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Veröffentlicht am 02 Mai 2018

Fintech-Investments: Commerzbank ist Spitzenreiter

Veröffentlicht am 02 Mai 2018
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Die Commerzbank ist unter den Banken hierzulande mit Abstand der größte Fintech-Investor. Dies ergab eine Analyse von Finanz-Szene.de. Insgesamt ist Deutschlands zweitgrößte Bank an 27 Finanztechnologie-Startups beteiligt.

Commerzbank an mehr Fintechs beteiligt als alle Top-Banken zusammen

Die Auswertung von Finanz-Szene.de auf Basis offizieller Angaben und der aktuellsten Geschäftsberichte ergab, dass die Commerzbank insgesamt in 27 Finanz-Startups investiert ist. Die Beteiligungen bewegen sich dabei teilweise sogar im zweistelligen Bereich: Am Fintech Bildendo ist Deutschlands zweitgrößte Bank beispielsweise mit 12,9 Prozent beteiligt, am Münchener Startup Gini mit 13,4 Prozent und an dem Insurtech Getsafe mit 13 Prozent. Addiert man die Investments der anderen Top 9 Banken in Deutschland kommt man auf gerade einmal 20 Fintech-Beteiligungen, womit die Commerzbank eindeutiger Spitzenreiter ist.

Deutsche Bank auf dem zweiten Platz

Auf Platz 2 der größten Fintech-Investoren aus dem Bankensektor liegt Deutschlands größtes Geldhaus, die Deutsche Bank. Acht Beteiligungen an Finanz-Startup gehen aus den Geschäftsberichten und offiziellen Angaben hervor. Neben dwins oder TrustBills ist die Deutsche Bank seit neuestem auch an dem Immobilienverwaltungs-Startup vermietet.de beteiligt.

Auf Platz 3 mit sieben Investments rangiert die NordLB, die sich bereits seit Jahren über ein Joint-Venture mit Dieter, dem Kölner Risikokapitalgeber von Holtzbrinck Ventures, an diversen Fintechs beteiligt. Zum Portfolio gehören beispielsweise Smacc, ein Buchhaltungs-Startup aus Potsdam, der Robo-Advisor Liqid und cashpresso.

DKB setzt auf Kooperation statt Beteiligung

Diese Zahlen zeigen zwar, dass die Commerzbank, mithilfe Ihrer Beteiligungs-Tochterunternehmen Commerzventures und Main Incubator, mehr auf Fintechs setzt, als die übrigen deutschen Banken, doch auch wenn einige Finanzinstitute noch in kein einziges Fintech investiert haben, bedeutet das nicht, dass sie nicht mit Finanz-Startups zusammenarbeiten. Über ihre Direktbank-Tochter DKB kooperiert die BayernLB beispielsweise mit elf Finanz-Startups, darunter Barzahlen, Cringle, Finreach und FinApi, und liegt damit unter den deutschen Banken ganz vorne. Zugleich sind aber sowohl die BayernLB, als auch die Online-Tochter DKB an keinem einzigen Fintech beteiligt.

Die Deutsche Bank setze ebenfalls jahrelang auf Kooperation statt Beteiligung und arbeitete beispielsweise mit Deposit Solutions und dem Hamburger Fintech figo zusammen, ohne investiert zu sein. Dann vollzog Deutschlands größte Bank jedoch einen Kurswechsel und beteiligt sich an immer mehr Finanz-Startups. Die Analyse zeigt somit auch auf, wie unterschiedlich die Digitalisierungsstrategien der Banken hierzulande aussehen. Unter den Finanzinstituten, die bisher noch gar nichts mit Fintechs am Hut hatten, beginnen nun auch die letzten sich um Beteiligungen oder Kooperationen zu bemühen. Wie beispielsweise die hessische Landesbank die erst vor kurzem die Helaba Digital GmbH genau zu diesem Zweck gegründet hat.

Bildquelle: © Commerzbank AG, Julia Schwager

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Melina Uhlig
Über den Autor
Melina Uhlig ist Expertin für die aktuellen News aus der FinTech-Branche und der Start-Up-Szene. Sie arbeitet seit 2016 bei auxmoney.