auxmoney Finanzpilot

Das Magazin für FinTech- & Finanznews

Werden Kryptowährungen in den USA bald auf Bundesebene reguliert?
Veröffentlicht am 06 Feb 2018

Bitcoin droht umfassende Regulierung in den USA

Veröffentlicht am 06 Feb 2018
Von:
Kommentare: Aus

Der Bitcoin ist derzeit nur noch ein Schatten seiner selbst: Neben dem Horror-Crash der letzten Tage und dem wohl kommenden Handelsverbot in China drohen den Kryptowährungen zu allem Überfluss nun auch umfassende Kontroll- und Regulierungsmaßnahmen in den USA. Die Aussichten für die Kursentwicklung in naher Zukunft werden damit weiter düster.

SEC „offen für Sondierungen“ bezüglich Krypto-Regulation auf Bundesebene

Konkret beziehen sich die jüngsten Sorgen ob einer deutlich schärferen Regulation des Bitcoin (und aller anderen Kryptowährungen) auf eine Anhörung von Jay Clayton, Vorsitzender der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC), vor dem Banken-Komitee des US-Senats. Das Skript derselben wurde bereits vorab vom US-Senat zur Ansicht freigegeben. Hier äußert sich Clayton dahingehend, dass er für Sondierungen mit Kongress über die Regulierung von Krypto-Handelsplattformen auf Bundesebene offen sei. Liest man zwischen den Zeilen, ergibt sich der Eindruck, dass genau dies nun aktiv vorangetrieben wird.

Die Möglichkeit, dass Kryptowährungen wie der Bitcoin in den USA auf Bundesebene indirekt über die Handelsplattformen reguliert werden, ist schon seit Wochen ein Schreckgespenst in der Szene. Zwar könnten Bitcoin & Co. weiter existieren, aber Steuerhinterziehung und in geringerem Ausmaß auch der Gebrauch von virtuellen Währungen beim Bezahlen illegaler Aktivitäten wären damit wesentlich schwieriger. Beides ist derzeit noch sehr einfach möglich. So gesehen ist eine umfassendere Kontrolle durch staatliche Behörden eigentlich wünschenswert, zumal das Konzept der Währungen an sich unangetastet bleibt. Wichtig ist auch, dass lediglich die Kontrolle von Handelsplattformen auf der Bundesebene vorgeschlagen wird und kein komplettes Handelsverbot, wie es nun etwa in China geschehen ist. Bisher werden Krypto-Handelsplattformen auf Ebene der einzelnen US-Bundesstaaten kontrolliert.

Alle Kryptowährungen tief im Minus

Die Meldung aus China hatte, im Kontext anderer Negativschlagzeilen, gestern einen der größten Kursrutsche in der Historie der Kryptowährungen ausgelöst. Die Marktkapitalisierung verkleinerte sich innerhalb von Stunden auf fast ein Drittel des Höchststandes von Anfang Januar. Der Bitcoin-Kurs lag teilweise nur knapp über 6000 US-Dollar, zum Vergleich: Der Rekord aus dem Dezember liegt bei 20.000 Dollar. Vielfach wurde daraufhin vor dem Platzen der Blase gewarnt. Angesichts der zuletzt stark aufgeblähten Kurse war eine umfassende Korrektur von vielen Experten erwartet worden. In den letzten Stunden konnte immerhin die Talfahrt vorerst gestoppt werden. Es kann aber keinesfalls vorhergesagt werden, bei welchem endgültigen Wert sich die Kurse am Ende einpendeln. Neue Negativmeldungen wie die neue Maßnahme verschiedener Großbanken, den Kauf von Bitcoin per Kreditkarte zu verbieten, dürften kaum eine beruhigende Wirkung auf die angeheizte Stimmung haben.

Im jüngsten Crash waren fast alle Kryptowährungen beinahe parallel abgestürzt. Ethereum, vor Kurzem noch bei über 1000 Dollar, liegt nun bei deutlich unter 700 Dollar. Ripple, Platz 3 in puncto Marktkapitalisierung, dümpelt bei etwa 70 US-Cent herum. Anfang Januar waren es beinahe vier Dollar! Die Verluste sind also massiv, die weitere Entwicklung ungewiss. Schon jetzt ist die Menge des Kapitals, die durch das Zocken mit Kryptowährungen verbrannt wurde, enorm. Die Gewinner sind am Ende ebenjene Handelsplattformen, die nun genauer kontrolliert – oder verboten – werden sollen.

auxmoney Banner
Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.