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kontaktlos bezahlen mobile payment coronakrise Vorteile Nachteile
Veröffentlicht am 27 Mai 2020

Sollte man in der Corona-Krise wirklich kontaktlos zahlen?

Veröffentlicht am 27 Mai 2020
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In den meisten Geschäften wird man nicht nur gebeten, die Maskenpflicht einzuhalten, sondern auch, möglichst nicht mit Bargeld zu bezahlen. Das hat langfristige Auswirkungen auf die Beliebtheit der verschiedenen Zahlungsmittel und bringt sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich.

Kontaktloses Bezahlen mit Girocard und Kreditkarte wird einfacher und sicherer

Aus Sorge, sich beim Bezahlen an der Kasse mit Bargeld mit COVID-19 zu infizieren, greifen derzeit deutlich mehr Leute zur Girocard oder Kreditkarte als kontaktloses Zahlungsmittel. Viele Geschäfte, in denen vorher nur bar bezahlt werden konnte, bieten nun auch Kartenzahlung an, um den notwendigen Abstand zu gewährleisten. Damit man darüber hinaus nicht so schnell mit dem Pin-Pad in Berührung kommt, wird es bald überall möglich sein, bis zu einem Betrag von 50 Euro kontaktlos zu bezahlen, ohne den Pin eingeben zu müssen. Laut der Deutschen Kreditwirtschaft haben dadurch Zahlungen mit der Girocard seit Beginn der Corona-Krise um 50 Prozent zugenommen. Spätestens nach fünf Transaktionen oder bei einem Betrag von 150 Euro muss der Pin dann aber doch eingegeben werden.

Mobile Payment auch bei höheren Beträgen praktisch

Wer das nicht möchte, kann auf Mobile Payment mit dem Smartphone zurückgreifen. Eine Wirecard-Untersuchung hat ergeben, dass in Frankreich, Großbritannien und Deutschland mehr als die Hälfte der Befragten Mobile Payment Dienste wie Apple Pay oder Google Pay nutzen und das auch weiterhin tun wollen. Kontaktloses Bezahlen wird als besonders sicher, schnell und praktisch eingeschätzt, denn man muss kein Bargeld mitführen.

Verringert kontaktloses Bezahlen tatsächlich das Corona-Infektionsrisiko?

Allerdings gibt es auch Kritik am sprunghaften Anstieg des kontaktlosen Bezahlens und des Mobile Payment. Nach wie vor sind nicht alle Datenschutzbedenken ausgeräumt und durch das Anheben der Pin-Grenze wird Betrügern ein größerer Anreiz geschaffen. Zudem geht die Infektionsgefahr laut dem Robert Koch-Institut, der Deutschen Bundesbank und der EZB nicht primär vom Bargeld aus. Ein größeres Problem ist, dass angefasstes Obst und Gemüse wieder zurückgelegt und an der Kasse die Lebensmittel ohne Handschuhe gescannt werden, bevor der Kunde sie wieder anfasst, um sie in den Wagen zu legen.

Kontaktlos bezahlen kann teuer werden

Zudem kann kontaktloses Bezahlen je nach Bank und Kontomodell mit hohen Kosten verbunden sein, wie eine Untersuchung des Verbraucherportals Biallo zeigt. Von 820 untersuchten Volksbanken und Sparkassen erheben 401 Kreditinstitute zusätzliche Kosten. Diese liegen durchschnittlich bei 34 Cent pro Bezahlvorgang. Die Sparkasse Rhein-Lippe in Wesel liegt mit 70 Cent an der Spitze. Problematisch ist, dass viele Banken diese Kosten nicht kenntlich machen. Vor allem, wenn man oft bar bezahlt, fallen die zusätzlichen Kosten zunächst nicht auf. Wenn man unsicher ist, sollte man bei der Bank nachfragen und bis dahin eher bar bezahlen. Möglicherweise lohnt es sich auch, zu einem Premiumkonto mit besseren Konditionen oder einer anderen Bank zu wechseln.

Fazit: Kontaktlos zahlt es sich schneller, aber nicht unbedingt sicherer

Der Bezahlvorgang mit kontaktlosen Zahlungsmethoden ist mittlerweile deutlich einfacher und schneller geworden. Das war allerdings auch schon vor der Corona-Krise der Fall. Vor dem Corona-Virus schützt aber auch der Verzicht auf Bargeld nicht.

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(Seite wird fortlaufend aktualisiert)

Bildquelle: © Wirecard

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Michelle Kämpfer
Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.