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Bitcoin-Kurs Prognose laut Experten bei 50.000 US Dollar bis Ende 2018
Veröffentlicht am 29 Mai 2018

Bitcoin-Kurs zu instabil für langfristiges Vertrauen? – Umfrage

Veröffentlicht am 29 Mai 2018
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Eine Umfrage der renommierten Technologie- und Management-Beratungsfirma BearingPoint kommt zum Schluss, dass Kryptowährungen in der deutschen Bevölkerung zwar immer weiter an Bekanntheit gewinnen, doch immer weniger Menschen Bitcoin & Co. das Vertrauen schenken, wenn es um die Preisstabilität geht. Daran haben möglicherweise die Bitcoin-Kurs-Kapriolen der letzten Monate einen Anteil.

Bitcoin bekannter als je zuvor, doch Vertrauen in Preisstabilität geht zurück

Die besagte Umfrage, die unter mehr als 1000 Deutschen durchgeführt wurde, legt nahe, dass Kryptowährungen in der deutschen Bevölkerung bekannter sind als nie zuvor. Immerhin 88 Prozent der Verbraucher gaben an, von virtuellen Währungen zu wissen oder zumindest schon einmal von diesen gehört zu haben. Das sind satte 17 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Gleichzeitig sinkt aber auch das Vertrauen in die Preisstabilität. So sprechen nur noch 23 Prozent der Befragten ihr Vertrauen in die Preisstabilität von Kryptowährungen aus, nachdem es im Vorjahr immerhin 9 Prozent mehr waren.

Im Vergleich dazu stieg hingegen das Vertrauen in die Preisstabilität von klassischen Anlageprodukten wie Gold und staatlichen Währungen. Daraus lässt sich folgern, dass der Vertrauensverlust tatsächlich Kryptowährungen im Speziellen betrifft. Dies spiegelt sich auch im sinkenden Prozentsatz derjenigen wider, die annehmen, dass virtuelle Währungen wie der Bitcoin langfristig traditionelle Zahlungsmittel ablösen werden. Hier liegt der Wert mit 31 Prozent zwar „nur“ drei Prozent unter dem Vorjahreswert, nichtsdestotrotz scheint eine Tendenz klar erkennbar. Eine weitere interessante Kennzahl in diesem Zusammenhang ist die sehr niedrige Zahl derjenigen, die tatsächlich in Kryptowährungen investieren (5 Prozent).

Spekulation ist die Hauptmotivation zum Bitcoin kaufen

Wer in Kryptowährungen investiert, tut dies in den meisten Fällen, um auf eine Wertsteigerung zu spekulieren. Zumindest in der Umfrage gab eine große Mehrheit von 54 Prozent dies als Grund an. Nur knapp die Hälfte davon (26 Prozent) gibt hingegen an, das Investment als Investition für den Anwendungsfall zu tätigen. Etwa genauso groß ist der Anteil der Befragten, die die erstandene Kryptowährung als mögliches Zahlungsmittel ansehen. Daraus wird deutlich, dass der eigentliche Zweck von Kryptowährungen als alternatives Zahlungsmittel bei den meisten Investoren offenbar in den Hintergrund tritt. Unter den Kryptowährungen, die als Investitionsobjekt dienen, hat Bitcoin wenig überraschend die Nase vorn. Dahinter folgen Ethereum und Ripple, was damit die Größe der Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung widerspiegelt.

Vier mal mehr Männer als Frauen tätigen Bitcoin-Investment

Auch zum Alter, Geschlecht und dem Bildungshintergrund der Anleger wurden Daten erhoben. Aus diesen ergibt sich, dass vier mal mehr Männer als Frauen in Kryptowährungen investieren. Trotz des annähernd homogenen Bekanntheitsgrades in allen Altersgruppen sind Investoren meist jung. Von den 18- bis 29-Jährigen gaben 22 Prozent an, virtuelle Währungen zu nutzen. Bei den 30- bis 49-Jährigen waren es im Vergleich nur 17 Prozent und bei den über 50-Jährigen gar nur 13 Prozent. Weiterhin steigt die Nutzung von Kryptowährungen signifikant mit dem Bildungsniveau: Befragte mit Abitur und Studium gaben sich doppelt so häufig als Nutzer zu erkennen wie diejenigen mit Hauptschulabschluss. Dies hängt auch mit einem größeren Wissen über das Thema zusammen, das bei gebildeten Umfrageteilnehmern ebenfalls signifikant über dem Niveau der restlichen Befragten lag.

Bitcoin-Kurs-Schwankungen als Hauptgrund für das gesunkene Vertrauen?

Um das schwindende Vertrauen in Bitcoin, Ethereum & Co. zu erklären, ist es hilfreich, sich die Entwicklung des Kryptomarktes der letzten Monate vor Augen zu führen. Der Bitcoin-Kurs, der in den meisten Fällen die Entwicklung auf dem Markt insgesamt sehr gut widerspiegelt, hat seit seinem Allzeithoch im Dezember 2017 fast zwei Drittel seines Wertes eingebüßt und tendiert weiterhin nach unten. So gesehen erscheint es kaum verwunderlich, dass das Vertrauen in die Preisstabilität abnimmt. Zwar muss festgehalten werden, dass die Wertsteigerung des Bitcoin im Jahresvergleich weiterhin bei mehr als 300 Prozent liegt, was bei der Betrachtung der jüngsten Entwicklungen gerne übersehen wird, doch sind es ebenjene starke Verluste der letzten Monate, die bei der Beurteilung eine große Rolle spielen dürften.

Ähnlich sieht es offenbar auch Dr. Robert Bosch, Partner bei BearingPoint im Bereich Financial Services, der sich wie folgt zitieren lässt: „Kryptowährungen wurden in den Medien vor allem während des Kursanstiegs Ende 2017 bekannter. Dadurch stieg auch das Bedürfnis der Verbraucher, an dem Thema teilzuhaben. Durch einen anschließenden Kursverfall ist das Vertrauen in die alternative Währung aber wieder gesunken und die bislang fehlende Regulierung verstärkt diese Unsicherheit gegenüber Kryptowährungen noch.“ Wie sich Kryptowährungen in Zukunft preislich entwickeln, ist kaum abzusehen. Diese Entwicklung dürfte demnach jedoch einen großen Einfluss darauf haben, wie sich das Vertrauen in virtuelle Währungen insgesamt weiter entwickeln wird.

Beitragsbild Bildquelle: Shutterstock

Quelle: BearingPoint

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.