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Veröffentlicht am 03 Mai 2019

Deutsche Banken entwickeln Girocard weiter

Veröffentlicht am 03 Mai 2019
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Über Paydirekt, mit dem die deutsche Kreditwirtschaft PayPal Konkurrenz machen wollte, gibt es in letzter Zeit nicht allzu viel Positives zu berichten. Jetzt wird über eine neue Idee diskutiert. Aber hat diese mehr Potenzial?

Girocard kann demnächst mehr

Die deutschen Banken planen anscheinend eine neue Online-Bezahllösung in Form einer in-App-Girocard. Das geht aus Informationen hervor, die Finanz-Szene.de vorliegen. Bisher kann man mit der Girocard nur im Geschäft selbst bezahlen. Eine in-App-Lösung würde jedoch auch Zahlungen in Online-Shops ermöglichen. Sie soll im besten Fall noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Was wird aus Paydirekt?

Die Nachricht von der in-App-Girocard überrascht deshalb, weil es doch eigentlich schon eine gemeinsame Online-Bezahlplattform der Banken gibt, und zwar Paydirekt. Doch den Banken ist es seit dem Start von Paydirekt im Jahr 2015 nicht gelungen, den Zahlungsdienst bei wirklich vielen Händlern zu etablieren. Der Hauptgrund dafür dürfte der Konkurrent PayPal aus den USA sein, der auch in Deutschland eine breitere Akzeptanz genießt und somit über eine deutlich höhere Nutzerbasis verfügt. Paydirekt hat sich dagegen nicht flächendeckend durchsetzen können. Das bleibt nicht unbemerkt in der Bankenszene: Im Januar hatten einige private Banken wie die HypoVereinsbank und die Targobank bereits angekündigt, zum Jahresende als Gesellschafter aus Paydirekt auszusteigen.

Neuer Versuch mit in-App-Girocard

Nun sieht es so aus, als wollten die deutschen Banken mit der in-App-Girocard einen neuen Versuch für eine erfolgreiche Online-Bezahllösung starten. Dafür müsste dann anders als bei Paydirekt kein neues Unternehmen gegründet werden. Stattdessen soll die Vermarktung über „Euro Kartensysteme GmbH“, eine Tochterfirma der deutschen Banken, laufen.

Ein weiterer Unterschied ist der Preis. Für die Abwicklung der Transaktion müssen die Händler einen bestimmten Anteil des Einkaufspreises an die entsprechende Bank zahlen. Bei der Girocard liegt dieser Prozentsatz bisher bei 0,2 %. Wenn das auch bei der geplanten in-App Lösung so bleibt, wäre diese für die Händler deutlich billiger als PayPal und Paydirekt. Das spricht für die in-App-Girocard.

Was außerdem helfen könnte, ist der gute Ruf der Girocard. In ihren bisherigen Versionen konnte sie sich stets gegen die Konkurrenz durchsetzen. Ob sie auch gegen PayPal ankommt, ist aber fraglich.

Bildquelle: shutterstock.com

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Michelle Kämpfer
Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.