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wird das büro für startups überflüssig durch home-office
Veröffentlicht am 09 Sep 2021

Eine „neue Normalität“ nach Corona – auch im Büro?

Veröffentlicht am 09 Sep 2021
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Immer mehr Menschen sind geimpft und Deutschland kehrt aus dem Corona-Alltag langsam in die Normalität zurück. Dadurch ist auch eine Rückkehr ins Büro möglich. Einige Arbeitnehmer haben die Flexibilität, die das Home-Office bietet, allerdings liebgewonnen. Wird das Büro also demnächst überflüssig?

Warum wohl nicht alles genau wie früher wird

Insbesondere in deutschen Start-Ups war der Übergang vom Büro ins Home-Office am Anfang der Corona-Krise unproblematisch. Oft wird zum Arbeiten schließlich nur ein Laptop benötigt. Mit einer Internetverbindung ist es also kein Problem, von überall aus per Videocalls an Meetings teilzunehmen und mit Kollegen in Kontakt zu bleiben. Da liegt es nahe, dass viele Arbeitnehmer die flexible Arbeitsweise beibehalten wollen und zumindest ein paar Tage in der Woche zum Arbeiten nicht ins Büro kommen möchten. Experten rechnen mit einer Tendenz hin zu einer Mischung zwischen den Arbeitsplätzen.

Das Problem an der Kombination von Büro und Home-Office

Das bedeutet jedoch, dass Meetings nicht mehr für alle Arbeitnehmer gleich ablaufen. Für die Personen im Home-Office endet das Meeting zu einer bestimmten Zeit; die Kollegen, die sich im Konferenzraum treffen, können im Anschluss inoffiziell Ideen austauschen. Die Arbeitsbedingungen sind nicht mehr für alle gleich, was problematisch für den Teamzusammenhalt sein kann. Denn für ein gutes Arbeitsklima sind neben gemeinsamen Meetings nicht zuletzt spontane Gespräche im Flur, an der Kaffeemaschine oder beim gemeinsamen Mittagessen wichtig. Insbesondere neue Kollegen dürften es schwerer haben, im Team Anschluss zu finden, wenn man sich nur selten „live“ sieht.

Home-Office als Möglichkeit für Start-Ups, Platz und Miete zu sparen?

Mit der Frage, wie sowohl Flexibilität und als auch Zusammenhalt im Team gewährleistet werden können, müssen sich Unternehmen, aber auch Start-Ups in der Zukunft wohl intensiver beschäftigen. Auch eine wirtschaftliche Überlegung spielt dabei eine Rolle. Falls das Büro nach Corona tatsächlich dauerhaft etwas leerer bleibt, könnten sich Unternehmen zumindest theoretisch einen Teil der Büromiete sparen. Ob das tatsächlich passieren wird, ist unklar. Denn trotz Pandemie sind Immobilien eine lohnende Investition und für Investoren weiterhin attraktiv. Zudem wollen viele Arbeitnehmer nicht ihren festen Arbeitsplatz abgeben. Deshalb ist es für Start-Ups und Unternehmen schwierig, die genaue Platzersparnis abzuschätzen. Manche haben davon profitiert, dass der Mietvertrag im letzten Jahr ausgelaufen ist und sich dadurch etwas verkleinert.

Also wird das Büro jetzt überflüssig oder nicht?

Für genauere Prognosen ist es noch zu früh und die Corona-Situation zu unsicher, immerhin steigen die Infektionszahlen nach wie vor und weitere Kontaktbeschränkungen sind nicht unmöglich. Wahrscheinlich ist, dass insbesondere kleinere Start-Ups in der Zukunft weiterhin flexible Arbeitsmodelle in Betracht ziehen dürften, um Kapital für teure Büroflächen zu sparen. Das war auch vor der Corona-Krise schon so. Überflüssig wird das Büro dadurch allerdings nicht – auch weil Home-Office längst nicht in jeder Branche eine Option ist.

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Bildquelle: © Unsplash / Israel Andrade

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Über den Autor
Michelle Kämpfer beschäftigt sich insbesondere mit der lokalen Startup-Szene mit Schwerpunkt auf der FinTech-Branche. Sie arbeitet seit 2018 bei auxmoney.