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Veröffentlicht am 17 Sep 2021

Afrikanisches FinTech wird mit Mobile Money zum Unicorn

Veröffentlicht am 17 Sep 2021
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Bei FinTechs denkt man in der Regel an Unternehmen und Start-Ups aus Europa, den USA oder Asien. Heute blicken wir jedoch nach Afrika – genauer gesagt in den Senegal. Dort hat das FinTech und Start-Up Wave in der letzten Woche 200 Millionen US-Dollar bei einer Finanzierungsrunde einsammeln können. Aber was ist das Besondere an der Finanzierung und an diesem Unternehmen?

Rekord-Finanzierungsrunde für afrikanisches Start-Up Wave

Bei dem Investment handelt es sich um die größte Series-A-Finanzierungsrunde, die es jemals in Westafrika gegeben hat. Unter einer Series-A-Finanzierungsrunde versteht man ein Investment für ein noch sehr junges Unternehmen. Die Geldgeber, zu denen der Stiftungsfonds Sequoia Heritage, der Zahlungsriese Stripe und Ribbit Capital gehören, machen Wave damit zum ersten Unicorn des Senegals und zum vierten in ganz Afrika. Aber was macht das Start-Up eigentlich?

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Wie Zahlungen ohne Bankkonto mit Mobile Money möglich sind

Kurz gesagt baut Wave ein Mobile Money Netzwerk auf, das einfach nutzbar ist und das sich jeder leisten kann. Unter Mobile Money versteht man ein digitales Zahlungssystem, das den Geldtransfer zwischen Mobiltelefonen ermöglicht. Nutzer können Geld mithilfe ihres Smartphones einzahlen, abheben, senden und empfangen – und das alles, ohne mit einem Banksystem verbunden zu sein. Stattdessen wird das Guthaben durch sogenannte „Agents“ verwaltet. Das können beispielsweise Kioskbetreiber sein, die vom Anbieter angeworben und mit einer Provision bezahlt werden. Oft ist nicht nur die klassische Geldüberweisung, sondern auch der Kauf von mobilen Daten, das Bezahlen von Rechnungen und die Kreditaufnahme mithilfe von Mobile Money möglich.

Mobile Money in Europa (noch) nicht etabliert


Traditionell wird der Mobile Money Markt in Afrika von großen Telekommunikationsdienstleistern bedient. Deren Produkte sind allerdings teurer und schwieriger in der Nutzung. Über das FinTech Wave sind die Ein- und Auszahlung kostenlos und das Senden von Geld kostet ein Prozent des gesendeten Betrags, was deutlich günstiger ist, als die Konditionen der großen Mobile Money Player. Damit geht das Start-Up einen wichtigen Schritt hin zur Etablierung eines modernen Finanznetzwerks auf dem afrikanischen Kontinent. Denn viele Afrikaner haben kein Bankkonto, weshalb gerade dort Mobile Payment und Mobile Money wichtig sind. Anders sieht das beispielsweise in Europa und Zentralasien aus, wie die Grafik zeigt. Während es dort vier Millionen aktive Mobile-Money-Konten gibt, sind es im Subsahara-Abschnitt des afrikanischen Kontinents 159 Millionen. Dort wurden allein im letzten Jahr 490 Milliarden US-Dollar über Mobile-Money-Anbieter umgetauscht. Zum Vergleich: In Europa und Zentralasien waren es lediglich vier Milliarden US-Dollar.

FinTech Wave hat große Pläne

Im Senegal wird das Wave-Produkt bisher gut angenommen. Viele Erwachsene nutzen es mindestens ein Mal pro Monat. Nach der Finanzierungsrunde möchte Wave zukünftig in weitere Länder expandieren, mehr Finanzprodukte anbieten und schließlich zur besten und günstigsten FinTech-Plattform in Afrika zu werden.

Bildquellen: © Paul Hanaoka / Unsplash
© statista

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Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.