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Veröffentlicht am 02 Jul 2019

Gründungen in Deutschland gehen zurück – was die FDP dagegen tun will

Veröffentlicht am 02 Jul 2019
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Um den Wohlstand und die Wirtschaftskraft eines Landes zu stärken, braucht es innovative Ideen, Produkte und Geschäftsmodelle. Die Bundestagsfraktion der FDP sieht jedoch dringenden Nachholbedarf in Deutschland, denn die Start-up-Gründungen gehen zurück. Wir fassen zusammen, mit welchen Maßnahmen die FDP ein besseres Gründerklima in Deutschland schaffen will.

Schneller und einfacher gründen

Ein wichtiger Punkt soll dabei der sogenannte One-Stop-Shop sein, eine zentrale behördliche Anlaufstelle. Anstatt wochenlang Genehmigungen einzuholen, erfordert die Unternehmensgründung mit dem One-Stop-Shop nur wenige Eingaben und ist innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen. Somit wird der bürokratische Aufwand minimiert und eine Gründung attraktiver.

Generell sollten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, damit man ein Start-up aufbauen kann. Doch gerade in strukturschwachen Regionen, wie beispielsweise vielen ostdeutschen Bundesländern, sind diese jedoch nicht gegeben. Das hat negative Folgen für die Wohlstandsentwicklung. In den von der FDP vorgeschlagenen Freiheitszonen sollen Regulierungen und Vorschriften regional gelockert werden und in der Folge Bürokratiehürden wegfallen. Zudem soll es Beratungs- und Fördermöglichkeiten für Start-ups geben.

Bessere Finanzierung für Start-ups

Ein weiteres Problem in Deutschland ist der Zugang zu Kapital. Es mangelt an Wagniskapitalgebern, vor allem in der späteren Wachstumsphase. Um eine schnelle Skalierung des Geschäftsmodells und somit auch einen reibungslosen Markteintritt zu ermöglichen, werden große Venture-Capital-Fonds benötigt. Die FDP schlägt als Lösung einen Dachfonds nach dänischem Vorbild vor. Investoren können direkt investieren und erhalten die volle Rendite, aber tragen auch das volle Risiko. Alternativ sollen Investitionen zukünftig über die KfW-Bank abgewickelt werden. Diese übernimmt dann das Ausfallrisiko, aber auch einen großen Teil der Rendite. So kann auch für mutige Gründungen im Bereich der Zukunftstechnologien ein wirtschaftlicher und politischer Rahmen geschaffen werden.

Mehr Spielraum für Innovationen

Viel diskutiert wurde in der letzten Zeit auch die EU-Urheberrechtsreform für den digitalen Binnenmarkt, insbesondere die Uploadfilter stehen dabei im Fokus. Viele Kritiker, darunter auch die FDP, sehen dadurch das Innovationspotenzial eingeschränkt. Zwar gibt es Ausnahmen von dieser Regel, jedoch betreffen diese nur Unternehmen, die jünger als drei Jahre sind, höchstens zehn Millionen Euro im Jahr umsetzen und nicht mehr als fünf Millionen Nutzer haben. Die FDP hält diese Regelungen für zu restriktiv und fordert die Bundesregierung unter anderem auf, sich für weitreichendere Ausnahmen einzusetzen.

Das Ziel der FDP ist also eine deutsche „Gründerrepublik“, die vielfältige Anreize für Unternehmensgründungen bietet. Dadurch soll langfristig die Wirtschaft angekurbelt werden, sodass Deutschland im globalen Vergleich mithalten kann.

Bildquelle: shutterstock.com

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Michelle Kämpfer
Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.