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Kryptowährungen auf dem G20-Gipfel?
Veröffentlicht am 19 Mrz 2018

Japan drängt auf einheitliche Krypto-Regeln bei G20-Gipfel

Veröffentlicht am 19 Mrz 2018
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+++ UPDATE: 21.03.2018 +++

In einem Kommuniqué im Nachgang des G20-Finanzministertreffens wurden erste konkrete Maßnahmen umrissen.

+++ UPDATE: 19.03.2018 +++

Mittlerweile hat das Financial Stability Board (FSB) der G20 im Vorfeld des Treffens der G20-Finanzminister eine offizielle Pressemitteilung herausgegeben, in der die Prioritäten des FSB für den G20-Gipfel 2018 umrissen werden. Das Thema Kryptowährung wird dabei direkt angesprochen, dabei heißt es im Wortlaut: „Als Antwort auf die Sorgen von Mitgliedern hat das FSB eine Überprüfung der Risiken angestrengt, die dem rapiden Wachstum von Krypto-Vermögenswerten innewohnen. Die erste Bewertung der FSB ist, dass Krypto-Vermögenswerte keine Risiken für die Stabilität der globalen Finanzwirtschaft darstellen.“
Zwar wird darauf hingewiesen, dass sich die Einschätzung der FSB mit der weiteren Verbreitung von Kryptowährungen in der Zukunft noch ändern könne, doch Stand jetzt scheint dem Thema im Hinblick auf das Gipfeltreffen Ende November nur geringe Priorität zugeordnet zu werden.

Was die Themen Geldwäsche und Verbrauchersicherheit im Zusammenhang mit Krypto angeht, wird in der Pressemitteilung zwar darauf hingewiesen, dass diese in der Tat große Probleme aufwerfen würden, aber dass nationale Behörden bereits begonnen hätten, sich diesen anzunehmen. Gleichzeitig wird auf die Chancen durch die neue Technologie hingewiesen. Dies würde sich mit der Einschätzung in der originalen Meldung decken, wonach das Interesse der G20 vor allem darin liegt, die Innovationskraft des neuen Marktes nicht durch zu starke Regulierungen zu gefährden.

Neu ist allerdings, dass selbst Regelungen zur Verhinderung von Geldwäsche und für die Verbesserung der Verbrauchersicherheit offenbar nicht auf der Agenda stehen. Hier ringt sich das FSB nur zu folgendem Statement durch: „Angesichts des globalen Wesens dieser Märkte ist eine weitere internationale Koordinierung zugesichert.“ In einer weiteren Mitteilung von Reuters wird der Chef der Behörde, Mark Carney, außerdem dahingehend zitiert, dass zuerst der Effekt alter Regelungen begutachtet werden solle, bevor neue erlassen werden.

Mit konkreten Regeln für den Umgang mit Kryptowährungen ist also allem Anschein nach zumindest vonseiten der G20 nicht zu rechnen. Als Reaktion auf die Meldung konnten der Bitcoin und andere Kryptowährungen ihren davor tagelangen Kursverfall mittlerweile stoppen und fahren derzeit zweistellige Kursgewinne ein.

Artikel vom 14. März 2018:

Vor dem diesjährigen G20-Gipfel in Buenos Aires mehren sich die Stimmen, das Thema Kryptowährungen auf die Tagesordnung zu setzen. Nachdem Frankreich und Deutschland bereits im Dezember einen Vorstoß für die globale Regulierung virtueller Währungen vorgebracht haben, drängt nun auch Japan auf einheitliche Regeln im Umgang mit Bitcoin & Co.

Regeln gegen Geldwäsche und Verbraucher-Sicherheit im Gespräch

Nach der Meldung von Reuters, in der ein ungenannter japanischer Offizieller als Quelle genannt wird, wünscht sich Japan ein regulatorisches Grundgerüst im Bereich Kryptowährungen, um Schlupflöcher für illegetime Zwecke wie Geldwäsche effektiver zu verhindern und die Verbraucher-Sicherheit zu erhöhen. Genau dies wird auch von vielen anderen Stellen als Hauptgrund angegeben, Regulationen im Bereich der Kryptowährungen auszubauen.

Bei allen darüber hinaus gehenden Punkten sind die teilweise sehr unterschiedlichen Vorgehensweisen und Ziele, die gerade die Chancen für die weitere Zukunft der Blockchain-Technologie allgemein und der Kryptowährungen im Speziellen betreffen, weiterhin eine große Schwierigkeit. Immerhin wird eine der Quellen in Bezug auf den Grundtenor der G20 dahingehend zitiert, dass allgemein eine zu starke Reglementierung der neuen technologischen Sparte vermieden werden solle, um Innovationen nicht zu unterdrücken. Ende März werden zunächst die Finanzminister der G20-Staaten zusammen beraten. Dabei wird übrigens sehr wahrscheinlich auch das Thema FinTechs auf der Agenda stehen.

Bildquelle: Shutterstock

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.