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Fintech-Bank-Kooperation beliebt
Veröffentlicht am 09 Mai 2018

Fintech-Bank-Kooperationen gewinnen an Attraktivität

Veröffentlicht am 09 Mai 2018
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Im Zuge der Digitalisierung müssen Banken unweigerlich stetig nach Wettbewerbsvorteilen suchen, um in der neuen sich ständig verändernden Umwelt weiterhin bestehen zu können. Immer mehr Banken streben daher Kooperationen mit innovativen Fintechs an, obwohl die Finanztechnologie-Startups die deutschen Kreditinstitute 1,5 Milliarden Euro im Jahr kosten.

Fintechs als Innovationstreiber für Banken

Um langfristig am Markt bestehen zu können sind Innovationen vonnöten, die vom Kunden auch als relevant angesehen werden. Fintechs bieten in den meisten Fällen bereits diesen innovativeren und kundenbedürfnisorientierteren Ansatz. Laut der comdirekt-Studie „Banking 2025“ sehen ebenfalls 53 Prozent der Banken in diesem Punkt bei Fintechs einen höheren Mehrwert. Dies wird jedoch häufig von Kunden ohne Interesse an Finanzthemen nicht erkannt oder verstanden.

Laut Prof. Dr. Remigiusz Smolinski, der die Studie Banking 2025 im Bank-Blog ausgewertet hat, kann der vermehrte Dialog mit Kunden neue Impulse hervorbringen. Erhöhte Kundenorientierung kann daher ein Schlüssel zu mehr Innovationen sein. Da Geschäftsmodelle von Fintechs meistens mit einer stärkeren Kundenzentrierung arbeiten, bietet sich Banken die Chance durch Kooperationen ebenfalls davon zu profitieren.

Fintechs mit Banklizenz als Wachstumstreiber

Um noch rascher in dem dynamischen Umfeld agieren zu können lagern außerdem immer mehr Finanzdienstleister in Deutschland komplexere Prozesse aus. Dies zeigt die von PwC in Kooperation mit dem Startup-Inkubator FinLeap durchgeführte Studie Outsourcing 3.0: Licensed Fintechs Driving Growth and Efficiency for Banks. Der neue Outsourcing-Trend heißt Full Fledged Product Outsourcing (FFPO) und beschreibt im Gegensatz zum bisher verbreiteten IT-Outsourcing und Business Process Outsourcing die Auslagerung vollständiger Produktbereiche. Auf dieses neue, flexible Outsourcing Modell greifen nun immer mehr Banken zurück und die ausgelagerten Teilbereiche werden dann wiederum von Fintechs übernommen.

Durch die Abdeckung vielerlei Prozesse durch externe Dienstleister können sich Banken weiterhin auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und dennoch innovative Services und Produkte auf den Markt bringen. Die FFPO-Anbieter sind Fintechs mit Banklizenz und bieten ihren Partnern über API-Schnittstellen Zugang zu regulatorischem Know-how, innovativer IT-Infrastruktur, operativen Prozessen, Produktentwicklungen und Compliance.

„FinTechs mit Banklizenz eröffnen völlig neue Möglichkeiten etwa für zukunftsweisende Bank-Bank-Kooperationen. Etablierte Banken erhalten die Chance, besser mit dem Digitalisierungstempo Schritt zu halten, ihre Geschäftsmodelle effektiver und flexibler auszurichten und rascher innovative Dienstleistungen und Produkte an den Markt zu bringen. FFPO-Anbieter könnten zu neuen Wachstumstreibern der Branche werden.“

-Sascha Demgensky, Leader FinTech bei PwC Deutschland in der Zusammenfassung der Studie

Das prominenteste Beispiel eines FFPO-Anbieters in Deutschland ist wohl die solarisbank, die mit ihrer Whitelabel-Lösung viele Prozesse von Banken im Hintergrund abwickelt. Mithilfe solcher Anbieter können ausländische Banken außerdem auch leichter und innerhalb kürzester Zeit in den deutschen Markt eintreten. Der Partner kann seine Kunden unter eigenen Namen betreuen, während beispielsweise die solarisbank die komplette Infrastruktur und die europäische Banklizenz zur Verfügung stellt. Von einer Fintech-Bank-Kooperation können somit beide Parteien profitieren.

Bildquelle: shutterstock.com

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Melina Uhlig
Über den Autor
Melina Uhlig ist Expertin für die aktuellen News aus der FinTech-Branche und der Start-Up-Szene. Sie arbeitet seit 2016 bei auxmoney.