinaus Hürden auferlegt, dürfte es schwierig werden, diese Ziele zu erreichen.

Bildquelle: shutterstock.com

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Michelle Kämpfer
Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.