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Bitcoin
Veröffentlicht am 22 Dez 2017

Bitcoin-Update: Der Bitcoin im freien Fall!

Veröffentlicht am 22 Dez 2017
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Das liebste Thema der Finanzszene momentan, der Bitcoin, beschäftigt uns natürlich auch kurz vor Weihnachten. Eine ruhige Weihnachtszeit scheint dem Bitcoin-Kurs definitiv nicht beschert zu sein, denn derzeit leidet der Index unter massiven Kursverlusten. Alle News und Anekdoten zum Bitcoin seit unserem letzten Update gibt es hier im Überblick:

Bitcoin-Kurs: Fall, Aufstieg, Fall

Nachdem der Bitcoin am vergangenen Wochenende beinahe die magische Marke von 20.000 US-Dollar durchbrochen hatte, setzt sich nun der Abwärtstrend der letzten Tage fort. Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels hat sich der Kurs bei ca. 14.000 Dollar eingependelt, nachdem er gestern noch 2.000 Dollar höher stand. Insgesamt hat der Abrutsch den Bitcoin damit schon 30 Prozent seines Rekordwertes gekostet. Eine weitere Tendenz festzustellen ist dabei allerdings höchst schwierig, da sich das Blatt innerhalb von Minuten wenden kann. In einem Zeitraum von ungefähr 10 Minuten stieg etwa der Kurs auf der Plattform GDAX um 700 Dollar, nachdem vorher der Kurs innerhalb einer Minute um 300 Dollar einbrach.

Finanzexperten, die aufgrund dieser Unvorhersehbarkeit vor einem Investment in Kryptowährungen warnen, dürften sich damit bestätigt sehen (mehr dazu HIER). Eine Prognose oder gar Empfehlung kann damit nicht abgegeben werden. Während einige das lang angekündigte Platzen der Blase prophezeien und zum Verkauf raten, sehen andere in dem Verlust eine normale Korrektur und gleichzeitig eine Chance, zu einem vergleichsweise niedrigen Preis in den Handel einzusteigen. Die nächste News lässt immerhin auf eine positive Kursentwicklung hoffen.

Update: Mittlerweile liegt der Kurs bei 12.000 US-Dollar. Zwischenzeitlich lag er bei unter 11.000.

Goldman Sachs steigt in den Kryptowährungs-Handel ein

Diese Meldung hat es in sich. Laut Bloomberg arbeitet die US-Großbank Goldman Sachs an Bitcoin-Finanzprodukten. Die Seite stützt sich dabei nach eigenen Angaben auf die Aussagen von Insidern. Eine Einführung der besagten Produkte werde danach um den Juni herum angestrebt.

Obwohl Kryptowährungen die längste Zeit nur über dubiose Plattformen handelbar waren, wachsen die seriösen Optionen für den Handel mit Bitcoin auch nach Beginn des Hypes nur langsam. Nachdem zwei Börsen in den USA sowie eine Handvoll FinTechs den Einstieg ins Bitcoin-Trading wagten, wachen nun auch andere größere Finanzdienstleister ob der großen Nachfrage auf. So analysierte JPMorgan Chase kürzlich die Volatilität und die Zukunftsperspektive des Bitcoin, ohne dies aber explizit mit der Planung eigener Kryptowährungsangebote in Verbindung zu bringen. Die meisten Banken und Börsen beschränken sich weiterhin auf das Beobachten des Marktes.

Die wichtige Rolle der asiatischen Anleger

Die rasante Kursfahrt, die der Bitcoin in diesem Jahr hinlegt, hat die Kryptowährung in hiesigen Gefilden überhaupt erst in das Blickfeld vieler Anleger gebracht. In Asien haben Kryptowährungen hingegen schon seit Langem einen anderen Stellenwert. So ist etwa der Bitcoin seit April als offizielles Zahlungsmittel anerkannt. Noch interessanter ist, dass offenbar ein Großteil aller Bitcoin-Besitzer im asiatischen Raum beheimatet sind. Nach einem Bericht des Wall Street Journals wurden Ende November über 80 Prozent aller Bitcoin-Transaktionen über den östlichen Kontinent abgewickelt.

Der Bitcoin, so scheint es, ist in Asien bei Privatanlegern bereits zu einer festen Größe geworden. Die Gründe dafür sind ein interessantes Thema für sich, allerdings dürfte der Mangel an guten Investment-Optionen in der Region ein wichtiger Faktor sein. Die Schlussfolgerung, die man aus der wichtigen Rolle Asiens für den Verlauf des Bitcoin-Kurses ziehen kann, ist, dass man bei der Bewertung und der Prognose stets die Stimmung der asiatischen Anleger miteinbeziehen muss, da sie den größten Teil der Investoren ausmachen.

Steckt Nordkorea hinter den enormen Kursschwankungen?

Zum Abschluss noch etwas leicht Kurioses: Nordkorea hat sich im Bereich der Cyberkriminalität bereits einen Namen gemacht und wird mittlerweile als Drahtzieher hinter vielen schwerwiegenden Hacker-Attacken der letzten Zeit gesehen. Ein Bericht auf TechCrunch, der sich unter anderem auf Informationen von Reuters stützt, stellt einen interessanten Zusammenhang zwischen Nordkorea und Bitcoin her. Das klamme Regime hat offenbar seinen Fokus daraufgelegt, über kriminelle Attacken an Geld zu kommen, darunter an Bitcoin. So sei etwa die kürzlich an einer Hacker-Attacke zerschellte Handelsplattform Youbit Opfer der Nordkoreaner geworden.

Weiter wird spekuliert, dass Nordkorea nach der Akquirierung großer Bitcoin-Reserven aktiv versucht, den Preis nach oben zu treiben – und damit auch die eigenen Erlöse. Verifizieren lässt sich dies nicht, überraschen würde es jedoch auch niemanden. Südkorea schätzt die Gefahr durch seinen nördlichen Nachbarn mittlerweile offenbar als so groß ein, dass es als einer der Gründe hinter der Neueinführung der „Krypto-Steuer“ vermutet wird.

Bildquelle: shutterstock.com

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.