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Fintech-Studie Comdirekt
Veröffentlicht am 06 Okt 2017

Comdirekt-Studie: Fintech-Szene wächst

Veröffentlicht am 06 Okt 2017
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Die aktuelle Fintech-Studie der comdirekt beleuchtet die Wachstumsdynamik des deutschen Fintech-Marktes. Zentrales Ergebnis: Die Branche wächst weiter, jedoch nimmt die Geschwindigkeit deutlich ab.

Deutlich weniger Neugründungen

In Deutschland sind mittlerweile 699 Fintechs beheimatet, das sind 32 Prozent mehr als im Jahr 2015. Die Branche befindet sich immer noch im Wachstum – dies erfolgt jedoch deutlich langsamer als bisher. Letztes Jahr wurden pro Woche fast drei Startups aus dem Finanzbereich gegründet, insgesamt waren es 141. Mit nur 30 registrierten Neugründungen 2017 befindet sich die Wachstumsdynamik auf einem Rekordtief. Eine endgültige Bewertung für das Jahr kann man jedoch erst 2018 treffen. Laut comdirekt gehen viele Gründer mit ihrem Startup aus Angst vor Nachahmern erst spät an die Öffentlichkeit. Dennoch ist insgesamt ein Rückgang zu erwarten. Zur selben Zeit im Vorjahr wurden bereits 49 Gründungen registriert.

Fintech-Studie Comdirekt

Fintech-Hype vorbei?

Es scheint als wäre der große Hype vorbei. Das Investmentvolumen spricht jedoch eine andere Sprache: Die Höhe des Venture Capitals liegt bereits Ende September fast auf dem Niveau des gesamten Vorjahres. Das spricht für eine Festigung des Marktes. Auch Arno Walter, der Vorstandsvorsitzende von comdirekt, sieht die Entwicklung als Zeichen der Konsolidierung:

„Die große Fintech-Euphorie mag vorbei sein, ein Ende des Wachstums ist jedoch nicht in Sicht. Der Fintech-Sektor in Deutschland normalisiert sich auf hohem Niveau.“

Pressemitteilung vom 06.10.17

 

Fintech-Studie Comdirekt

Weiteres Wachstum ist dementsprechend zu erwarten, allerdings längst nicht in der Geschwindigkeit wie bisher. Seit 2013 hat sich das Investitionsvolumen jährlich verdoppelt. Im Jahr 2016 nahm die Höhe der Venture-Capital-Investitionen immerhin noch um rund 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Dieses Jahr wird der prozentuale Anstieg deutlich darunter liegen. Das liegt unter anderem auch an einer Umverteilung des investierten Risikokapitals: 2016 wurden noch 30 Prozent des gesamten Venture Capitals in Fintechs investiert, dieses Jahr sank dieser Anteil um 5 Prozent.

 

Fintech-Studie Comdirekt

 

Der größte Teil, 28 Prozent, des Fintech-Investitionsvolumens gingen in den Sektor Finanzierung, dem sowohl Vergleichsplattformen zugeordnet werden, als auch Startups, aus den Bereichen Crowdfunding und -investing. Aus dem Investitionsvolumen lassen sich jedoch keine Rückschlüsse auf die Anzahl der aktiven Jungunternehmen in diesem Bereich ziehen. Aktuell liegt beispielsweise der Sektor PropTech nominell mit 178 Startups vorne, der Bereich macht damit rund 25 Prozent des gesamten Marktes aus. Trotzdem flossen nur 13 Prozent des gesamten Fintech-Venture-Capitals in PropTechs.

Insurtechs verzeichnen größtes Wachstum

Nur 10 Prozent, 73 an der Zahl, der aktiven Startups sind Insurtechs. Dennoch kann dieser Bereich das größte Wachstum verzeichnen, seit 2015 sind es 70 Prozent. Das digitale Optimieren und Verwalten von Versicherungsverträgen wird immer beliebter und passt in die Ära des Smartphones. Alleine innerhalb eines Jahres, von 2015 auf 2016, versiebenfachten sich beispielsweise die Downloads von Versicherungsapps, wie der App-Anbieter Knip angibt.

Die comdirekt Fintech-Studie wurde auf Basis von Deutschlands meistgenutzter und führender Datenquelle für Fintech-Venture Capital und Fintech-Startups, Barkow Consultings Fintech Money Map, erstellt. Die Datenbank umfasst derzeit mehr als 700 Startups, die rückwirkend bis zum Jahr 2007 integriert wurden. Seit Anfang 2012 werden zudem Fintech-Venture Capital-Investitionen erfasst, die mittlerweile bereits ein Volumen von über zwei Milliarden Euro erreicht haben. Außerdem sind mehr als 800 Risikokapital-Investoren in Money Map gespeichert.

Bildquellen: © comdirekt

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Melina Uhlig
Über den Autor
Melina Uhlig ist Expertin für die aktuellen News aus der FinTech-Branche und der Start-Up-Szene. Sie arbeitet seit 2016 bei auxmoney.