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Krypto-Newsflash: Ripple stürzt ab
Veröffentlicht am 09 Jan 2018

Der Krypto-Newsflash: Ripple stürzt ab!

Veröffentlicht am 09 Jan 2018
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Es ist nur wenige Tage her, dass wir den Aufstieg Ripples zur zweitgrößten Kryptowährung besungen haben, nun ist es jedoch vorerst vorbei mit dem Höhenflug! Außerdem dabei: Die Messenger-App Telegram baut ihr eigenes Krypto-Netzwerk inklusive ICO; und: Die Börse in New York arbeitet an Bitcoin-ETFs.

Kurseinbruch – Ripple fällt hinter Ethereum zurück

Ripple Logo

Quelle: ripple.com

Wie gewonnen, so zerronnen. Ripples Höhenflug ist vorerst vorbei. Nach den massiven Kursanstiegen der letzten zwei Wochen folgte nach den Daten von Coinmarketcap ein starker Absturz, die den Wert der Kryptowährung um fast 40 Prozent einbrechen ließ. Damit büßt Ripple vorerst seinen zweiten Platz bei der Marktkapitalisierung ein, den die Währung kurz zuvor erst Ethereum entrissen hatte. Ethereum wiederum konnte die Verluste, die in den letzten zwei Tagen praktisch alle großen Kryptowährungen getroffen haben, mittlerweile schon wieder komplett kompensieren und steht damit relativ gesehen als großer Gewinner da.

Die Hintergründe für den plötzlichen Kursfall sind jedoch vor allem technischer Natur. Coinmarketcap bezieht die koreanischen Kurse nämlich nicht weiter in die Berechnung der Kurse mit ein, da sie dort aufgrund von speziellen Marktdynamiken deutlich über dem Durchschnitt liegen. Eine wirkliche Abwärtsspirale droht daher allem Anschein nach nicht, zumal sich die Währung nach der Maßnahme sofort stabilisieren konnte. Auch der Bitcoin berappelte sich nach mehreren Kursverlusten im Jahr 2017 immer wieder und ließ sich nicht davon abhalten, neue Rekordwerte aufzustellen. Die weitere Kursentwicklung Ripples wird also spannend zu beobachten sein. Insgesamt gesehen steht Ripple übrigens immer noch mehr als gut dar: Aufs Jahr gerechnet muss der Wertgewinn in mehreren zehntausend Prozent angegeben werden!

Messenger-App Telegram baut eigene Blockchain auf – ICO geplant

Telegram Logo

Quelle: Telegram

Neue Kryptowährungen gibt es wie Sand am Meer. Dabei stützen sich die Herausgeber jedoch meistens auf die Blockchain des Bitcoin oder von Ethereum als Infrastruktur zur Verifizierung von Transaktionen. Die Messenger-App Telegram geht nun einen Schritt weiter: Wie TechCrunch unter Berufung auf interne Quellen schreibt, arbeitet Telegram an seinem eigenen Kryptonetzwerk. Dieses soll den Namen „Telegram Open Network“ (TON) tragen und ähnlich funktionieren wie die Blockchain von Ethereum und Bitcoin. Allerdings sei die Technologie dabei weiter entwickelt, was den derzeit grassierenden Skalierungsproblemen der beiden größten Blockchains entgegenwirken soll.

Dem Bericht nach werde TON dafür nicht komplett dezentralisiert gestaltet, sondern einige zentralisierte Strukturen beinhalten. Dies wäre mit dem Ripples Modell vergleichbar. Ein komplett neues Netzwerk mit eigener Blockchain wäre ein mutiger Schritt. Letztlich solle das Ganze Zahlungsvorgänge im Alltag vereinfachen und den Funktionsumfang der App nach dem Vorbild von WeChat in China ausbauen. Finanziert wird das Unterfangen mit einem ICO, der dem Bericht nach zum Größten der Geschichte werden könnte. Einen offiziellen Starttermin gibt es noch nicht, allerdings wird der März als möglicher Zeitraum genannt. ICOs werden normalerweise von sehr jungen Startups zur Kapitalakquise genutzt. Telegram könnte damit zum ersten großen Unternehmen werden, das diesen Schritt geht.

Die New Yorker Börse reicht Pläne für Bitcoin-ETFs ein

Das Thema Bitcoin und Börsengang verfolgt uns auch im neuen Jahr. Nachdem Ende 2017 zwei Börsen in den USA den Handel mit Bitcoin-Futures eingeführt hatten, überlegen auch mehr und mehr andere Börsen, sich dem Trend anzuschließen – unter anderem die Deutsche Börse. Gespannt richten sich die Augen aber vor allem auf die Nasdaq, die die Einführung eines solchen Futures für Anfang 2018 angekündigt hatte.

Die New Yorker Börse (NYSE) hatte dabei niemand im Blick, zumal sich ihre Eigentümer Anfang Dezember noch sehr skeptisch über Bitcoin-Futures äußerte. Was dabei jedoch wohl niemand vorhersehen konnte: Die größte Börse der Welt arbeitet stattdessen an der Einführung von Bitcoin-ETFs. Die fünf Fonds, die die NYSE nun zur Vorlage an die „Securities and Exchange Commission“ in den USA eingereicht hat, erlauben eine Kurs-abhängige Anlage in Bitcoin, wobei sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse gewettet werden kann. In vier Fällen sind außerdem Hebel integriert, die den Einsatz des Anlegers um das bis zu Zweifache multiplizieren, damit jedoch auch das Risiko dementsprechend erhöhen. Wie sich ein solcher Börsengang auf den Bitcoin-Kurs auswirken wird, ist völlig unvorhersehbar. Der Start der Futures an zwei amerikanischen Börsen wirkte sich bisher nicht entscheidend auf die Wertentwicklung aus.

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Bildquelle: shutterstock.com

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.