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Bitcoin Crash sorgt für Jahrestief
Veröffentlicht am 27 Jun 2018

Bitcoin Crash – Kryptowährung fällt unter 6.000 US Dollar Marke

Veröffentlicht am 27 Jun 2018
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Was führte zum Bitcoin Crash? Am Wochenende hat der Bitcoin Kurs erneut einen drastischen Sturz hingelegt. Innerhalb weniger Stunden fiel der Preis pro Bitcoin von rund 6.600 US Dollar auf 5.800 US Dollar. Damit unterschritt die Kryptowährung zum ersten Mal in diesem Jahr die psychologisch wichtige Grenze von 6.000 US Dollar.

Bitcoin Crash – Ursachen sind ungewiss

Einen konkreten Grund für die negative Kursentwicklung scheint es hingegen nicht zu geben. Das auf Kryptowährungen spezialisierte Nachrichtenportal Cryptovest nennt jedoch in ihrem Artikel vom 23.06.2018 fünf mögliche Punkte:

Marktmanipulation durch Tether

Es besteht bereits seit längerer Zeit der Verdacht, dass die Kryptowährung Tether durch Ausgabe zusätzlicher Tether-Coins (USDT) die Nachfrage für Bitcoins und andere Kryptowährungen künstlich in die Höhe treibt und somit den Markt manipuliert. Eine aktuelle Studienanalyse der Universität Texas hat den Verdacht bekräftigt. Gleichzeitig hat die Rechtsanwaltskanzlei Freeh Sprokin & Sullivan LLP im Auftrag der Tether Geschäftsführung in einem ausführlichen Bericht die Behauptungen zum Teil widerlegt. Marktteilnehmer bezweifeln jedoch die Glaubwürdigkeit des Schreibens und sehen sich hingegen in ihrer Skepsis bestätigt. Die generelle Besorgnis ist demnach ein Aspekt, der für den Bitcoin Crash mitverantwortlich ist.

Korrektur nach Bitcoin Rally 2017

Nachdem der Bitcoin und andere Kryptowährungen im Jahr 2017 einen wahren Hype erlebt haben, sehen zahlreiche Experten in der aktuellen Entwicklung eine natürliche Korrektur. Ronnie Moas und Litecoin Gründer Charlie Lee begründen das Kursverhalten als normalen Marktmechanismus, wonach das aktuelle Angebot die Nachfrage deutlich übersteigt. Als logische Konsequenz fallen seit Monaten die Preise aller wichtigen Kryptowährungen.

Eintretende Marktreife

Ein weiterer Aspekt für den Bitcoin Crash liegt in der Marktreife begründet. 2017 traten Kryptowährungen vor allem durch sogenannte ICO (Initial Coin Offerings), was mit dem börslichen IPO (Initial Public Offering) vergleichbar ist, in Erscheinung. Motiviert durch Wachstumsfantasien privater Anleger befinden sich ein Großteil der Projekte nun in der Reifephase. Anleger erwarten dieses Jahr erste sichtbare Ergebnisse. Die Kryptowährung EOS beispielsweise war mit rund vier Mrd. US Dollar der größte ICO aller Zeiten. Demnach erwartungsvoll waren Anleger als das Hauptnetzwerk am 09. Juni endlich online ging. Umso getrübter war die Stimmung als grundlegende Probleme ans Licht kamen. Technische Hürden bei den Stimmungsrechten, fehlerhafte Programmcodes und signifikante Sicherheitsschwachstellen zeigen die Herausforderungen des gesamten Kryptomarkts auf. Denn nun müssen auf die Vorschusslorbeeren Resultate folgen. Ob sämtliche Projekte diese tatsächlich liefern können bleibt zu bezweifeln.

Negative Berichterstattung

Die grundlegende Meinung der Mainstream-Medien bezüglich Kryptowährungen kann als „vorsichtig“ bezeichnet werden. Gerade nach dem Hype 2017 sehen sich nun viele Nachrichtenblätter und Finanzexperten in ihrer Annahme bestätigt, dass Bitcoin und Co. lediglich ein Nischen- und Trenddasein pflegen. Beinahe täglich folgen somit Reportagen, Berichterstattungen und Nachrichten bezüglich Sicherheitslücken, Betrugsvorfällen und übertriebenen Verheißungen. Gerade Anleger, die erst 2017 in den Markt eingestiegen sind, könnten davon verunsichert sein. Aus Angst vor noch größeren Verlusten könnten sie große Mengen Kryptowährungen liquidiert haben.

Politische Regularien

Außerdem machen immer wieder politische Restriktionen und Verbote die Runde. Der G20-Gipfel 2018 könnte erste Rechtsgrundlagen für Kryptowährungen schaffen. Aber auch Behörden, wie die amerikanische Security and Exchange Commision (SEC) beginnen bereits mit der Einstufung von Bitcoins und Tokens. Das verunsichert Anleger und schürt zusätzliche Angst in den Märkten.

Beitragsbild Bildquelle: Shutterstock

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.