auxmoney Finanzpilot

Das Magazin für FinTech- & Finanznews

Veröffentlicht am 04 Sep 2017

Hessen investiert in Fintech Giroxx

Veröffentlicht am 04 Sep 2017
Von:
Kommentare: Aus

Mithilfe seines Fonds Hessen Kapital investiert das Bundesland Hessen 500.000 Euro in das Frankfurter Fintech Giroxx. Damit verfolgt die hessische Landesregierung das Ziel aus Frankfurt einen europaweiten Fintech-Magneten zu machen. Aus der Sicht von befragten Startups ist die hessische Landeshauptstadt bereits drittwichtigster Standort in Deutschland nach Hamburg und Berlin.

Fintechs sollen sich „mit den bestehenden Banken entwickeln“

Das Land Hessen fördert Fintechs und reagiert damit auf die zunehmende Digitalisierung des Bankensektors. Um den Anschluss nicht zu verlieren erfolgte bereits im Mai letzten Jahres das erste Investment mittels des Hessen Kapital Fonds in das Fintech Vaamo. Hessen Kapital besteht aus zwei eigenständigen Fonds: Hessen Kapital I und II. Hessen Kapital I wird zur Hälfte aus Mitteln des Landes Hessen und zur Hälfte aus einem Strukturfonds der europäischen Union finanziert. Hessen Kapital II wird aus Haushaltsmitteln des Landes Hessen und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen refinanziert.

Die jüngste Investition erfolgte jetzt in das Frankfurter Fintech Giroxx. Das von Klaus Hoffmann und Jörg Sonnenschein gegründete Unternehmen ist auf Online-Überweisungen in den Nicht-Euro-Raum spezialisiert. Das Fintech benötigt frisches Kapital für die Investition in die IT und Vertriebsstruktur und bekommt nun Hilfe in Höhe von 500.000 Euro vom Land Hessen.

Hessen investiert in Fintechs

© HMWEVL

„Die Herausforderung durch junge, innovative Unternehmen der Finanztechnologie wird den Bankensektor zweifellos tiefgreifend verändern. Der Hessischen Landesregierung ist sehr daran gelegen, dass Frankfurt ein internationales Zentrum dieser Fintechs wird, und dass diese sich nicht gegen, sondern mit den bestehenden Banken entwickeln.“

-Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir in der Pressemitteilung vom 01.09.17

Frankfurt soll internationale Fintech-Hauptstadt werden

Ziel dieser Investitionen ist es aus Frankfurt einen Fintech-Magneten in Europa zu machen und in der Bankenbranche wettbewerbsfähig zu bleiben. Dem Zweck dient auch das im Oktober vergangenen Jahres eröffnete Teck Quartier. Dieses befindet sich in der zweiten Etage des Frankfurter Pollox-Hochhauses und ist das größte Gründerzentrum der Stadt. Namhafte Sponsoren aus der Wirtschaft sind zahlreich vorhanden: Die Commerzbank, Deutsche Bank, ING-DiBa, Deutsche Börse und die DZ Bank stecken jährlich 100.000 Euro in das Tech Quartier, EY, KPMG, PWC, die Sparda-Bank-Hessen und Allen&Overy geben 50.000 Euro pro Jahr. Die Sponsoren sind jedoch nicht nur Geldgeber, sondern unterstützen auch mit ihrem Know-how. Jeder Sponsor hat ein bis zwei Arbeitsplätze im Tech Quartier, damit sie den Startups, wenn nötig, mit Rat und Tat zur Seite stehen können. Weitere Unterstützer der Fintech-Initiative, neben dem Land Hessen, sind die Stadt Frankfurt, die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen und die Goethe-Universität.

„Frankfurt am Main ist der Knotenpunkt der digitalen und analogen Welt und damit ein sehr attraktiver Platz für ‚Denkfabriken‘. Die Verbindung wissenschaftlicher und industrieller Forschung, die Nähe zum Kapital, bedeutende Logistikdrehscheibe, großer Dienstleistungssektor, funktionierender Flughafen: Frankfurt hat die Voraussetzungen, um sich mit vereinten Kräften gezielt als Fintech-Standort aufzustellen und ein führendes Fintech-Cluster in Europa zu werden.“

-Frankfurter Stadtrat Markus Frank in der Pressemitteilung vom 15.08.16

Neben dem Kontakt zu Investoren und Beratern stellt das Tech Quartier Arbeits- und Büroräume für Startups zur Verfügung und bietet viele Möglichkeiten zum Austausch untereinander und zur Vernetzung.

Bildquelle: Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

auxmoney Banner
Melina Uhlig
Über den Autor
Melina Uhlig ist Expertin für die aktuellen News aus der FinTech-Branche und der Start-Up-Szene. Sie arbeitet seit 2016 bei auxmoney.