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Bitcoin und andere Kryptowährungen stürzen weiter ab
Veröffentlicht am 23 Jan 2018

Bitcoin und andere Kryptowährungen stürzen weiter ab

Veröffentlicht am 23 Jan 2018
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Das Muster der letzten Wochen scheint sich zu wiederholen. Dienstage bekommen Bitcoin, Ethereum und den Altcoins offensichtlich nicht gut. Nachdem sich schon gestern ein deutlicher Abwärtstrend abgezeichnet hatte, geht es heute munter weiter mit der Korrektur. So langsam nähern sich die Werte für die Marktkapitalisierung wieder denen vom Crash letzte Woche an. Momentan droht sie unter 500 Milliarden US-Dollar zu fallen. Zum Vergleich: Während des Absturzes letzte Woche fiel sie unter 430 Milliarden. Zur Hochzeit am Anfang des Monats waren es noch weit über 800 Milliarden.

Bitcoin fällt unter 11.000 Dollar, Ethereum unter 1.000 Dollar

Kryptowährungskurse 1-14

Quelle: Coinmarketcap

Momentan muss der Bitcoin wieder um den Abstieg unter die psychologisch wichtige 10.000-Dollar-Marke bangen, was angesichts sinkender Handelsgebühren und der ersten Transaktion über das Lightning-Netzwerk eher merkwürdig anmutet. Ethereum ist bereits unter 1000 Dollar gefallen. Auffällig ist wie schon bei den letzten Korrekturen die Synchronizität zwischen den einzelnen Kryptowährungen. Fällt der Bitcoin, so scheint es, fallen auch alle anderen Coins. Auch an diesem Tag offenbart der Blick auf die Kurse daher sehr viel Rot. Zwischen den teils niedrig zweistelligen Verlustmeldungen im 24-Stunden-Vergleich befinden sich zwar auch ein paar relative oder sogar echte Gewinner, doch diese vermögen den Trend insgesamt nicht zu beeinflussen. Allerdings sind jene Werte interessant, da sich um sie eine kurzfristige Hype-Blase aufbauen könnte, die risikofreudigen Investoren auch in dieser Zeit Möglichkeit gibt, mit Long-Positionen Gewinne einzufahren.

Bitcoin zieht Altcoins nach unten

Altcoinkurse 15-28

Quelle: Coinmarketcap

Der Grund dafür ist nicht nur, wie im Beitrag zur letzten Korrektur berichtet, der Vertrauensverlust, der sich auf den Kryptomarkt als Ganzes auswirkt, sondern auch die starke Kopplung von Kryptowährungen mit dem Bitcoin-Kurs. Auf vielen Handelsplattformen müssen Coins und Tokens nämlich in Bitcoin bezahlt werden, andersherum lassen sie sich auch wieder nur in Bitcoin auszahlen. Wer „echtes“ Geld investieren möchte, muss also in den meisten Fällen zuerst den Umweg über den Bitcoin gehen, andersherum ist dies auch bei der Auszahlung nötig. Fällt der Bitcoin, fallen die anderen Währungen also praktisch automatisch. Das Vertrauen in den Kryptomarkt spielt dabei aber ebenfalls eine wichtige Rolle, zumal sich in den letzten zwei Wochen Korrekturen häuften und sich eine allgemeine Unsicherheit bemerkbar machte.

Bitcoin Futures laufen aus – Grund für die erneute Abwertung?

Ein handfester Grund für die erneut starke Korrektur lässt sich zumindest nach dem Studium der neuesten Nachrichten rund um Kryptowährungen nicht eindeutig benennen. Allerdings ist der Zeitpunkt dennoch interessant, denn am Freitag laufen die Futures-Verträge der CME in den USA aus. Dies korreliert in etwa mit den Preisschwankungen, die es letzte Woche vor dem Auslaufen der Contracts an der CBOE gegeben hatte. Es ist möglich, dass Börsenhändler mit geschickten Marktmanipulationsmanövern versuchen, die Kurse noch einmal in eine bestimmte Richtung zu treiben. Es wird daher sehr interessant sein, die Entwicklung bis Freitag und kurz danach zu beobachten. Professionelle Anleger erhalten seit Dezember 2017 über die Futures erstmals die Möglichkeit, mittels wirklicher Börsen auf den Aufstieg oder Fall des Bitcoin zu wetten.

Insgesamt keine schlechten News für Kryptowährungen

Die News der letzten Tage waren geprägt von Entwicklungen in Südkorea. Dort scheint sich die Lage jedoch zu entspannen, nachdem die Regierung Pläne zum Handelsverbot von Kryptowährungen im Land zumindest für die nächste Zeit dementiert hatte. Gegner eines Handelsverbots, die sich zunehmend durch Volksbegehren Gehör verschaffen, erhalten dabei Aufwind etwa durch den Vorsitzenden der südkoreanischen Fair-Trade-Kommission, der sagte, dass ein Verbot von Kryptowährungen „realistisch nicht möglich sei“, sowie durch die zweitgrößte Bank des Landes, die Handelsplattformen weiterhin virtuelle Konten zur Verfügung stellen will.

Hinzu kommen andere äußerst interessante Neuigkeiten, die belegen, dass das Prinzip Blockchain uns auch in der Zukunft begleiten wird. Meldungen wie die Investition des japanischen Energieriesen TEPCO in Electron, ein britisches Technologieunternehmen, das sich auf die Blockchain spezialiert, oder Meldungen von letzter Woche wie etwa über das neue Projekt von IBM und Maersk zur Organisation des Welthandels in der Blockchain lassen aufhorchen und geben Mut, wenn es um die Zukunft der Technologie geht.

Bildquelle: shutterstock.com

Gewinner des Tages (Top 20): Lisk (LSK)

Gewinner des Tages: Lisk

Quelle: Coinmarketcap

Verlierer des Tages (Top 20): VeChain (VET)

Verlierer des Tages: VeChain

Quelle: Coinmarketcap

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.