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Shoppingverhalten Corona Deutschland
Veröffentlicht am 26 Jan 2021

So kaufen die Deutschen in der Corona-Krise ein

Veröffentlicht am 26 Jan 2021
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Viele Geschäfte haben geschlossen, aber Einkäufe müssen weiterhin erledigt werden. Wie haben sich die Einkaufsgewohnheiten der Deutschen im letzten Jahr durch die Corona-Pandemie geändert? Und wie kommen die Händler mit der veränderten Situation klar?

Immer mehr Waren werden online bestellt

Bereits vor der Krise kauften viele Leute online ein. Dieser Trend setzte sich im letzten Jahr fort. Viele Kunden gaben außerdem an, mehr online und weniger offline eingekauft zu haben. Dies zeigen Statista-Daten. Überraschend ist diese Entwicklung nicht, da Einkaufen im stationären Handel in der letzten Zeit nur eingeschränkt möglich ist und mit einer höheren Infektionsgefahr einher geht. Das spiegelt sich in der Zahl der Pakete wider: Allein von März bis August 2020 wurden 17,4 Prozent mehr Sendungen als im Vorjahr verschickt. Die Bedürfnisse der Kunden haben sich in der Corona-Krise geändert. Der Versandhändler Otto gab an, im letzten Jahr 200 Prozent mehr Heim- und Kraftsportartikel und 300 Prozent mehr Produkte zum Bart- und Haareschneiden verkauft zu haben. Grund dafür sind die geschlossenen Friseure und Fitnessstudios. Die Retourenquote verringerte sich allerdings leicht. Das liegt daran, dass die Leute ausschließlich das einkauften, was sie brauchten.

Corona-Lockdown stellt Händler vor Herausforderungen

Infolge der Filialschließungen und der Verlagerung auf das Online-Geschäft klagen 67 Prozent der Händler laut einer Logistik-Studie über Versand- und Beschaffungsprobleme. Oft fehlen Lieferkapazitäten, wodurch die Ware im geschlossenen Laden bleibt und täglich an Wert verliert. Zudem ist die Nachfrage der Kunden teilweise gesunken, da man nun genau überlegt, was tatsächlich benötigt wird und man sich nicht erst im Geschäft inspirieren lässt. Diese Entwicklung konnte auch durch die temporäre Mehrwertsteuersenkung nicht verhindert werden. Aufgrund dieser Probleme verlagern die Händler ihre Prioritäten. Dies betrifft unter anderem die Nachhaltigkeit, die als Wert an Bedeutung verloren hat.

Verbraucher haben Anforderungen an den Online-Einkauf

Doch worauf achten Kunden bei der Bestellung im Online-Shop? Laut einer Capterra-Umfrage aus dem letzten Jahr brechen 60 Prozent der Verbraucher den Kauf ab oder wechseln zur Konkurrenz, wenn die bevorzugte Zahlungsmethode nicht angeboten wird. Am beliebtesten sind dabei PayPal und der Kauf auf Rechnung. 42 Prozent lesen vor dem Kauf Kundenbewertungen auf anderen Websites und 27 Prozent haben bereits Produkte in den sozialen Medien oder per Spracheingabe gekauft. Dazu gehören beispielsweise Siri und Alexa. Entsprechend wird es immer wichtiger für Händler, ihre Produkte auch in den sozialen Medien zu bewerben. 16 Prozent der Befragten haben angegeben, in Zukunft auch Produkte online einkaufen zu wollen, die sie vor der Krise im Geschäft gekauft haben. Von dieser Entwicklung profitiert unter anderem der Online-Lebensmittelhandel.

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Bildquelle: © Unsplash / atoms

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Michelle Kämpfer
Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.