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Facebook google Datenschutz Persönlichkeitsschutz
Veröffentlicht am 13 Jul 2020

Wie schützen Unternehmen wie Facebook und Google unsere Daten?

Veröffentlicht am 13 Jul 2020
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Brauchen wir mehr oder weniger Datenschutz? Diese Frage sorgt immer wieder für Diskussionen, vor allem seitdem es soziale Netzwerke und intelligente Suchmaschinen gibt. Große Unternehmen wie Facebook oder Google stehen immer wieder in der Kritik, den Schutz der persönlichen Daten nicht ernst zu nehmen. Stattdessen kommen Algorithmen zum Einsatz, womit diese gezielt gesammelt und ausgewertet werden. Muss man sich deshalb Sorgen machen?

Persönliche Daten als Zahlungsmittel für die Nutzung

Dass große Anbieter einen guten Service bieten, ist nicht von der Hand zu weisen. Die sozialen Netzwerke Facebook, WhatsApp und Instagram sind weltweit bekannt und beliebt. Google ist in Deutschland die meistgenutzte Suchmaschine. Um mit einem Klick die Inhalte zu sehen, die zu uns und unseren Bedürfnissen passen, müssen wir kein Geld bezahlen. Allerdings verlieren wir auch das Recht an unseren persönlichen Daten. Nun könnte man argumentieren, dass wir selbst entscheiden können, welche Bilder wir bei Facebook und Instagram hochladen und ob wir unser Alter und unseren Beziehungsstatus angeben. Außerdem haben wir es in der Hand, wer sehen kann, was wir posten.

Wenig Transparenz und viele Möglichkeiten zum Datenmissbrauch

Das Problem ist aber, dass Facebook und Google viele Daten ohne unser Wissen speichern und diese mit intransparenten Algorithmen analysieren. Auf der Basis der mit „Like“ markierten Beiträge und der Seiten, die wir uns ansehen, machen sich die Tech-Unternehmen zum Beispiel ein Bild von unserer sexuellen und politischen Orientierung. WhatsApp und Instagram gehören mittlerweile zu Facebook, was dazu führt, dass alle Daten im Hintergrund zusammenlaufen und gemeinsam analysiert werden können. Bei jedem Login werden Netzwerk und IP-Adresse gespeichert, die einen Rückschluss auf den Standort geben, sowie Angaben über das genutzte Smartphone und die Qualität der Kamera. So lässt sich die wirtschaftliche Potenz eines Nutzers ungefähr einschätzen. Zudem kann Facebook auf die WhatsApp-Kontaktliste aller Nutzer zugreifen und so ebenfalls Aussagen über Personen machen, die überhaupt keine sozialen Netzwerke nutzen. Natürlich ist die Aussagekraft hier begrenzt, aber bei genügend Nutzern kann Facebook Vermutungen über Nicht-Nutzer anstellen, je nachdem, bei welchen Leuten man in der Kontaktliste auftaucht. Im Falle von Datenpannen, wie sie bereits mehrfach vorgekommen sind, können all diese Daten an Dritte weitergegeben werden.

Facebook und Google wollen Datenskandale vermeiden

Auch, wenn sensible Daten theoretisch in die falschen Hände gelangen könnten, darf man nicht vergessen, dass große Unternehmen wie Facebook oder Google ganz andere Möglichkeiten haben, ihre Daten zu schützen, als kleinere und vermeintlich „fairere“ Unternehmen. Wenn Facebook ein Datenskandal passiert, bekommt es jeder mit. Das heißt aber nicht, dass solche Probleme bei anderen Unternehmen nicht vorkommen. Es erregt nur keine Aufmerksamkeit. Und Unternehmen, die in der Öffentlichkeit stehen, haben ein großes Interesse an einem positiven Image. Das sieht man auch daran, dass WhatsApp-Chats erst seit der Übernahme durch Facebook verschlüsselt sind. Vorher hatte das Start-up überhaupt nicht die Möglichkeit dazu und der öffentliche Druck blieb aus. Alles in allem liegt die Verantwortung, möglichst wenig empfindliche Daten in fremde Hände zu geben, zunächst bei uns selbst. Denn soziale Netzwerke können nur das verwerten, was wir ihnen zur Verfügung stellen, auch wenn die Arme der sogenannten „Datenkraken“ zugegebenermaßen recht lang sind.

Bildquelle: © Facebook

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Michelle Kämpfer
Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.