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Wird der G20-Gipfel 2018 in Buenos Aires Regulierungen für Kryptowährungen bringen?
Veröffentlicht am 21 Mrz 2018

G20-Gipfel 2018 – Erste Vorschläge zur Krypto-Regulierung im Juli?

Veröffentlicht am 21 Mrz 2018
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Der G20-Gipfel 2018 wirft seine Schatten voraus. Diese Woche hatten sich bereits die Finanzminister der 20 größten Industrie- und Schwellenländer in Buenos Aires getroffen, um über eine gemeinsame Linie im Bereich Finanzen zu diskutieren. Laut dem im Anschluss veröffentlichten Kommuniqué stand dabei auch das Thema Kryptowährungen auf der Agenda. Die Ergebnisse lassen dabei einigen Interpretationsspielraum zu.

Kryptowährungen auf dem G20-Gipfel 2018 – Chancen und Probleme im Fokus

In der Stellungnahme wird sowohl auf Chancen als auch auf Probleme mit Kryptowährungen hingewiesen, die im Kommuniqué, wie auch in Mitteilungen des FSB zuvor, konsequent als Krypto-Vermögenswerte (crypto-assets) bezeichnet werden. Allein diese Formulierung ist interessant, da sie ausdrückt, dass die G20 Kryptowährungen offenbar nur als Vermögensanlage ansieht und nicht als Währungen. Konkret im Wortlaut heißt es dazu: „Krypto-Vermögenswerte besitzen nicht die entscheidenden Attribute einer unabhängigen Währung.“

Was die Probleme betrifft, heißt es: „Wir erkennen an, dass technologische Innovationen, inklusive derer, die hinter Krypto-Vermögenswerten stehen, das Potential haben, die Effizienz und die Inklusivität des Finanzsystems und der Wirtschaft als Ganzes zu verbessern.“ Allerdings gebe es Probleme, die die Themen Verbraucher- und Investorenschutz, Marktintegrität, Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Terrorfinanzierung betreffen. Hier ähnelt der Wortlaut dem, der schon in des Mitteilung der FSB im Vorfeld des Gipfels verbreitet worden war. Das betrifft auch den Satz, in dem es heißt, dass Kryptowährungen in der Zukunft Auswirkungen auf die Stabilität der Weltwirtschaft haben könnten, die ihnen bislang abgesprochen werden.

Maßnahmen: FSB-Report im Juli erbeten

In die Zukunft schauend beschreibt das Kommuniqué weiterhin Maßnahmen, mit denen die G20 die angesprochenen Probleme angehen wollen. Konkret sollen dabei vor allem die Standards der Financial Action Task Force (FATF) umgesetzt werden, „wie sie auf Krypto-Vermögenswerte angewendet werden können“. Offenbar ist dabei noch nicht ganz klar, inwieweit die Standards der FATF, die vor allem gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung vorgehen, überhaupt auf digitale Währungen angewendet werden können. Außerdem sollen auch andere internationale Gremien in den Prozess miteinbezogen werden und die Situation weiter laufend bewerten. Ähnliche Maßnahmen hatte vorher bereits das FSB angekündigt.

Im an das Kommuniqué angeschlossenen Annex wird es noch etwas konkreter. Hier heißt es: „Wir bitten das FSB, in Zusammenarbeit mit anderen Gremien, inklusive CPMI, IOSCO und FATF, einen Report über ihre Arbeit zu Kryptowährungen im Juli 2018 zu präsentieren“.

Schwierige Interpretation der Aussagen

Aus Kommuniqué und Annex lassen sich einige Dinge zweifelsfrei herauslesen. So werden Kryptowährungen offensichtlich nicht als Währung angesehen. Außerdem wird die Gefahr für die Stabilität der Weltwirtschaft als gering eingeschätzt. Auch was die Chancen und Probleme angeht, scheint weitestgehend Einigkeit zu herrschen. Was die Maßnahmen betrifft, wird jedoch nicht sofort klar, wie die Mitteilung zu bewerten ist. Einerseits wird nun ein Prozess angestoßen, in dessen Zuge die Regulierung von Kryptowährungen auf internationaler Ebene untersucht wird. Andererseits scheint man jedoch schnelle und allzu übergreifende Regulierung vermeiden zu wollen. Damit würde der Eindruck aus dem Vorfeld des vorausgegangenen FSB-Reports bestätigt werden, wonach die Innovationskraft der Technologie nicht im Keim erstickt werden solle.

Kurzfristige und überharte internationale Regulierungen erscheinen damit unwahrscheinlich. Spannend wird es dann wieder im Juli, sollte das FSB wie erbeten einen ersten Report zur Lage erarbeitet haben. Es ist denkbar, dass dort bereits erste Ideen für die Regulierung von Kryptowährungen präsentiert werden. Dass es am Ende zu überhaupt keinen Maßnahmen im Bereich der Regulierung kommt, ist angesichts der Ergebnisse auch als nicht unbedingt wahrscheinlich einzuschätzen. Bis zum G20-Gipfel 2018 in Buenos Aires Ende November kann auf jeden Fall noch viel passieren.

Bildquelle: Shutterstock

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.