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Veröffentlicht am 22 Dez 2017

Die fünf heißesten FinTech Trends für 2018

Veröffentlicht am 22 Dez 2017
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Die Finanzbranche entwickelt sich stetig weiter. Einen nicht unwesentlichen, wenn nicht sogar den größten Anteil, nehmen dabei die FinTechs ein. Im Jahr 2017 haben wir vor allem einen technologischen Fortschritt erlebt, aber auch die sich wandelnden Ansprüche der Kunden verändern die Branche immer mehr. Die Big Player geraten zunehmend unter Druck, den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Gut informierte, unkomplizierte und spontane Millennials haben eben andere Ansprüche als der klassische Bankkunde, trotzdem dürfen die Institute neben allen neuen Innovationen die eigene Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen verlieren.

Außerdem kommen neue Herausforderungen auf die Banken und FinTechs zu. Immer mehr Staaten wollen nach und nach den bargeldlosen Alltag forcieren, Deutschland gehört bislang noch nicht dazu. Solche gigantischen Projekte, die den Finanzmarkt dauerhaft und einschneidend verändern, bieten wiederum neue Möglichkeiten, neue Sparten und neue Freiräume für die FinTechs. In solchen fortschrittlichen Staaten werden einige FinTechs sogar finanziell gefördert, um durch bessere Forschung und bessere Umsetzungen das Bargeld reibungsloser und effizienter abzulösen.

Auch das allgemeine Bild des Banken-FinTech-Verhältnisses hat sich im Jahr 2017 eklatant geändert. FinTechs sind nun nicht mehr die Störenfriede, die das ruhige und sichere Bankenbusiness zerstören, sie sind zu Partnern geworden, die für die Banken in der heutigen digital-first World mehr als notwendig geworden sind.

Die Branche wird sich weiter wandeln, auch im Jahr 2018. Was in diesem Wandel potentielle Game Changer sein könnten, stellen wir in unserer Top 5 der heißesten FinTech Trends für 2018 vor.

1. Next-gen Chatbots

Künstliche Intelligenzen, auch AI, also artificial intelligence, genannt, sollen verstärkt für die Interaktion mit dem Kunden und den Support derer eingesetzt werden. Stand jetzt hat ein solcher Bot die Intelligenz eines 2 bis 3-jährigen, doch dabei soll es nicht bleiben. Die Bots lernen nicht nur selbst weiter dazu, auch die Technologie wächst immer weiter und wird immer fortschrittlicher. Man darf für 2018 also viel erwarten. Nicht nur, dass es mehr Chatbots geben wird, sondern auch dass die Qualität besser ist, die Antworten schneller und die getroffenen Entscheidungen schlichtweg besser sind als das, was wir bereits in diesem Jahr erleben durften.

2. Maschinelles Lernen

Neue Regressionsmodelle, die durch maschinelles Lernen betrieben werden, sollen für bessere Angebote sorgen. Soweit die Theorie. Die besten Big-Data-Wissenschaftler der Welt erforschen zurzeit das generelle Verhalten der Kunden, ihre Erwartungen und die Reaktionen auf Produkte, Apps und Internetseiten. Der potentielle Kunde wird also einmal komplett durchleuchtet. Anhand dieser Ergebnisse sollen die Big Data Tools dann angepasst werden, um die Bedürfnisse der Kunden nicht nur einzuschätzen, sondern sogar voraussagen zu können. Diese Tools sollen dann, sobald sie einmal installiert sind, selbstständig mit jeder Benutzung dazu lernen, um die Bedürfnisse und Nöte immer präziser und genauer deuten zu können.

3. Blockchain

Schon jetzt ist Blockchain in aller Munde. Blockchain ist die Technologie, die unter anderem den Bitcoin und andere Kryptowährungen herstellt. Mit dem kometenhaften Aufstieg dieser wird natürlich auch die Technologie, die diese Erfolge überhaupt ermöglicht, für die Finanzwelt immer interessanter. Für das neue Kalenderjahr sind nun sogenannte Blockchain-Netzwerke im Gespräch, die vor allem das Geschäft mit den vieldiskutierten Kryptowährungen verbessern sollen. Solche Netzwerke würden den immer wieder vorkommenden Betrug reduzieren, die Geschwindigkeit der Vertragsabschlüsse beschleunigen und die Transparenz der sonst absolut anonymen Währungen erhöhen. Einige Big Player haben schon mit Pilot Projekten zum Thema Blockchain begonnen, um zu evaluieren, in wie weit die Technologie ins eigene Programm passt und ob eine Inkludierung dieser in die Strategie des Unternehmens machbar und sinnvoll wäre. Nicht nur aufgrund des Hypes, sondern vor allem wegen dem riesigen Potential werden in diesem Bereich riesige Fortschritte erwartet.

4. Automatische Personalisierung

Banken wollen die Power von FinTechs nutzen um ihre Angebote zu personalisieren und sie auf die verschiedenen Devices der Nutzer zu bringen. Vor allem die Personalisierung spielt bei der Kundengewinnung und -erhaltung dieser eine große Rolle. Des Weiteren wollen die Banken ihre Apps anhand der tatsächlichen Benutzung überarbeiten und so weg vom Prototyp einer klassischen Banking App kommen. Darüber hinaus wollen die Banken die bisherige Nutzung, die Präferenzen und die Bankgewohnheiten der Kunden nutzen um pre-filled-data, also bereits vorausgefüllte Informationen zu erstellen. Das alles zusammen soll dann für eine höhere Kundenbindung und einen effizienteren self-service sorgen.

5. Cybersicherheit

Daten sind in der Wirtschaft das neue Öl – jeder will sie haben. Was allerdings fürs Geschäft interessant ist, ist es für die Kriminalität gleichermaßen. Hacker haben bislang und werden auch weiter Wege finden um an diese Daten zu kommen. Bis dato haben Banken und Unternehmen in Sachen Cybersicherheit mehr reagiert als agiert und nur wenige präventive Maßnahmen getroffen. Das wird sich ändern müssen, um die Sicherheit der Kunden, beziehungsweise vor allem ihrer Daten, zu jeder Zeit gewährleisten zu können. Vor allem die Kombinationen aus Encryption, OTPs (also Einmalpasswörtern) und der biometrischen Authentifizierung werden im neuen Jahr sehr interessant werden.

 

Der Finanzmarkt hat sich schon gewandelt und er wird sich auch weiter wandeln. In 2018 könnte die Branche unter anderem durch diese fünf vorgestellten Trends einen weiteren großen Schritt Richtung Zukunft gehen und den Markt weiter verändern. Wie diese Änderungen dann tatsächlich aussehen werden, werden wir dann nach und nach im neuen Jahr erfahren. Lange hin ist es mittlerweile nicht mehr.

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Marc Steppke
Über den Autor
Marc Steppke ist seit 2017 bei auxmoney. Neben aktuellen FinTech-News berichtet er über die internationale Wirtschafts- und Finanzbranche.